DVD Kaufvideo

Der Lockvogel


Der Lockvogel

Kaufvideo

Erhältlich seit:
07.03.2007

Originaltitel: L' appât

Thriller

Frankreich 1995
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 16

Marie Gillain
Olivier Sitruk
Bruno Putzulu

Regie: Bertrand Tavernier
Concorde Home Entertainment

Bild 1 von 1

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Der Lockvogel

Der verdiente "Goldene Bär" für Bertrand Tavernier ist ei-ne schöne Wiedergutmachung, denn 1991 hatte ihn die Jury in Venedig grob übergangen, obwohl damals sein "Auf offener Straße" den Kriminalfilm revolutioniert hatte und jene innovativen Merkmale trug, die er in "Der Lockvogel" noch verfeinert. Der Traum vom schnellen Geld, der Glanz der Models und die Welt von Kino und Video sind für Nathalie, Eric und Bruno im Paris der coolen Neunziger Alltag, Antrieb und Aufmerksamkeitswelt. Um rasch in die USA zu gelangen und dort Prêt-à- porter-Boutiquen zu eröffnen, dient Nathalie, die ein Adreßbuch mit möglicherweise einflußreichen Kontakten führt, als Lockvogel. Während sie sich mit nur scheinbar reichen Hochstaplern, den typischen drageurs, Aufreißern der Nachtbarszene, trifft, liegen Freund Eric und Kumpel Bruno auf der Lauer. Doch alles geht schief. Am Ende haben die drei wenig Beute und zwei Morde auf ihrem Konto. Taverniers Pariser Jugendliche sind auf keinen Fall "Natural Born Killers", sondern typische Großstadtpflanzen, die im Film sehr sympathisch gezeichnet werden. Ihre Hoffnungen, Vorlieben und Freundschaften entsprechen voll denen der Jugend in London, Berlin oder New York. Vielleicht liegt deshalb die Betroffenheit so tief, wenn gerade diese netten, chicen und durchschnittlichen copains zu Mördern werden. Eine Fülle von Details, falschen Handlungen, Übersprungsreaktionen und irrealen Annahmen in bezug auf ihre Taten führt erst zu dem Moment, in dem sie im Grunde bewußtseinslos töten: ohne Vorbedacht und bös-brutale Absicht, aber doch mit grauenvollen Konsequenz. Tavernier ist klug genug, um keine eindimensionale Erklärung zu liefern, für ihn gibt es nur Symptome, die in ihrer geballte Übermacht zu dem Verlust an Realität führen, der Nathalie, Eric und Bruno ins Gefängnis bringt. Die jungen Darsteller, allen voran Marie Gillain ("Mein Vater, der Held"), bringen durch ihre frische und spontane Spielart ein Höchstmaß an Lebensnähe in den Film, der durch einen Dialog auffällt, der hundertprozentig ihren Attitüden und Avancen entspricht. Meisterhaft ist die Kameraarbeit des jungen Alain Choquart, der fortsetzt, was er in "Auf offener Straße" entwickelt hatte: schnelle Kamerabewegungen, lange Plansequenzen, die aber durch den raschen Rhythmus wie geschnitten wirken, und an Originalschauplätzen choreographierte Perspektivenvielfalt. Wenn es atemloses und enorm mitreißendes modernes Kino gibt: hier ist es. Der Preis und das Diskussionspotential sollten Lockvögel für ein sehwilliges Publikum sein. ger.

Der Lockvogel

Die drei Freunde Nathalie, Eric und Bruno träumen von Glück, Reichtum und Luxus. Doch dann werden die drei auf der Suche nach dem schnellen Geld zu kaltblütigen Mördern, die alle moralischen Werte und Vorstellungen über Bord werfen, um ihr Ziel zu erreichen.


Die 18-jährige Nathalie, ihr Freund Eric und dessen Kumpel Bruno träumen von einer glanzvollen Zukunft - gemeinsam möchten sie nach Amerika auswandern und dort einen Neuanfang wagen.

Bis es soweit ist, leben sie zu dritt in einem Apartment in der Pariser Vorstadt. Nathalie jobbt tagsüber in einer Boutique, viel lieber jedoch würde sie als berühmtes Modell um die Welt jetten. Um ihrem Alltag ein wenig Glanz und Glamour zu verleihen, verbringt sie ihre Feierabende regelmäßig in den hippen Bars und angesagten Restaurants der Innenstadt. Dort trifft sich eine erfolgsverwöhnte, wohlhabende Klientel, überwiegend Geschäftsleute. Mit ihrem Charme und jugendlichen Esprit ist es für die hübsche Nathalie ein leichtes, genau diese Männer kennen zu lernen. Nathalie ist begeistert von deren Berichten aus einem vermeintlich besseren Leben, die Mischung aus Wohlstand und Erfolg zieht sie magisch an. Akribisch führt sie über ihre Bekanntschaften Buch: Name, Beruf, Adresse, sonstige Details, die ihr interessant erscheinen.

Eric und Bruno dagegen sind ohne Arbeit und hängen die meiste Zeit des Tages zu Hause ab. Fast sieht es so aus, als ob der große Traum nie Wirklichkeit werden könnte, denn weder Nathalies Flirts noch die Untätigkeit ihrer Freunde tragen dazu bei, das nötige Kleingeld für den Neuanfang in den USA zusammen zu bekommen.

Eines Tages entdeckt Eric das Adressbuch seiner Freundin - und entwickelt eine Idee, wie die drei schnell zu viel Geld kommen könnten: Nathalie soll sich mit ihren Verehrern zu einem Abendessen in deren jeweiliger Wohnung verabreden, ein wenig später lässt sie Eric und Bruno in die Wohnung. Alles weitere, da sind sie sich sicher, ist ein Kinderspiel.

Kurz darauf läuft bereits nichts mehr nach Plan. Nathalies neu gewonnene Freunde sind längst nicht so reich, wie das Trio zunächst vermutet hatte, außerdem treffen sie auf erbitterten Widerstand. Bruno wird nervös und Eric befiehlt ihm, durchzugreifen. Der Beutezug endet mit unerwartet wenig Geld und zwei Morden ...


Taverniers aufwühlende Charakter- und Gewaltstudie, die auf einer wahren Begebenheit beruht, wurde auf der Berlinale 1995 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet und löste eine Diskussion um Werte und Moral aus.

Quelle: Concorde

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Clotilde Courau

Französische Filmschauspielerin. Apart, eigenwillig, kapriziös und auf spannende Art widersprüchlich in ihren Filmrollen, gehörte die...