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Der neunte Tag

In den "Pfarrerblock" im KZ Dachau wurden Tausende Kleriker aus ganz Europa verschleppt, unter ihnen auch der luxemburgische Priester Jean Bernard, auf dessen Erinnerungen der Film basiert.


Der neunte Tag

Leihvideo

Erhältlich seit:
12.05.2005

Originaltitel: Der neunte Tag

Drama

Deutschland/Luxemburg 2004
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 12

Ulrich Matthes
August Diehl
Hilmar Thate

Regie: Volker Schlöndorff
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Volker Schlöndorff is back mit einem Drama über den Kampf von Moral, Macht und Zivilcourage.

Gegenspieler im Gedankenduell (Foto: Progress (Central)) Großansicht

Gegenspieler im Gedankenduell (Foto: Progress (Central))

Neun Tage, die Leben oder Tod bedeuten: Der luxemburgische Priester Henri Kremer (Ulrich Matthes) bekommt Urlaub vom KZ, um den Bischof von einer Kollaboration mit den deutschen Besatzungsmächten zu überzeugen. Bei einem Fluchtversuch werden jedoch seine Glaubensbrüder im KZ umgebracht. SS-Chef Gebhard (August Diehl), ein politisch durchtriebener Verführer, versucht, ihn wankelmütig zu machen.

Wenn es im Film um Holocaust, Nazis und Drittes Reich geht, geht es oft auch um das vorsichtige Austarieren zwischen Politik, Nazi-Gräuel und Gefühl - eine gefährliche Gratwanderung, die Volker Schlöndorff in seinem zutiefst aufwühlenden Drama glänzend meistert.

Eine Entscheidung auf Leben und Tod (Foto: Progress (Central)) Großansicht

Eine Entscheidung auf Leben und Tod (Foto: Progress (Central))

Gegen-Pole

Die glaubhaften Gegenspieler Ulrich Matthes und August Diehl ergänzen sich wie zwei Seiten einer Medaille, Gut und Böse, Täter und Opfer prallen aufeinander in brillant ausgefeilten Dialogen, die schon allein den Kinobesuch lohnen. Ein packender Film zum Thema Zivilcourage.

Der neunte Tag

Neun Tage, die einen Menschen in seinen Grundfesten erschüttern: Der luxemburgische Priester Henri Kremer bekommt Urlaub vom KZ. In diesem Zeitraum soll er seinen Bischof zur Kollaboration mit den Deutschen überzeugen. Sein Gegenspieler ist ein kultivierter SS-Mann. Das intensive Duell zwischen den großartigen Schauspielern Ulrich Matthes/August Diehl sowie die nicht nur psychologisch interessante Thematik sollten bei dem Zuschauerkreis auf Resonanz stoßen, der auch schon Polanskis "Der Pianist" zum Erfolg verhalf.

Wenn es im Film um Holocaust, Nazis und Drittes Reich geht, geht es oft auch um das vorsichtige Austarieren zwischen Politik, Nazi-Gräuel und Gefühl, eine gefährliche Gratwanderung. "Schindlers Liste" und "Der Pianist" stehen für eine publikumswirksame und niemals erzieherisch-belehrende Vermittlung dieses ernsten Themas. Das beherzigt auch Volker Schlöndorff in seinem zutiefst aufwühlenden Drama, basierend auf den unsentimentalen Tagebuchaufzeichnungen des Paters Jean Bernard im Sommer 1945, erschienen in Buchform als "Pfarrerblock 25487". Einen kleinen Raum nahm dort der KZ-Urlaub im Heimatland Luxemburg ein, unter der Drohung, bei Flucht seine Glaubensbrüder im KZ hinzurichten.

Diese kurze Zeitspanne verarbeiten Eberhard Görner und Andreas Pflüger unter Mitwirkung von Schlöndorff in die fiktionale und bis zur letzten Sekunde spannende Geschichte des Abbé Henri Kremer, der sich während des Urlaubs jeden Tag bei Gestapo-Chef Gebhardt melden muss. Zwischen den beiden Männern entwickelt sich ein Rede- und Gedankenduell - Gebhardt als Verführer mit in sich überzeugenden Argumenten und funkelndem Intellekt, Kremer als Mann des Glaubens, der eine tiefgreifende und persönliche Entscheidung treffen muss, der Verantwortung trägt, nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine Schwester und deren Familie sowie seine KZ-Mithäftlinge. Die glaubhaften Gegenspieler Ulrich Matthes und August Diehl ergänzen sich wie zwei Seiten ein- und derselben Medaille, Gut und Böse, Täter und Opfer prallen aufeinander in brillant ausgefeilten Dialogen, die schon allein den Kinobesuch lohnen.

Schlöndorff will ein Zeugnis abgeben, wie einst Autor Bernard mit seinen nüchternen und präzisen Beobachtungen. Eine immense Intensität erreicht er durch Großaufnahmen, die Kamera richtet sich erbarmungslos auf Gesichter oder Details im Lagerleben wie Löffel oder Schüsseln, Schuhe und Füße. Alles, was sich sonst der Vorstellung entzieht, wie auch die Gewissensqual eines Menschen, der heimlich aus einem rostigen Wasserhahn trinkt und unter Schuldgefühlen leidet, wird hautnah nachvollziehbar. Die diffizile Beziehung Kirche und Nationalsozialismus, Zivilcourage und individueller Widerstand, Überlebenswille und Fragen der Moral, das Phänomen des Glauben und die Judas-Problematik - das alles greift "Der neunte Tag" auf, in dessen Mittelpunkt die Integrität eines Menschen in einer Ausnahmesituation steht. Kinobetreiber sollten dem Publikum ausreichend Möglichkeit geben, dieses außergewöhnliche Werk zu entdecken. mk.

Darsteller:  Ulrich Matthes   als Abbé Henri Kremer
  August Diehl   als Untersturmführer Gebhardt
  Hilmar Thate   als Bischof Philipp
  Bibiana Beglau   als Marie Kremer
  Germain Wagner   als Roger Kremer
  Jean-Paul Raths   als Raymond Schmitt
  Ivan Jirik   als Armando Bausch
  Karel Hromadka   als Pater Laurant Koltz
  Miroslav Sichmann   als Pater Marcel Bour
  Adolf Filip   als Professor Klimek, Krakau
  Vladimir Fiser   als Bischof Kozal
  Peter Varga   als Jozef
  Petr Janis   als Pater Nansen
  Zdenek Pechácek   als Lagerführer
  Vaclav Kratky   als SS-Mann
  Marcel Svidrman   als Gestapomann
  Karel Dobrý   als Bertram
  Götz Burger   als Generalvikar Gerard Mersch
  Michael König   als Gauleiter Simon
  Vladimir Gut   als Kapo in Kleiderablage
 
Regie:  Volker Schlöndorff  
Buch:  Andreas Pflüger  
  Eberhard Görner  
Kamera:  Tomas Erhart  
Produzent:  Prof. Jürgen Haase  
 

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