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Der Prinz von Ägypten

Dreamworks erstes Zeichentrickfilm, der die biblische Geschichte von Moses erzählt.


Der Prinz von Ägypten

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Erhältlich seit:
09.11.2006

Originaltitel: Prince of Egypt

Zeichentrick

USA 1997-1998
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 6

Regie: Brenda Chapman, ...
Paramount Home Entertainment

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Der Prinz von Ägypten

Die Emanzipationsgeschichte des biblischen Helden Moses, der vom fremdbestimmten Zögling des Pharaos zum selbstsicheren Befreier des Volkes Israel reift: Als Neugeborener an den Gestaden des Nils ausgesetzt, um so den Häschern des Herodes zu entkommen, wird der kleine Moses von einer ägyptischen Prinzessin gefunden und großgezogen. Nach seiner Flucht in die Wüste und der Hochzeit mit der Nomadenschönheit Zippora erhält er schließlich den göttlichen Auftrag, die geknechteten Juden ins Gelobte Land zu führen.

Die erste Zeichentrick-Großproduktion von Steven Spielbergs Firma Dreamworks wendet sich primär an Erwachsene und löst diesen Anspruch auch ohne Abstriche ein. Dank sensationeller Zeichnungen, der überragenden Tricktechnik, der dramatischen Geschichte und vor allem der starken, vielschichtigen Charaktere kann sich dieser Animations-Geniestreich durchaus mit ähnlich gelagerten Werken Disneyscher Prägung messen. Mögen auch die oft unvermittelt angestimmten Songs europäische Ohren etwas befremden, gehören sie doch im musicalverliebten Amerika zum Zeichentrick wie das Amen zum Gebet.

Der Prinz von Ägypten

Dreamworks' Zeichentrickadler ist gelandet: Mit atemberaubenden Bildern, die jedem Monumentalfilm zur Ehre gereichen würden, der perfekten Verschmelzung traditioneller Folienanimation mit in dieser Form noch nie gesehenen Computereffekten und dem biblischen Evergreen von Moses und dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten als Leitgeschichte erweist sich "Der Prinz von Ägypten" als bestens gerüstet, um als erster Nicht-Disney-Animationsfilm in bislang einzig dem Genre-Pionier vorbehaltene Boxoffice-Sphären vorzustoßen. Daß allerdings ausgerechnet die Figuren des biblischen Epos aller technischen Brillanz und immer wieder sensationellen Sequenzen zum Trotz blaß bleiben, verblüfft angesichts Jeffrey Katzenbergs vergangener Disney-Großtaten, in denen Emotion stets über Technologie triumphierte.

Ein siebenminütiges, "Der König der Löwen" nachempfundenes Intro, untermalt von dem dem Song "Deliver Us", läßt zunächst keinerlei Zweifel daran, daß das Ergebnis zweijähriger Mühen mit der Ambition Katzenbergs mithalten kann: Vor dem imposanten und wahrlich atemberaubend in einer Mischung aus "Die zehn Gebote" und Leni Riefenstahl umgesetzten Hintergrund des Pyramidenbaus thematisieren die Zeichner den Verzweiflungsakt von Moses' Mutter, die ihren Sohn aus Angst vor den Mördern des Pharaohs im Bastkörbchen im Nil aussetzt. Zahlreichen Gefahren muß der Säugling in einer symbolischen Vorwegnahme späterer Abenteuer ausweichen, bevor er am Palast des Pharaohs angeschwemmt und von dessen Frau aufgenommen wird.

Jahre später setzt dort auch die eigentliche Geschichte ein, eingeleitet von einem furiosen Wagenrennen zwischen dem arglosen Moses und Ramses, dem designierten Herrscher über das Reich Ägypten, nachdem sein Vater abgedankt hat. Schnell wird das Dilemma des Films deutlich: Wie gestaltet man eine Geschichte interessant und neu, die buchstäblich der gesamten Welt bereits bekannt ist? Weil nicht das Was, sondern das Wie die Erzählung dominiert, muß "Der Prinz von Ägypten" hart darum kämpfen, vom Overkill der Bilder nicht erdrückt zu werden. Size does matter - auch auf die wohlbekannten Szenen des Alten Testaments trifft die Hollywood-Formel des Filmjahres 1998 zu: Unvergeßliche, bombastische Bilder, entstanden in einer wegweisenden Kombination aus traditioneller Folienanimation und CGI, fand man für den brennenden Busch, die sieben Plagen und vor allem die abschließende Sequenz von der Teilung des Roten Meeres, die vermutlich Filmgeschichte schreibt. Zwangsweise wird man von der schier überwältigenden Größe dieser Szenen mehr angesprochen als von dem moralischen Dilemma Moses', seiner Vergangenheit den Rücken kehren zu müssen, um sein Volk aus der Sklaverei zu führen. Nur selten gelingt es den Zeichnern, die Bilder von ihrer Unmittelbarkeit zu lösen und mittels ihrer expressiven Kraft die inneren Kämpfe der Protagonisten sichtbar zu machen. Gerade deshalb sind auch eine sensationelle Alptraumsequenz, in der Moses in der Projektion auf ägyptische Wandmalereien seiner Herkunft gewahr wird, oder der erschütternde Moment, in dem Ramses von seinem hingerafften Sohn Abschied nimmt, die stärksten Momente des Filmes, dem natürlich auch Lob gebührt, daß er ausgefahrene Animationswege gar nicht erst beschreiten will: So erwachsen wie die majestätischen Zeichnungen selbst ist auch die Thematik selbst, die nicht - wie gewohnt - Zuflucht in publikumsträchtigem Humor sucht. Daß "Der Prinz von Ägypten" trotz seiner Schwächen letztlich doch ein Triumph ist, liegt nicht nur an der Weltklasseleistung der Animationsabteilung, sondern auch an den Spitzenleistungen der Sprecher (im Original): Val Kilmer als Moses, Ralph Fiennes als Ramses und Michelle Pfeiffer als Tzipporah vollbringen (auch als Sänger) Beachtliches und erfüllen ihre Figuren mit jener Komplexität, die die effektbedachte Erzählung ihnen verweigert. Daß dieser 70 Mio. Dollar schwere Meilenstein des Genres, der die (technische) Latte für alle kommenden Projekte sehr hoch legt, auch kommerziell ein Wörtchen mitreden wird, wenn er kurz vor Weihnachten weltweit parallel in die Kinos kommt, sollte nicht zuletzt die Marketingkampagne, in deren Mittelpunkt vor allem das erste Duett der Diven Mariah Carey und Whitney Houston und gleich drei Soundtrack-CDs stehen, sicherstellen. ts.

Sprecher:  Val Kilmer   als Moses
  Ralph Fiennes   als Rameses
  Michelle Pfeiffer   als Tzipporah
  Sandra Bullock   als Miriam
  Jeff Goldblum   als Aaron
  Danny Glover   als Jethro
  Sir Patrick Stewart   als Pharao Seti
  Helen Mirren   als Königin
  Steve Martin   als Hotep
  Martin Short   als Huy
 
Regie:  Brenda Chapman  
  Steve Hickner  
  Simon Wells  
Buch:  Philip LaZebnik  
Musik:  Hans Zimmer  
  Stephen Schwartz  
Produzent:  Penney Finkelman Cox  
  Sandra Rabins  
 

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