
Der rosarote Panther kehrt zurück - zum inzwischen achten Mal. Diesmal schlüpft Steve Martin im Prequel zu Blake Edwards' unsterblicher Komödienserie in die Rolle des trotteligen Inspektor Clouseau und geht, unterstützt von Jean Reno, gewohnt verquer, inkompetent und erfolgreich auf Mörderjagd.
Der Aufschrei der Puristen, der Edwards- und Peter-Sellers-Fans ist förmlich hörbar: Wie kann man nur... und dann auch noch mit so einem Zappelphilipp wie Steve Martin als Clouseau. War es denn nicht schon schlimm genug, als Roberto Benigni den "Sohn des rosaroten Panther" gab... (Es war!) Und dieser Shawn Levy, verantwortlich für (Teen-)Klamotten wie "Voll verheiratet" oder "Im Dutzend billiger"... berechtigte Einwände. Doch weder dem Regisseur noch seinem Drehbuchautoren und Hauptdarsteller Steve Martin stand der Sinn nach einer Kopie von Blake Edwards' spritzig-eleganten Verwechslungs-, Verkleidungs- und Verfolgungsspäßen. Vielmehr angesagt: mimikfreie, dafür körperbetonte Anarcho-Comedy in typischer - und vor allem Kassen-bewährter - Martin-Manier. Oder, wie Levy es ausdrückt, eine "Reinterpretation des Stoffes fürs 21. Jahrhundert".
Dabei evoziert der gekonnte, wunderbar altmodisch gehaltene Zeichentrickvorspann mit Henry Mancinis unsterblichem Musikthema sogleich wohlige Erinnerungen. Und auch der titelgebende Riesendiamant, Leitfaden der Serie, ist noch vorhanden. Zumindest kurz. Bis er vom Finger eines prominenten Fußballtrainers verschwindet, der in ausverkauftem Stadion von einem heimtückischen Heckenschützen niedergestreckt wird. Was Inspektor Clouseau auf den Plan ruft, von seinem ehrgeizigen Chef Dreyfus (Kevin Kline auf "Ein Fisch namens Wanda"-Spuren) mit bösen Hintergedanken für den Fall abgestellt...
Eine Verwicklungsnummer im Vorhang, ein entfesselter Rollstuhl(-Opa), eine Fahrrad-Massenkarambolage... klassische, wohl getimte Slapsticknummern eröffnen diese versierte Gagparade und geben gleich den Ton vor: Martin spielt, wie gewohnt, den reinen Toren, Jean Reno, als ideal besetzter Buddy, dessen stoischen, schlagsichereren Gegenpart und Emily Mortimer ("Match Point"), ausgestattet mit Nana-Mouskouri-Brille, die herzensgute, ewig hilfsbereite Sekretärin. Stete Bewegung übertüncht manche Drehbuch- oder Dialogschwäche, witzige optische Einfälle bzw. schöne Optik lenken von Beyoncé Knowles' - sie gibt Xania, eine Hauptverdächtige - mangelndem darstellerischen Talent ab. Von der französischen Provinz über Paris in den Big Apple führt die atemlose Mörderhatz. Wo Clouseau war, herrscht in der Folge - bis zu guter Letzt - Chaos. Wahrscheinlich auch im Kinosaal. geh.