
Apokalyptischer Monsterhorror von Regisseur und Drehbuchautor Frank Darabont, der damit zum vierten Mal eine Vorlage von Gruselmeister Stephen King adaptiert.
Mit "Stephen King's Nightmare Collection" begann Darabont seine Karriere, "Die Verurteilten" und "The Green Mile" waren seine größten Erfolge. Nach dem Flop seines Capra-esken Kleinstadtdramas "The Majestic" von 2001 ist ihm King nun wieder König. Mit dessen Horrorschocker, der zugleich als allegorische Betrachtung über das Monster im Menschen fungiert, filmt sich Darabont jetzt trotzig zynisch die Enttäuschung über die damalige Kritik hinsichtlich exzessiver Larmoyanz von der Seele.
Die Story ist in einem malerischen Örtchen in Maine angesiedelt, wo der Künstler David Drayton ("The Punisher" Thomas Jane) mit seiner Familie lebt. Nach einem schweren Sturm begibt er sich mit seinem neunjährigen Sohn in den örtlichen Supermarkt, in dem sich nun der Großteil des kompromisslos düsteren Science-Fiction-Dramas entfaltet. Denn ein undurchdringlicher Nebel legt sich übers Land, in dem sich zunächst ungesehene Killerkreaturen tummeln. Vor ihnen im Laden verschanzt, findet sich ein bunt gemischter Gesellschaftsquerschnitt, wie eine hübsche Kassiererin, drei Armeesoldaten, zwei couragierte Rentner, zwei verbohrte Rednecks, ein unscheinbarer, doch schusssicherer Ladenangestellter, die junge Schullehrerin Amanda (Laurie Holden, die auch in "The Majestic" mitspielte), ein skeptischer Anwalt und die religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden perfekt unerträglich als bornierte Bibelzicke). Sie schreibt die Angriffe der prähistorisch wirkenden Monster (Rieseninsekten, Spinnen mit Säurespucke, Flugsaurier, gigantische Krabben) aus einer anderen Dimension dem Zorn Gottes zu. Zuerst wird sie verlacht, doch proportional zum steigenden Bodycount schlägt sich ein hysterischer Mob auf ihre Seite, der schließlich blutrünstig nach Opfern zur Besänftigung des Allmächtigen fordert. In Folge ergibt sich nach Eigenaussage des Regisseurs eines der deprimierendsten Finales der Filmgeschichte.
Wie in "Krieg der Welten" hängt eine beklemmend auswegslose Atmosphäre über dem Geschehen, wobei das Grauen zu gleichen Teilen aus der Bedrohung durch die eines H.P. Lovecraft würdigen Monster sowie die beängstigende Mobmentalität der Menschen erzeugt wird. Auch wenn Thomas Jane kein Tim Robbins oder Tom Hanks ist, so gibt er doch einen sympathischen Protagonisten ab, dem man durch die über zweistündige Todesterror- und Paranoia-Tour folgt. Dabei verzichtet die Mischung aus klassischem Creature-Feature und psychologischen Gesellschaftsporträt auf den übersteigerten Exzess des Torture-Porn-Genres und mutet gerade deswegen umso bewegender an. ara.