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Der letzte Lude

Komödie über einen Möchtegernganoven, der von einem recherchierenden Schauspieler für den König des Kiez' gehalten wird.


Der letzte Lude

Leihvideo

Erhältlich seit:
05.02.2004

Originaltitel: Der letzte Lude

Komödie

Deutschland 2003
Laufzeit: 86 Min.
FSK: ab 12

Lotto King Karl
Alexandra Neldel
Tobias Schenke

Regie: Stephen Manuel
Highlight Communications (Deutschland)

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Haarsträubende Kiez-Komödie mit Kultfigur Lotto King Karl in Höchstform.

(Alb-)Traummann: Frisurwunder Stullen-Andy Großansicht

(Alb-)Traummann: Frisurwunder Stullen-Andy

Fledermausärmel, Strickstulpen und Bundfaltenhosen allerorten - keine Frage, die Achtziger sind modemäßig derzeit schwer angesagt. Das weiß auch Andy Ommsen (Lotto King Karl), der Reeperbahn bester Stullenschmierer.

Mit dem Unterschied, dass Andy auch die vergangenen fünfzehn Jahre Boxerstiefeln, Nackenspoilern und Bomberjacken treu geblieben ist, als derlei Eighties-Insignia den Mode-Junkies noch Tränen in die Augen trieben. Aber egal, Andy hält sich dennoch für den Allercoolsten.

Da kommt ihm Soap-Star Timo (Tobias Schenke aus "Harte Jungs") gerade recht, der den harmlosen Trottel für einen krassen Gangster hält und ihn für eine knallharte Rotlicht-Recherche verpflichtet. Gleichzeitig muss der treudoofe Andy aber auch bei Anica (Alexandra Neldel aus "Lammbock") babysitten, der Freundin des albanischen Oberluden Slobo (Erdal Kacar).

Im Nu nützt der unfähige Brötchen-Verchecker seine neuen Aufgaben dazu, sich in Lebensgefahr zu begeben, Haustiere zu meucheln und im Ansehen der Kiez-Bewohner noch tiefer zu sinken...

Markige Sprüche, zwerchfellerschütternde Gags und ein bestens aufgelegtes Ensemble machen dieses anarchische Reeperbahn-Spektakel zu einer rotzfrechen Trash-Comedy, die "Erkan & Stefan" südlich des Weißwurstäquators das Fürchten lehren wird.

Der letzte Lude

Leicht und seicht - so lautet einmal mehr das Motto des Münchner Produzentengespanns Hofmann & Voges, wenn es darum geht, deutsche Comedies in den Kinos zu platzieren. Nach alpenländischem Jux mit "Feuer, Eis und Dosenbier" und bajuwarisch-türkischem Döner-Humor mit "Erkan & Stefan gegen die Mächte der Finsternis" geht es diesmal dem Hamburger Witz an den Kragen. "Der letzte Lude", das Leinwanddebüt des Werbefilmers Stephen Manuel, ist zum einen die One-Man-Show des vor allem in Norddeutschland zur Kultfigur avancierten Musikers, Moderators und Entertainers Lotto King Karl, zum anderen eine trashige Krimikomödie, in der das St.-Pauli-Milieu nicht ernst genommen, sondern ziemlich durch den Kakao gezogen wird. Sollte der Funke auf die junge Klientel überspringen, könnten Einspielergebnisse wie bei den oben genannten Titeln erreicht werden.

Regionalen Humor bundesweit salonfähig machen, diesen Versuch unternimmt nun auch Stephen Manuel, Comedy-erfahren durch seine Einspieler für "Die Harald Schmidt Show" und "Was guckst Du?!", mit "Der letzte Lude". Schließlich hat sein Kinoerstling den berühmt-berüchtigten Sündenpfuhl Reeperbahn zum Schauplatz, gibt hanseatische Schrullen und Grillen zum Besten und präsentiert mit Lotto King Karl das perfekte Nordlicht-Unikum mit Schnodderschnauze in der Titelrolle. Dieser hat sich als Andy Ommsen im Gegensatz zu seinen bayrischen Brüdern im Geiste nicht auf Döner, sondern auf belegte Brote spezialisiert. Liebevoll-scherzhaft Stullen-Andy genannt, beliefert der unerschütterliche Vokuhila-Schnauzer-Bomberjacken-Träger auf der Reeperbahn die Damen des horizontalen Gewerbes. Weil er in der Illusion lebt, ein gefährlicher Zuhälter zu sein, aber von nichts eine Ahnung hat - und somit auch keine Gefahr darstellt - wird Andy vom eifersüchtigen albanischen Zuhälter Slobo (Erdal Kacar) zur Bewachung von dessen Freundin Anica (Ex-GZSZ-Babe Alexandra Neldel) verdonnert. Gleichzeitig hat der harmlose Tölpel den naiven Soap-Star Timo (Tobias Schenke aus "Knallharte Jungs") am Hals, der sich von dem vermeintlich gefährlichen Gangster für eine Rollen-Recherche die krassesten Ludentricks abschauen möchte. Ehe Andy sich's versieht, steckt er bis zum Hals in Schwierigkeiten und in einer Undercover-Ermittlung.

Stephen Manuels etwas eigenwillige Liebeserklärung an den Mythos Reeperbahn mag zwar abstrus und streckenweise etwas platt erscheinen, doch die Hamburger Szenengröße Lotto King Karl versorgt das Großstadtabenteuer mit einer liebenswerten Identifikationsfigur. Der wandelnden Geschmacksverirrung verzeiht man sogar den Großteil der haarsträubenden Erlebnisse, die ihr von den Drehbuchautoren Mathias Dinter und Martin Ritzenhoff ("Was nicht passt, wird passend gemacht") auferlegt werden. So muss Andy etwa eine Schlange durch den Häcksler jagen, Rektaluntersuchungen bei fettleibigen Prostituierten durchführen und sich mit einem wildgewordenen Hai anlegen, bevor er die Klamauk-erfahrene Alexandra Neldel, die ihren Part aus "Erkan & Stefan" variiert, aus den Händen des erektionsgestörten Bösewichts befreien kann. Obendrein nächtigt Stullen-Andy auch noch in HSV-Bettwäsche, wofür er auf St. Pauli eigentlich die Bastonade provoziert, was aber damit zu tun hat, das Lotto King Karl im wirklichen Leben die Hymne des Hamburger Sportvereins trällert.

Obszöne Gags im Stile der Farrelly-Brüder, bewusst billig produzierte Spezialeffekte mit ein paar wilden Tieren und jede Menge persiflierte Klischees aus der Hamburger Halbwelt - diese Zutaten muss man mögen, wenn man beim "letzten Luden" seinen Spaß haben will. Jetzt liegt es vor allem an Constantins Marketing-Strategie, den Hamburger Humor deutschlandweit adäquat zu positionieren. lasso.

Darsteller:  Lotto King Karl   als Andy
  Alexandra Neldel   als Anica
  Tobias Schenke   als Timo
  Erdal Kacar   als Slobo
  Axel Wedekind   als Milan
  Luca Maric   als Zoran
 
Regie:  Stephen Manuel  
Buch:  Matthias Dinter  
  Martin Ritzenhoff  
Musik:  Karl-Michael Witzel  
  Stefan Ziethen  
Kamera:  Stephan Schuh  
Produzent:  Mischa Hofmann  
  Philip Voges  
 

Der letzte Lude in der Fotoshow

 

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