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Der Mann in der eisernen Maske

Biedere Fassung des Dumas-Klassikers mit "Titanic"-Star Leonardo DiCaprio in einer Doppelrolle.


Der Mann in der eisernen Maske

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Erhältlich seit:
04.09.2006

Originaltitel: The Man in the Iron Mask

Abenteuer

USA/Frankreich 1997
Laufzeit: 127 Min.
FSK: ab 12

Leonardo DiCaprio
Jeremy Irons
John Malkovich

Regie: Randall Wallace
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Der Mann in der eisernen Maske

17. Jahrhundert: Die Regentschaft des verschwendungssüchtigen Königs Ludwig XIV. hat Frankreich in große wirtschaftliche Not gestürzt. Die drei Musketiere Athos, Porthos und Aramis unterstützen eine aufflammende Bürger-Revolte. Sie befreien den geheimnisvollen Zwillingsbruder des Königs aus seiner lebenslangen Gefangenschaft und arbeiten mit ihm einen Plan zum Sturz des Tyrannen aus. Einzig d'Artagnan, der dem Sonnenkönig weiterhin treu ergeben ist, könnte ihr Vorhaben noch gefährden.

Randall Wallace, der schon das Drehbuch zu "Braveheart" verfaßte, realisierte eine spektakuläre Adaption von Alexandre Dumas' gleichnamigen Romanklassiker. Das internationale Staraufgebot - neben "Titanic"-Star Leonardo DiCaprio unter anderem Jeremy Irons und Gérard Depardieu - und die aufwendige, bildgewaltige Produktion machen aus diesem ebenso spannend wie witzig inszenierten "Mantel und Degen"-Stoff einen Abenteuerfilm der klassischen Hollywood-Schule. Eine in jeder Hinsicht gelungene Musketier-Verfilmung, die ein zahlreiches, begeistertes Publikum finden dürfte.

Der Mann in der eisernen Maske

"Einer für alle, alle für einen!" Erneut schallt Alexandre Dumas' legendärer Treueschwur inmitten protziger Residenzen, finsterer Verliese und stolzer Königstruppen, wobei die Musketiere nach Bertrand Taverniers "D'Artagnans Tochter" ein weiteres Mal als Frührentner um Frankreichs Wohl streiten müssen. Mit großen Namen vor und hinter der Kamera versucht sich Regiedebütant Randall Wallace an einem romantischen Abenteuerfilm, der weder epischen Atem, noch Wucht und Vitalität von "Braveheart" erreicht, dessen von Wallace verfaßtes Oscar-nominiertes Drehbuch Mel Gibson zum Welthit formte. Ähnliche Profite hat "Der Mann in der eisernen Maske" kaum zu erwarten, obwohl die von Jungstar Leonardo Di Caprio angeführte Besetzungsliste ein appetitlicher Köder für hungrige Kinofans sein dürfte.

Daß Hollywood einem Schriftsteller, der hier erst sein zweites Skript vorlegte, die Regie dieses Renommierprojektes anvertraute, dessen 40-Mio.-Dollar-Budget den Anspruch des Stoffes sichtlich kaum deckt, zementiert zwar den amerikanischen Traum, nicht aber den Glauben an Autodidakten. Statisch und konventionell in der Bildgestaltung hat Wallace eine weitere Adaption von Dumas' Roman "Zwanzig Jahre später" in Angriff genommen, der, wie schon die Verfilmungen Allan Dwans (1929), James Whales (1939) oder auch Mike Newells (1977) frei mit der Vorlage umgeht. Die größte Übereinstimmung mit letzterer ist der Verzicht auf Klischeeschurken vom Schlage De Rocheforts oder Fouquets sowie die Zeichnung von Aramis (Jeremy Irons, noch der überzeugendste Musketier) als zentralen Konspirateur, der der Herrschaft Ludwigs XIV. ein Ende setzen will. Mit subtil-arroganten Gesichtszügen und einem erstmals dem Roman entsprechenden Alter ist Di Caprio eine gute Wahl für diese Rolle, wobei der "Titanic"-Star mit dem charakterlich diametral entgegengesetzten Zwillingsbruder des Königs weniger gut zurechtkommt. Dieser schmachtet sechs Jahre lang, unter einer eisernen Maske seiner Identität und Lebenshoffnung beraubt, in einer Festung, bis ihn Aramis, Athos (John Malkovich) und Porthos (Gérard Depardieu - Gefangener der Lust, körperlicher Blähungen und grobstrichiger Charakterisierung) befreien. Nach einem Crashkurs in höfischer Dekadenz soll der kindlich gebliebene Blutsverwandte in einer Geheimaktion an die Stelle seines Zwillingsbruders treten, der ihn einst zum trostlosen Leben im Kerker verdammte und Frankreich an den Rande des Bürgerkriegs führte. Größter Gegner der Verschwörer ist deren ehemaliger Mitstreiter D'Artagnan (Gabriel Byrne), der aus geheimnisvollen Motiven heraus den König mit Hundetreue verteidigt, womit seine Figur wie ein lästiger Hinkelstein aufs Gemüt des Zuschauers drückt. Wie D'Artagnan, so werden auch die anderen Charaktere mitunter unfreiwiliger Komik preisgegeben, weil Wallace Pathos und Kitsch gerne mit Theatralik verwechselt und zudem im Bild längst vermittelte Sachverhalte durch redundante Dialoge übererklärt. Subtilität ist nicht das Metier dieses Regisseurs, dem sein Film nach kurzer Zeit, gleitet. Die mythischen Qualitäten des Stoffes, um dessen Hauptfigur sich ein Rätsel in Kaspar-Hauser-Dimensionen rankt, bleiben weitgehend ungenutzt. Sein Action-Potential auch, verlangt doch das Mantel-und-Degen-Genre Kampfakrobatik, die sich nicht nur auf zwei Sequenzen (die erste nach 90 Minuten!) beschränkt. Somit bleibt das größte Rätsel um den Mann in der eisernen Maske, warum ihm so viele profilierte Namen nicht ein würdigeres Forum verschaffen konnten. kob.

Der Mann in der eisernen Maske

Frankreich im 17. Jahrhundert: Während Ludwig XIV. rauschende Feste feiert, lebt das Volk in Hunger und Elend. Der Sonnenkönig hat ein furchtbares Geheimnis: In einem finsteren Verlies hält er seinen Zwillingsbruder gefangen - das Gesicht hinter einer eisernen Maske verborgen! Als das Land in Unruhen und Rebellion zu versinken droht, fassen die Musketiere Athos, Porthos und Aramis einen Plan zum Sturz des Tyrannen. Einzig d'Artagnan, der dem Sonnenkönig weiterhin treu ergeben ist, könnte ihr Vorhaben noch gefährden ...

Quelle: Fox

Darsteller:  Leonardo DiCaprio   als Ludwig XIV/ Phillippe
  Jeremy Irons   als Aramis
  John Malkovich   als Athos
  Gérard Depardieu   als Porthos
  Gabriel Byrne   als D' Artagnan
  Anne Parillaud   als Königin Anne
  Judith Godrèche   als Christine
  Edward Atterton   als Leutnant André
 
Regie:  Randall Wallace  
Buch:  Randall Wallace  
Kamera:  Peter Suschitzky  
Produzent:  Randall Wallace  
  Russ Smith  

Cineastisch unsterblich: die drei Musketiere

Abenteuerfilme über degenschwingende Edelmänner erfreuen sich auch in Zeiten größter Beliebtheit, in denen Heldenmut und Galanterie am aussterben sind.

Einer für alle - alle für einen Großansicht

Einer für alle - alle für einen

Eigentlich war die Kunst des Fechtens nach dem Dreißigjährigen Krieg mit der Einführung der Feuerwaffen obsolet geworden. Nur eine kleine Minderheit hielt den altmodischen Waffen die Treue, sei es aus sportlichen Gründen oder durch die Ausübung abstruser Riten schlagender Verbindungen.

Als Alexandre Dumas jedoch 1844 mit seinem Roman die französischen Musketiere des 17. Jahrhunderts literarisch aus der Versenkung hob, begründete er damit einen Mythos, der bis heute ungebrochen scheint und immer wieder Filmemacher fasziniert.

Stets beliebt und oft verhunzt

Selbst als Hollywoods Filmfabrik noch in den Kinderschuhen steckte, zählten Mantel-und-Degen-Filme bereits zu den Publikumsfavoriten Großansicht

Selbst als Hollywoods Filmfabrik noch in den Kinderschuhen steckte, zählten Mantel-und-Degen-Filme bereits zu den Publikumsfavoriten

Bereits 1903 erfuhr das Abenteuer von Athos, Porthos, Aramis und D'Artagnan die erste filmische Auswertung. Mittlerweile füllen "Drei Musketiere"-Filme ganze Videothekenregale und bedienen dabei die gesamte Bandbreite des Geschmacks - von 70er-Jahre-Schmuddelepen wie "Die Sexabenteuer der drei Musketiere" mit Ingrid Steeger über fern-östlich angehauchte Manga-Abenteuer bis hin zu feministisch inspirierten Fassungen wie "D'Artagnans Tochter".

In letzterem Werk aus dem Jahr 1994 schwingt Frankreichs Lieblings-Ex-Teenie Sophie Marceau den Degen und zählt so zur verschwindend kleinen Minderheit weiblicher Film-Fechter, zu der sich zuletzt immerhin auch Madonna (im Bond "Stirb an einem anderen Tag") gesellte. Für diese Rolle bedachte man die Pop-Ikone allerdings mit einer Goldenen Himbeere, was hoffentlich nicht an ihrem Umgang mit der Waffe lag.

Große Namen für großes Kino

"Der Mann in der eisernen Maske" hat gleich drei Bluthunde am Hals Großansicht

"Der Mann in der eisernen Maske" hat gleich drei Bluthunde am Hals

Doch zurück zu den Musketieren und den etwa vier Dutzend Verfilmungen, die immer wieder Stunt-Doubles, Kostümbildner wie Produktionsdesigner gleichermaßen auslasteten. 1948 etwa tauschte Gene Kelly Tanzschuh und Borsalino gegen Lederstiefel und Federhut. Als D'Artagnan vollbrachte er eine schauspielerische wie athletische Spitzenleistung und legte die Messlatte damit für alle weitere Adaptionen ziemlich hoch.

Auch Richard Chamberlain schwang 1974 erst einmal den Degen, bevor er ein Jahrzehnt später in "Die Dornenvögel" den Weihwasserkessel schwenkte. Offensichtlich machte der Kalifornier seine Sache so gut, dass er gleich im Anschluss als Edmont Dantes in "Der Graf von Monte Christo" (1975) erneut en garde stehen durfte.

1993 nahmen schließlich Kiefer Sutherland und Charlie Sheen den Degen in die Hand, bevor 1997 Gérard Depardieu, John Malkovich und Gabriel Byrne in "Der Mann mit der eisernen Maske" Leonardo DiCaprio verfolgten - Jahrzehnte hochkarätig besetzter Verfilmungen bescherte dieser Klassiker. Über mangelnde Aufträge können sich Hollywoods Fecht-Trainer also nicht beklagen...

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Dutzende Verfilmungen und kein Ende in Sicht:

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1993:
"Die drei Musketiere"

In Stephen Hereks Version wurde Patriotismus groß geschrieben

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1997:
"Der Mann in der eisernen Maske"

Randall Wallace drückt Leonardo DiCaprio den Degen in die Hand

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1948:
"Die Drei Musketiere"

Gene Kellys Auftritt als D'Artagnan gilt heute noch als richtungsweisend

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1994:
"D'Artagnans Tochter"

Philippe Noiret hat als alternder Haudegen Probleme mit Sophie Marceau

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1998:
"Rückkehr der Musketiere"

1998 bricht Michael York als D'Artagnan Knochen und Herzen

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1962:
"Zorro und die drei Musketiere"

Luigi Capuano verfilmte den Stoff von Alexandre Dumas mal anders

 

Fassungen

 

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Features

 

Star

Leonardo DiCaprio

Sein Jubelruf "Ich bin der König der Welt" in "Titanic", dem bis "Avatar" erfolgreichsten Film aller Zeiten, erwies sich als...

 

Star

Jeremy Irons

Mit einer Doppelrolle als französischer Leutnant und als der ihn im Film spielende Schauspieler wurde der Engländer Jeremy Irons (geb. 1948)...