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Der Mondmann

Hinreißende Filmbiografie über den amerikanischen Komiker Andy Kaufman, in der die befreiende Wirkung hemmungsloser Anarchie besungen wird.


Der Mondmann

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Erhältlich seit:
09.05.2001

Originaltitel: Man on the Moon

Komödie/ Drama

USA 1999
Laufzeit: 114 Min.
FSK: ab 12

Jim Carrey
Danny DeVito
Courtney Love

Regie: Milos Forman
Concorde Home Entertainment

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Der Mondmann

In den siebziger Jahren ist Andy Kaufman, der Mondmann, Amerikas beliebtester und zugleich am meisten gehasster Komödiant, weil das Publikum nie weiß, was es von ihm erwarten kann. Denn Kaufmann umwirbt seine Fans nicht, er verstört vierlmehr, provoziert und beleidigt. Nicht einmal Andys Freunde wissen, wann der Spaß endet und wo der Ernst beginnt. Oder womit er seine Chefs als nächstes auf die Palme treiben wird. Mit dem Mondmann wird es nie langweilig - nicht einmal dann, als Andy tödlich erkrankt.

Oscar-Preisträger Milos Forman setzt nach "Larry Flynt" in dieser bitterbösen Komödie einer weiteren Seventies-Ikone ein Denkmal. Dabei hält er sich an Fakten und spart Privates eher aus. In der Titelrolle brilliert Jim Carrey, der hier seine Leistung aus der "Truman Show" noch toppt. Für die eigenwillige Biografie, in der auch Courtney Love und Danny DeVito überzeugen, wurde Forman auf der Berlinale 2000 mit dem Regiepreis ausgezeichnet.

Der Mondmann

In seinem neunten amerikanischen Film läßt Milos Forman wieder einmal einen seiner nonkonformistischen Helden über das Kuckucksnest fliegen. Wie Formans "Larry Flynt - Die nackte Wahrheit" erzählt auch dieser nach einem Song von R.E.M. betitelte Aufruf zum zivilen Ungehorsam nach einem meisterhaften Drehbuch von Scott Alexander und Larry Karaszewski von einer realen Ikone der siebziger Jahre, die das Establishment nach allen Regeln der Kunst auf die Hörner nahm: Der Komödiant Andy Kaufman narrte sein Publikum derart konsequent, daß bei seinem Tod 1985 nicht einmal engste Freunde glauben wollten, daß der unkonventionelle Clown tatsächlich nicht mehr am Leben war. Eine Paraderolle für Jim Carrey, der nach "Die Truman Show" erneut als dramatischer Darsteller mit Oscar-Ambitionen überzeugt.

Wie ein "Amadeus" der Comedybranche war Andy Kaufman ein innovatives Unikat, ein visionärer Träumer, der den Kollegen seiner Zunft um Längen voraus war und seine Kunst kompromißlos revolutionierte. Gezielt legte es Kaufman darauf an, sein Publikum zu narren und führte das Credo "Give the people what they want" konsequent ad absurdum. Wo man ihn nicht kannte, sprach er in radebrechendem Polnisch-Kauderwelsch, bis die Zuschauer überzeugt waren, das sei sein wahrer Dialekt. Wenn ausverkaufte Hallen nach seinen Elvis-Parodien verlangten, las er ihnen Fitzgeralds kompletten "Der große Gatsby" vor, ohne eine Miene zu verziehen. Nicht einmal enge Vertraute (mit Ausnahme des Kompagnons Bob Zmuda, der als ausführender Coproduzent am Film beteiligt war) oder seine Manager wußten, wo bei Kaufman der Spaß aufhörte und der Ernst begann. Weil er seine Rolle des Mechanikers Latka in der erfolgreichen TV-Serie "Taxi" haßte, erfand er ein Alter ego, den heruntergekommenen Lounge-Sänger Tony Clifton, und zwang die Produzenten der Sendung, ihn in einigen Folgen mitspielen zu lassen. Kaufman war besessen von Wrestling und forderte Frauen dazu auf, mit ihm zu ringen, bis ihn ein Profi-Catcher bei einem Auftritt schwer verletzte - eine weitere Narretei, wie sich bald herausstellen sollte. Als Kaufman schließlich an Krebs starb, wollte niemand so recht glauben, daß es sich dabei nicht um einen weiteren Streich handelte.

Nach einem wunderschönen Intro, in dem Kaufman/Carrey das Publikum im typischen Kleinkindersingsang direkt anspricht und zu überreden versucht, das Kino wieder zu verlassen, weil der Film schlecht sei, tritt "Man on the Moon" ohne große Umschweife in den Werdegang und das Universum Kaufmans ein, in dem die verrückteste immer die beste Idee ist. Der subversive Charme des Komödianten beflügelt auch den stilistisch relativ konventionell realisierten Film, der stets weniger wie ein Biopic als vielmehr eine belustigte Meditation über das vielfältige Gesicht der Rage against the Machine wirkt. Notorische Nonkonformisten, die dem Status Quo ans Bein pinkeln, haben Tradition im Kino des Milos Forman. Das trifft für Jack Nicholsons Murphy in "Einer flog übers Kuckucksnest" und die Blumenkinder in "Hair" ebenso zu wie für den Schrat Mozart in "Amadeus" oder den Pornopapst Flynt in "Larry Flynt". In "Man on the Moon" triumphiert der Held über die Konvention, auch wenn es ihn das Leben und die eigene Persönlichkeit kostet: Einen echten Kaufman, so implizieren die Filmemacher, gab es nicht hinter den diversen Masken. Sein Leben waren die Masken. So erfährt man nicht, was diesen bizarren Mann ticken ließ, aber Forman läßt den Zuschauer teilhaben an dem unendlich befreienden Gefühl von Kaufmans kindlichem Anarchismus - bis man feststellt, daß auch der Film sein Publikum - in bester Kaufman-Manier - aufs Glatteis führt. Man läßt es gerne mit sich geschehen, und sei es nur, um dem von Danny DeVito, Paul Giamatti, Courtney Love und einer Unzahl wahrer Figuren aus dem Leben des Komödianten wunderbar unterstützten Jim Carrey dabei zuzusehen, als menschliches Chamäleon in der Titelfigur komplett aufzugehen. Das markerschütternde Lachen, wenn Kaufmann kurz vor seinem Tod bei einem Besuch bei einem Wunderheiler auf den Philippinen entdeckt, daß diesmal er einem Scharlatan aufgesessen ist, verfehlt sein emotionales Ziel ebensowenig wie der Showdown von "Kuckucksnest": Für den Pyrrhussieg über die Gesellschaft bezahlt man in Amerika immer noch einen hohen Preis. ts.

Darsteller:  Jim Carrey   als Andy Kaufman
  Danny DeVito   als George Shapiro
  Courtney Love   als Lynne Margulies
  Paul Giamatti   als Bob Zmuda
  George Shapiro   als Club-Besitzer
  Vincent Schiavelli   als Maynard Smith
  Peter Bonerz   als Ed Weinberger
  Jerry Lawler   als Jerry Lawler
  Gerry Becker   als Stanley Kaufman
  Leslie Lyles   als Janice Kaufman
  J. Alan Thomas   als J. Alan Thomas
 
Regie:  Milos Forman  
Buch:  Scott Alexander  
  Larry Karaszewski  
Musik:  R.E.M.  
  Peter Buck  
  Mike Mills  
  Michael Stipe  
Kamera:  Anastas Michos  
Produzent:  Danny DeVito  
  Michael Shamberg  
  Stacey Sher  

Courtney pennt live im TV

ABM-Maßnahme für Courtney Love

ABM-Maßnahme für Courtney Love

Das wird ein Marathon der besonderen Art: Courtney Love wird am Wochenende auf dem US-Musiksender MTV2 moderieren - und zwar 24 Stunden am Stück. David Cohn, Kopf von MTV2, über seinen neuen Coup:

"Bei uns waren schon immer verschiedenste Künstler zu Hause - wir freuen uns darauf, Courtney ihren Wohnungsschlüssel zu überreichen."

Wer befürchtet, Courtney könnte beim Moderations-Marathon Schaden nehmen, darf beruhigt sein: Erstens sieht sie immer so aus, als habe sie mindestens 24 Stunden nicht geschlafen, zweitens ist Eindösen sogar erwünscht - die Macher würden statt ihren Ansagen einfach "stilvolle Nahaufnahmen" von der schlummernden Rock-Lady zeigen.

Über die Gage für die ungewöhnliche Zusammenarbeit wurde Stillschweigen vereinbart. Vermutlich wird Courtneys Salär aber nicht ausreichen, um damit ihre Plattenfirma auszuzahlen - die pocht auf Schadenersatz, weil Love statt der versprochenen sieben Alben nur zwei abgeliefert hat.

Auch im Kino läuft's für die Witwe von Curt Cobain nicht rund: Nach ihrem Achtungserfolg in "Man on the Moon" vor drei Jahren wurde jetzt der Starttermin für ihren Action-Thriller "24 Stunden Angst" auf unbestimmte Zeit verschoben - trotz Starbesetzung mit Kevin Bacon und Charlize Theron.

 

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Jim Carrey

Mit der Gesichtsgymnastik eines gurgelnden Gummischlauchs und als anarchischer Körperverrenker mit garantierter Turbokomik übertrifft Jim Carrey...

 

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Agil, gerissen, ein verbissener Wurzelzwerg, giftig, spöttisch, sarkastisch und Spitzbube cum laude, ist der kleinwüchsige Danny DeVito in...