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Der letzte Zug

Holocaust-Drama, das hauptsächlich in der Enge eines Zug-Waggons nach Auschwitz spielt.


Der letzte Zug

Leihvideo

Erhältlich seit:
06.06.2007

Originaltitel: Der letzte Zug

Drama

Deutschland 2006
Laufzeit: 118 Min.
FSK: ab 12

Gedeon Burkhard
Lale Yavas
Lena Beyerling

Regie: Joseph Vilsmaier, ...
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Holocaust-Drama, das hauptsächlich in der Enge eines Zug-Waggons auf dem Weg nach Auschwitz spielt.

Die Enge treibt die Zuginsassen in den Wahnsinn (Foto: Concorde) Großansicht

Die Enge treibt die Zuginsassen in den Wahnsinn (Foto: Concorde)

1943 werden etliche Juden aus Berlin am Grunewalder Bahnhof zusammengetrieben, um ins KZ Auschwitz gebracht zu werden. Ein Doktor mit seiner Familie, ein junges Liebespaar, ein Boxer mit seiner Frau und seinen beiden Kindern werden zusammen mit anderen in einen engen Waggon gepfercht. Hunger, Durst, Kälte und die Enge machen die Fahrt zur Hölle.

Unter den Menschen verschiedener Herkunft entfachen sich auch Diskussionen, die das Schicksal nicht unbedingt erträglicher machen. Nur zwei Menschen werden den Transport am Ende überleben und ihre Erinnerung an die Nachwelt weitergeben können.

Die Verzweiflung treibt Ruth zu einer gefährlichen Tat (Foto: Concorde) Großansicht

Die Verzweiflung treibt Ruth zu einer gefährlichen Tat (Foto: Concorde)

Hochkarätige Besetzung

Ein Leib- und Magenprojekt von Produzentenveteran Artur Brauner ist dieses berührende Holocaust-Drama. Joseph Vilsmaier ("Stalingrad", "Comedian Harmonists"), der sich hervorragend mit der Epoche auskennt, inszeniert den Film, der auf Erinnerungen von Überlebenden basiert, mit einem hochkarätigen Ensemble, zu dem unter anderem Sibel Kekilli gehört.

Der letzte Zug

Bewegendes Drama über einen der letzten Judentransporte von Berlin ins Vernichtungslager Auschwitz, mit dem Joseph Vilsmaier und Dana Vavrova an die Emotionalität und Intensität von "Comedian Harmonists" anknüpfen.

Das Thema ist nicht neu und filmisch zur Genüge bearbeitet, könnte man glauben. Aber trotz vieler Vorgänger weckt "Der letzte Zug" neue Aufmerksamkeit, kann sich mit einem der eindringlichsten Werke über die Deportation im Dritten Reich, Oliver Storz' "Drei Tage im April" aus dem Jahre 1995 messen. Im April 1943 wollen Hitlers Anhänger ihren "Führer" mit einem besonderen "Geburtstagsgeschenk" beglücken, dem "judenreinen" Berlin. Nachdem schon 70 000 Juden die Stadt unter Zwang verlassen mussten, steht ein letzter Transport nach Auschwitz an. Gleis 17 am Bahnhof Grunewald: 688 Juden warten auf ihre Verschleppung ins Todeslager. Bellende SS-Schergen pferchen jeweils rund 100 Menschen in einen Viehwaggon, der Start einer Reise in den sicheren Tod. Vilsmaier und Vavrova konzentrieren sich auf einen Waggon mit seinem Mikrokosmos der jüdischen Gesellschaft - darunter das Ehepaar Neumann mit seinen beiden Kindern, ein betagter Kabarettist und seine Pianistin-Gattin, ein bekannter Arzt, die junge lebenshungrige Ruth Zilbermann (Sibel Kekilli) und ihr Freund. Unter menschenunwürdigsten Umständen halten nicht alle durch, ein Eimer Wasser für alle, ein Toiletteneimer für alle. Bevor der Streit um das lebensrettende Nass eskaliert, einigt man sich darauf, stillenden Müttern und Kindern Vorrang einzuräumen. Einige der Nazi-Opfer fügen sich nicht in ihr Schicksal und versuchen, sich während der Fahrt zu befreien, andere flüchten sich in Erinnerungen an die glückliche Vergangenheit oder in die Illusion einer besseren Zukunft am Zielort. Die Fahrt wird immer wieder unterbrochen - mal stehen sie auf dem Abstellgleis, damit Truppentransporte durchrauschen können, mal bedroht sie eine entfesselte ukrainische SS, "die Schlimmsten von allen", mal müssen sie die Erhängung von "Staatsfeinden" am Galgen abwarten. Möglichkeiten zur Flucht zerschlagen sich, trotz durchgesägtem Fenstergitter, zwei jungen Männer stürzen in den Tod. Nur Ruth und ein kleines Mädchen entkommen durch ein gebohrtes Loch im Zugboden, der Rest hat keine Chance. Mit der Handkamera ist Vilsmaier immer ganz nah am Geschehen, fängt Verzweiflung, Hoffnunglosigkeit und Selbstaufgabe ein, aber auch den Willen auf Würde und (Über)Lebensmut. Der Regisseur von Werken wie "Stalingrand" kehrt in Zusammenarbeit mit Vavrova zu alter Stärke zurück, inszeniert hier seinen besten Film seit "Comedian Harmonists". Den beiden gelingen ergreifende Momente ohne spekulative Effekte. Wenn eine Mutter ihr Kind mit trauriger Geste erstickt, um ihm den Hungertod oder Schlimmeres zu ersparen, wenn der Arzt sich und seine Lebensgefährtin durch Selbsttötung erlöst, die Schwächsten das Wasser vom Boden lecken, wird das unfassbare Grauen fassbar. "Der letzte Zug" verzichtet auf jegliche Didaktik oder Pädagogik, erzählt eine erschütternde Geschichte, wie sie so oder so ähnlich passiert ist. Und genau dieser Bezug zur Wirklichkeit trifft ins Mark. mk.

Darsteller:  Gedeon Burkhard   als Henry Neumann
  Lale Yavas   als Lea Neumann
  Lena Beyerling   als Nina Neumann
  Juraj Kukura   als Dr. Friedrich
  Sibel Kekilli   als Ruth Zilberman
  Roman Roth   als Albert Rosen
  Hans-Jürgen Silbermann   als Jakob Noschik
  Brigitte Grothum   als Gabrielle Hellmann
  Ludwig Blochberger   als Crewes
 
Regie:  Joseph Vilsmaier  
  Dana Vávrová  
Buch:  Stephen Glantz  
Musik:  Christian Heyne  
Produzent:  Artur Brauner  
 

Der letzte Zug in der Fotoshow

 

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Sibel Kekilli

Die in Heilbronn als Tochter türkischer Eltern geborene Sibel Kekilli gab 2004 mit der weiblichen Hauptrolle in Fatih Akins "Gegen die Wand"...