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Der scharlachrote Buchstabe

Mittlerweile fünfte Adaption von Nathaniel Hawthornes Roman, die sich sehr frei an das Original hält und sogar mit einem Happy End aufwartet.


Der scharlachrote Buchstabe

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Erhältlich seit:
02.11.2006

Originaltitel: The Scarlet Letter

Drama

USA 1995
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 12

Demi Moore
Gary Oldman
Robert Duvall

Regie: Roland Joffé
Highlight Communications (Deutschland)

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Der scharlachrote Buchstabe

Neuengland, 1666. Die schöne Hester Prynne ist den puritanischen Dorfbewohnern ein Dorn im Auge. Stets gut gekleidet wohnt Hester, deren Ehemann Roger ihr später in die neue Heimat folgen will, allein in einem großen Haus am Meer. Bei einer zufälligen Begegnung im Wald verliebt sie sich in den örtlichen Pfarrer. Eine leidenschaftliche Affäre entbrennt zwischen den beiden, als Hester erfährt, daß ihr Mann bei einem Schiffsunglück ertrunken sein soll. Doch Roger ist nicht tot...

Mit großem Aufwand und Superstar Demi Moore in der Hauptrolle hat Oscar-Preisträger Roland Joffé ("The Killing Fields") Nathaniel Hawthornes gleichnamigen Romanklassiker aus dem Jahre 1850 in Szene gesetzt. Perfekt ausgestattet und mit imposanten Bildern plädiert diese "Romeo und Julia"-Variation für die Macht grenzenloser Leidenschaft, die sich über alle gesellschaftlichen Konventionen hinwegzusetzen vermag. Eine stilsichere Literaturadaption mit besten Chancen beim Publikum.

Der scharlachrote Buchstabe

Subtilität ist eine Eigenschaft, die man Roland Joffe nicht vorwerfen kann. In der vierten Verfilmung der klassischen tragischen Liebesgeschichte "Der scharlachrote Buchstabe" von 1850 setzt er, dem König des modernen Kolossal-Schinkens, Richard Attenborough, durchaus ebenbürtig, ganz auf große Gesten und jene aufwendige Inszenierung, mit der er schon "Mission" und "City of Joy" wuchtig auf die Leinwand schmetterte. Die Vorlage von Nathaniel Hawthorne bleibt in dem orgiastischen Cocktail aus lodernden Leidenschaften, zum Scheitern verdammter Emotionen und verbotener Eingeborenenrituale weitgehend auf der Strecke.

Im Amerika des 17. Jahrhunderts verbringt die selbstbewußte Hester Prynne nach der Nachricht vom vermeintlichen Tode ihres Mannes eine heiße Liebesnacht mit dem ansässigen Pfarrer Dimmesdale. Das Ergebnis ist ein uneheliches Kind und der Zorn der puritanischen Gesellschaft, als Hester den Namen des Vaters nicht preisgeben will. Sie wird geächtet und muß fortan ein rotes A (für "Adultery" - Ehebruch) auf ihrer Brust tragen. Bei dem Versuch, der Geschichte aktuelle Relevanz zu verleihen, ging man so weit, den tragischen Ausgang der unseligen Allianz der beiden Liebenden in ein Happy End zu verwandeln. Nicht von ungefähr wird schon in den Credits darauf verwiesen, daß es sich um eine "freie Adaptation" handelt.

Wenn man die fragwürdigen Eingriffe in die dramatische Struktur und den Pomp von Joffes humorloser Inszenierung akzeptiert, dann entpuppt sich "Der scharlachrote Buchstabe" als aufwühlende Love Story im Abenteuerfilm-Gewand, die auf große Emotionen und die entsprechende Breitenwirkung abzielt. Eine legitime Intention. Mit einer Flut bombastischer Bilder und Demi Moore und Gary Oldman als sich verzehrendes Traumpaar wirft sich Roland Joffe ins Zeug, als handelte es sich um "Romeo und Julia bei den Pilgervätern".

Tatsächlich ist "Der scharlachrote Buchstabe" dann am besten, wenn er sich zum Groschenroman und Kitsch bekennt und künstlerische Ambition hintanstellt. So kommt der Zuschauer in den Genuß der sinnlichsten Hester Prynne aller Zeiten: Ihre Liebesszene mit dem von Gary Oldman mit ungewohnter Zurückhaltung dargestellten Dimmesdale, die Joffe mit Bildern der badenden Mulattensklavin Hesters und einem scharlachroten Fink gegenschneidet, ist unvergeßlich. Obwohl voyeuristische Momente ausgekostet werden, ist auch das Bemühen um politische Korrektheit à la 1995 deutlich zu spüren. In der Gestalt von Demi Moore ist Hester nicht mehr nur eine Märtyrerin, sondern eine selbstbewußte, gebildete und emanzipierte Frau, die sich aus Überzeugung gegen das Korsett gesellschaftlicher Restriktionen stemmt. Letztlich werden ihr nicht die guten Bürger von Massachusetts gefährlich, sondern ihr aus Indianergefangenschaft zurückgekehrter Mann, der sich inkognito als Arzt unter die Gemeinde mischt und Intrigen gegen das ungetreue Weib spinnt. Robert Duvall spielt diesen Psychopathen mit einer diabolischen Süffisanz, die selbst Hannibal Lecter Anerkennung abringen würde. So steuert Joffe auf ein einer 50-Mio.-Dollar-Produktion würdiges Finale zu, daß "Der letzte Mohikaner" entlehnt zu sein scheint. Wenn Hester und Dimmesdale schließlich gemeinsam gen Sonnenuntergang kutschieren, ist man geneigt, den steinigen, mit Widersprüchen gepflasterten Weg ins Glück der beiden zu verzeihen. Immerhin bietet "Der scharlachrote Buchstabe" eskapistische Mainstream-Unterhaltung höchster Ordnung. ts.

Der scharlachrote Buchstabe

Im Jahre 1666 reist die Engländerin Hester (Demi Moore) allein nach Amerika, um dort für sich
und ihren Mann eine Existenz aufzubauen. Ausgerechnet im puritanischen Massachusetts verliebt
sie sich in einen Pastor. Aus der leidenschaftlichen Beziehung geht sogar ein Kind hervor. Doch
plötzlich steht Hesters einst totgeglaubter Ehemann vor der Tür und sinnt auf Rache.

Quelle: Highlight

Darsteller:  Demi Moore  
  Gary Oldman  
  Robert Duvall  
  Robert Prosky  
  Edward Hardwicke  
  Joan Plowright  
  Roy Dotrice  
  Dana Ivey  
  George Aguilar  
  Sheldon Peters Wolfchild  
  Lisa Jolliff-Andoh  
  Diane Salinger  
  Malcolm Storry  
  Amy Wright  
  Tim Woodward  
 
Regie:  Roland Joffé  
Buch:  Douglas Day Stewart  
Musik:  John Barry  
Kamera:  Alex Thomson  
Produzent:  Roland Joffé  
  Andrew G. Vajna  
 

Der scharlachrote Buchstabe in der Fotoshow

 

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