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Der letzte Applaus

Bewegende Hommage an eine historische Tangobar in Buenos Aires und die mit ihr gealterten Sänger mit fantastischem Soundtrack.


Der letzte Applaus

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Erhältlich seit:
15.01.2010

Originaltitel: Der letzte Applaus

Dokumentarfilm/ Musik

Deutschland/Argentinien/Japan 2008
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)

Cristina de Los Angeles
Julio Cesar Fernan
Ines Arce

Regie: German Kral
Indigo

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Doku über einige alte Tangosänger in Buenos Aires, die um den Fortbestand ihrer Gruppe kämpfen.

In Argentinien wird immer noch Tango getanzt (Foto: Arsenal) Großansicht

In Argentinien wird immer noch Tango getanzt (Foto: Arsenal)

Vor 30 Jahren erlebte die Tangobar "El Chino" in Buenos Aires eine Erfolgsgeschichte wie im Bilderbuch. Als Treffpunkt für Freunde des Tango avancierte sie zum Mittelpunkt der Szene schlechthin und brachte so viele Musikergrößen hervor. Nachdem der Besitzer 2001 unter ungeklärten Umständen starb, wurde das Lokal geschlossen. Die zurückgebliebenen Künstler versuchen nun tagtäglich, die Musik aufrechtzuerhalten und ihren Lebensunterhalt damit zu bestreiten.

Buenos Aires ist die Stadt, in der auch Regisseur German Kral geboren und aufgewachsen ist, bevor er an der Münchner Filmhochschule sein Regiestudium aufnahm. Bei einem Besuch in seiner Heimatstadt entdeckte Kral die Tangobar "El Chino", die ihn durch ihr natürliches und ungeschminktes Ambiente faszinierte.

Die Musiker spielen groß auf (Foto: Arsenal) Großansicht

Die Musiker spielen groß auf (Foto: Arsenal)

Die Liebe zum Tango

Die Bar und insbesondere ihre Sänger porträtiert er mit der Kamera. Das Ergebnis ist ein ehrlicher Film über die Liebe zum Tango und nicht zuletzt die Möglichkeit für die Sänger, noch einmal für den "letzten Applaus" aufzutreten.

Der letzte Applaus

Bewegende Hommage an eine historische Tangobar in Buenos Aires und die mit ihr gealterten Sänger mit fantastischem Soundtrack.

Der Anblick der sehr reifen Herren und Damen, die in der berühmten "Bar El Chino" aufgetreten sind, erinnert an Wim Wenders' "Buena Vista Social Club", und German Krals Doku über diesen einstigen Treffpunkt mit urigen Vertretern des traditionellen Tango ist so etwas wie "Tango Social Club". Nicht supererotische Gestalten bevölkern die Tanzfläche, sondern ganz normale Leute aus dem Viertel, alt und jung, arm und reich.

Der 1968 in Buenos Aires geborene und seit 1991 in Deutschland lebende Filmemacher kehrt in seine Heimat zurück und taucht ein in das Milieu dieser legendären Bar am Rand der Metropole, benannt nach ihrem Besitzer El Chino, der aber nichts mit China zu tun hatte, sondern Nachfahre spanischer Immigranten war. In seiner Bar pulsierte das Herz des volkstümlichen Tango, ehrlich und heftig. Die Sänger erzählten in ihren melancholischen Melodien von Liebe und Leidenschaft, Schmerz und Trauer. Die verwaschenen Bilder passen zur Atmosphäre des leicht heruntergekommenen Lokals mit seinem schäbigen Charme und der Patina längst vergangener goldener Jahre.

Insgesamt drei Mal besuchte Kral die Bar und wurde Zeuge dramatischer Veränderungen, an deren Ende der letzte Tango steht. HFF-Professorin Doris Dörrie gab ihm den Tipp, sich diesen Ort der Nostalgie doch einmal anzuschauen. Beim ersten Besuch 1999 tobt noch das Leben im "El Chino", zwei Jahre später ist die Stimmung gedrückt, der Besitzer liegt im Krankenhaus, 2003 hatte ein Teil der Musiker sich mit den neuen Besitzern zerstritten und seinem Lieblingsplatz den Rücken gekehrt.

Die Doku hält ein Stück Zeitgeschichte fest und persönliche Schicksale, keine Exotik, sondern Alltag. Und in dem spielen die mit allen Wassern gewaschenen Sänger, darunter Legenden wie die 81-jährige Inès Arce, die 26 Jahre im "El Chino" auftrat, oder der 70-jährige Horacio Acosta, und die jungen Orchestermusiker so richtig mit Spaß an der Sache und den verführerischen Klängen auf. Und mit dem letzten wehmütigen Applaus verschwindet auch ein kleines liebenswürdiges Stück Leben und Intimität aus der großen anonymen Stadt. mk.

Darsteller:  Cristina de Los Angeles  
  Julio Cesar Fernan  
  Ines Arce  
 
Regie:  German Kral  
Buch:  German Kral  
Produzent:  German Kral  
  Wolfgang Latteyer  
 

Der letzte Applaus in der Fotoshow

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