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Leihvideo
Erhältlich seit:
31.03.2005
Originaltitel: The Manchurian Candidate
USA 2004
Laufzeit: 125 Min.
FSK: ab 12
Denzel Washington
Meryl Streep
Liev Schreiber
Regie: Jonathan Demme
Paramount Home Entertainment

Nach "The Truth About Charlie" wartet Regisseur Jonathan Demme nun erneut mit dem Remake eines Klassikers der 60er Jahre auf. Während seine Neuversion von "Charade" gemeinhin als Fehlzünder angesehen wurde, läuft der Regisseur mit dem präzise inszenierten Politthriller um perfide Gedankenkontrolle und weitreichende Verschwörungen zu alter "Das Schweigen der Lämmer"-Form auf. Dabei arbeitet er mit einer exzellenten Schauspielerriege, die mit Denzel Washington und Meryl Streep in den ursprünglich von Frank Sinatra und Angela Lansbury übernommenen Rollen zwei Oscar-Preisträger aufweist.
Die Latte lag hoch, da das Original von 1962, unter der Regie von John Frankenheimer als einer der wegweisenden Klassiker des Genres gilt, als Blaupause, an der sich die folgenden Paranoia-Thriller messen lassen mussten (woran nicht wenige scheiterten). Der Kalte-Kriegs-Aufhänger des Vorlageromans von Robert Condon ist heute kalter Kaffee. So galt es für die Drehbuchautoren Daniel Pyne ("Der Anschlag") und Dean Georgaris ("Paycheck"), eine ebenso aktuelle wie plausible Prämisse zu finden. Sie nehmen diese Hürde elegant, indem der Ausgangspunkt der Story vom Koreakrieg in den ersten Golfkrieg verpflanzt wird. In Kuwait geraten Army Captain Ben Marco (Washington) und seine Männer in einen feindlichen Hinterhalt. In dieser Situation profiliert sich Sergeant Raymond Shaw (Liev Schreiber) als lebensrettender Held, der dafür mit der höchsten Ehrenmedaille ausgezeichnet wird. Im Amerika der Gegenwart hält Major Marco sein Golfkriegssyndrom mit Medikamenten im Zaum, während Shaw mittlerweile als Kongressabgeordneter tätig ist. Er steht unter der Fuchtel seiner Mutter, der einflussreichen Senatorin Eleanor Shaw (eine glänzende Streep, die souverän auf Hillary hoch zehn macht), die dem Sohnemann skrupellos die Vizepräsidentschaftskandidatur zuschanzt. Als Marco die gleichen Albträume wie ein weiterer alter Kamerad hat, sucht er Shaw auf, um sich Klarheit zu verschaffen. Marco beginnt an Shaws vermeintlichen Heldenmut zu zweifeln und seine zerrüttete Psyche deutet ihm Kidnapping und Gedankenkontrolle mittels Gehirnimplantat an, die selbst den "Marathon Man" zum Zähne zusammenbeißen bringen würde. Wie im Original entfaltet sich das spannungsreiche Finale bei der Präsidentschaftsnominierung.
Die im Hintergrund die Fäden ziehenden Antagonisten gehören in diesem Fall nicht einem kommunistischem Regime, sondern der multinationalen Firma Manchurian Global an. Sie wollen ihren Einfluss ins Weiße Haus ausweiten. Offenkundig nach Vorbild der Firma Halliburton profitieren sie von ihren Verbindungen zur Regierung. Überhaupt gelingt den Filmemachern eine geradezu gespenstisch anmutende Authentizität bei der Skizze des gegenwärtigen Zeitklimas. Dies umfasst Nachrichteneinblendungen über den Antiterrorkrieg und Nationale Sicherheit, die Diskussion über Diffamierung von Vertretern liberaler Ansichten sowie glatte Politslogans der Kandidaten, die der aktuellen US-Kampagne entnommen sein könnten. Entrüstung, wie sie Michael Moores Enthüllungsdoku "Fahrenheit 9/11" entgegenschlug, braucht man nicht zu erwarten. Die Partei bleibt im Film clever ungenannt, ist aber als die Demokraten zu erkennen. Neben erzählerischer und technischer Finesse glänzen die schauspielerischen Leistungen von insbesondere Washington und Schreiber. Bei seinem Gang nach Washington deckt Mr. Washington mühelos das emotionale Spektrum von selbstsicherer Autorität hin zu paranoider Verwirrung ab. Schreiber ist ebenfalls hervorragend, wenn er die gegensätzlichen Gefühlsregungen des unterdrückt-verletzlichen Muttersöhnchens, der roboterhaften Mordmaschine und des überheblichen Arroganzlings subtil-effektiv darstellt. Das meisterhafte Original von John Frankenheimer kann Demme zwar nicht übertrumpfen, doch spielt Demme seine Suspense-Karten richtig aus, womit er für volle Häuser sorgen sollte. ara.
| Darsteller: | Denzel Washington | als Marco Bennett | |
|---|---|---|---|
| Meryl Streep | als Eleanor Prentiss Shaw | ||
| Liev Schreiber | als Reymond Shaw | ||
| Jon Voight | als Thomas Jordan | ||
| Kimberly Elise | als Rosie | ||
| Jeffrey Wright | als Al Melvin | ||
| Ted Levine | als Colonel Howard | ||
| Bruno Ganz | als Richard Delp | ||
| Simon McBurney | als Dr. Atticus Noyle | ||
| Vera Farmiga | als Jocelyn Thomas | ||
| Robyn Hichcock | als Laurent Tokar | ||
| Miguel Ferrer | als Colonel Garret | ||
| Jude Ciccolella | als David Donovan | ||
| John Bedford Lloyd | als J. B. Johnston | ||
| Dean Stockwell | als Mark Whiting | ||
| Tom Stechschulte | als Robert Arthur | ||
| Obba Babatundé | als Senator Wells | ||
| Zeljko Ivanek | als Vaughn Utly | ||
| Paul Lazar | als Gillespie | ||
| Anthony Mackie | als Robert Baker | ||
| Be Be Winans | als FBI Agent Williams | ||
| Charles Napier | als General Sloan | ||
| David Keeley | als Agent Evan Anderson | ||
| Pablo Schreiber | als Eddie Ingram | ||
| Regie: | Jonathan Demme | ||
| Buch: | Dean Georgaris | ||
| Daniel Pyne | |||
| Musik: | Rachel Portman | ||
| Wyclef Jean | |||
| Kamera: | Tak Fujimoto | ||
| Produzent: | Scott Rudin | ||
| Tina Sinatra | |||
| Jonathan Demme | |||
| Ilona Herzberg | |||
Der Manchurian Kandidat in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch, Bulgarisch, Dänisch, Finnisch, Isländisch, Norwegisch, Polnisch, Rumänisch, Schwedisch, Tschechisch, Ungarisch
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Audiokommentar, Featurettes, Entfallene Szenen, Outtakes, Screen Test, Interviews
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