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Der Knochenjäger

Gelähmter Cop und agile Streifenpolizistin jagen einen sadistischen Serienmörder.


Der Knochenjäger

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Erhältlich seit:
25.07.2000

Originaltitel: The Bone Collector

Thriller

USA 1999
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 16

Denzel Washington
Angelina Jolie
Queen Latifah

Regie: Phillip Noyce
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Der Knochenjäger

Der New Yorker Ex-Polizist Lincoln Rhyme, der seit einem Arbeitsunfall querschnittgelähmt zu Bett liegt und nur noch einen Zeigefinger und das Gesicht bewegen kann, hat jeglichen Lebensmut verloren. Da tritt dessen blutjunge Kollegin Amelia auf den Plan und weckt durch ihre umsichtige Tatortsicherung bei einem rätselhaften Mord wieder Rhymes berufliches Interesse. Gemeinsam machen sie Jagd auf einen hochintelligenten, gemeingefährlichen Psychopathen und versuchen, weitere Bluttaten des Massenmörders zu verhindern.

Jeffrey Deavers Bestseller "Die Assistentin" war für Thriller-Experte Phillip Noyce ("Das Kartell") die ideale Vorlage, um eine düstere Serienkiller-Variante in der Tradition von "Sieben" zu inszenieren. Dabei interessiert sich der Australier nicht nur für die spannungsgeladene Jagd nach dem dämonischen Täter, sondern auch für die Psyche seiner Helden - phänomenal verkörpert von den Oscar-Preisträgern Angelina Jolie ("Durchgeknallt - Girl, Interrupted") und Denzel Washington. Der exzellent fotografierte Action-Krimi mit hohem Gruselfaktor kann bei Genre-Fans Begeisterungsstürme auslösen.

Der Knochenjäger

Nicht Todesstille, aber mit etwa 500.000 Zuschauern doch überraschende Flaute herrschte in den deutschen Kinos, als Phillip Noyce, der nach zwei Tom Clancy-Verfilmungen Anfang der Neunzigerjahre in die Regieelite Hollywoods vorgestoßen war, das Großprojekt "The Saint - Der Mann ohne Namen" nicht vom Makel eines schwachen Drehbuchs und exzentrischen Stars (Val Kilmer) befreien konnte. "Der Knochenjäger", der das Serienkillergenre auf der Verfolgerseite um die Variante eines querschnittsgelähmten Ex-Cops bereichert, stellt den Ruf des in Amerika als Actionspezialist etikettierten Australiers wieder her, auch wenn Wiedererkennungswerte in Plot und Atmosphäre unvermeidlich sind.

Nach dem Autorensalat seines letzten Films geht Noyce mit Jeremy Iacones Adaption von Jeffery Deavers Bestseller "The Bone Collector" auf Nummer Sicher und kann nach dem vielversprechenden Start in den US-Kinos auch hierzulande mit kommerzieller Wiedergutmachung retten. Trumpfkarten seines atmosphärisch auf den Spuren von "Sieben" wandelnden, in Ausstattung, Kameraarbeit (Oscarpreisträger Dean Semler) und visuellen Einfällen gewohnt beeindruckenden Thrillers sind der interessante Subtext vom Sterbens- und Lebenswunsch und die beiden Hauptdarsteller, deren zwangsläufig rein emotionale Bindung überzeugt. Als ans Bett gefesselter, seines Lebens überdrüssiger Ex-Cop, der nach einem schweren Unfall nur noch einen Zeigefinger bewegen kann, zeigt sich Denzel Washington in darstellerischer Bestform und hat die Sympathien des Zuschauers nicht nur aus Mitleid auf seiner Seite. Ähnlich gut und sowohl in Verletzlichkeit wie auch Stärke glaubwürdig Jon Voights Tochter Angelina Jolie, die schon im Berlinale-Beitrag "Playing By Heart" in einer emotional ähnlich gepolten Rolle sehr glaubwürdig war. Jolie spielt eine junge Streifenpolizistin, die durch ihr beherztes und intelligentes Verhalten bei der Sicherung eines Mordtatorts die Aufmerksamkeit Washingtons erregt, der von seinen Ex-Kollegen um Mithilfe bei der Klärung des Falles gebeten wird. Daß Washingtons Spezialität die Entdeckung und Analyse von Tatortspuren ist, gibt dem inhaltlich sonst konventionellen Suspensethriller in Koalition mit den unheimlichen Schauplätzen (stillgelegten, oft unterirdischen Industrieanlagen aus dem New York des frühen 20. Jahrhunderts) eine originelle Note. Die Spannung des Films gründet sich auf Jolies mitunter einsamen, von Washington über Funk begleiteten Tatortinspektionen und der Enträtselung der vom Killer zurückgelassenen Hinweise, zu denen immer auch ein blutig herausgetrennter Knochen seiner Opfer zählt. Wie schon in "Sieben" zeigen die Mordszenarien die sadistisch schier unerschöpfliche menschliche Fantasie - ohne den diabolisch moralischen Subkontext von David Finchers Welthit. Der Knochenjäger mordet nicht als mahnendes Restgewissen einer babylonisch verdorbenen Welt, sondern aus vergleichsweise simplen Motiven. Was für das zahlende Publikum aber bedeutungslos bleiben dürfte. kob.

Darsteller:  Denzel Washington   als Lincoln Rhyme
  Angelina Jolie   als Amelia Donaghy
  Queen Latifah   als Thelma
  Michael Rooker   als Capt. Howard Cheney
  Mike McGlone   als Det. Kenny Solomon
  Luis Guzmán   als Eddie Ortiz
  Leland Orser   als Richard Thompson
  John Benjamin Hickey   als Dr. Barry lehman
  Bobby Cannavale   als Steve
  Ed O'Neill   als Det. Paulie Sellitto
 
Regie:  Phillip Noyce  
Buch:  Jeremy Iacone  
Musik:  Craig Armstrong  
Kamera:  Dean Semler  
Produzent:  Martin Bregman  
  Louis A. Stroller  
  Michael S. Bregman  
 

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