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Der Schatzplanet

Zeichentrickfilm aus dem Hause Disney, in dem Stevensons "Die Schatzinsel" als großes Science-Fiction-Abenteuer erzählt wird.


Der Schatzplanet

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Erhältlich seit:
03.07.2003

Originaltitel: Treasure Planet

Zeichentrick

USA 2002
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 6

Regie: Ron Clements, ...
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Das hätte sich Robert Louis Stevenson nicht träumen lassen: Seine "Schatzinsel" dringt als überwältigendes Science-Fiction-Abenteuer in Welten vor, die noch nie ein Trickfilm zuvor gesehen hat.

Showdown mit Supernova: Flucht vom Schatzplanet

Showdown mit Supernova: Flucht vom Schatzplanet

Wer mal eben in Robert Louis Stevensons Evergreen "Die Schatzinsel" schmökert, kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Klassiker der Jugendliteratur bereits mehr als 100 Jahre auf dem Buckel hat. Als habe Stevenson erst gestern die Geschichte beendet, erscheinen die Figuren des ultimativen Piratenromans zum Greifen nahe, entführt der Roman an aufregende Orte und in geheimnisvolle Gegenden.

Eine schönere und spannendere Grundlage als die Geschichte des Jungen Jim Hawkins, der in den Besitz einer Schatzkarte kommt und danach ein unglaubliches Abenteuer nach dem anderen erlebt, lässt sich für einen fulminanten Actionkracher kaum vorstellen. Aber Disneys Topregisseuren John Musker und Ron Clements ("Aladdin", "Arielle, die Meerjungfrau") waren selbst Piraten, Schätze, Duelle, Meutereien, einsame Inseln, gemeine Intrigen und Verrat am besten Freund noch nicht genug.

Jim vertraut Long John Silver

Jim vertraut Long John Silver

Für ihren bislang umwerfendsten Zeichentrickfilm verlegten sie das unwiderstehliche Szenario in ein vor Fantasie und Überraschungen nur so strotzendes Paralleluniversum und erfanden die ewig junge Saga als Science-Fiction-Adventure noch einmal neu. "Der Schatzplanet" ist ein Filmerlebnis geworden, das zwar all die bekannten und beliebten Story-Elemente der Vorlage übernimmt, aber gleichzeitig in einen völlig neuen Zusammenhang setzt, der jedem Filmfan die Augen übergehen lassen wird:

Jim wohnt nicht mehr an der schottischen Küste, sondern auf einem öden Planeten; er ist kein braver Bub mehr, sondern ein aufmüpfiger James-Dean-Typ, dem der Schalk im Nacken sitzt; Long John Silver ist nicht nur ein einbeiniger Pirat, sondern auch ein Cyborg mit ungeahnten Fähigkeiten; ihr Segelschiff sticht nicht in See, sondern schwirrt durch Welten, die bislang bestenfalls dem Raumschiff Enterprise bekannt waren; und ihr Ziel ist keine fade Insel, sondern ein raffiniert versteckter Planet am Rande des Sonnensystems.

Eine dreidimensionale Karte weist den Weg zum Schatz

Eine dreidimensionale Karte weist den Weg zum Schatz

All das wurde brillant als geniale Fusion aus klassischem Zeichentrick und modernster CGI-Technik umgesetzt, die Vergleiche weniger mit anderen Disney-Werken, vielmehr mit schweren Fantasy-Kalibern à la "Krieg der Sterne" herausfordert - und mühelos standhält. Denn dieser Animationsfilm aus einer anderen Galaxie liefert nicht nur immer wieder verblüffende Action und dauernde Aufregung, sondern auch eine Geschichte, die einem nahegeht: über einen Jungen, der erkennen muss, dass sein einziger Freund sein ärgster Feind ist. Beim nächstjährigen Animations-Oscar wird "Der Schatzplanet" ein entscheidendes Wörtchen mitreden. Garantiert!

Der Schatzplanet

Disney darf ihn wieder weiterträumen, den Traum, mit klassischen Zeichentrickfilmen nicht mehr nur das angestammte Kids- und Familienpublikum, sondern auch die Zielgruppe der Jugendlichen zu erreichen. Nachdem "Atlantis" als ausgewiesenes Fantasy-Abenteuer in erster Linie an konzeptionellen Schwächen scheiterte, sollte "Der Schatzplanet" das Maus-Haus nun an Orte tragen, die noch kein Animationsfilm betreten hat: Ausgestattet mit der ewig jungen, originell ins Weltall verlegten Geschichte von Robert Louis Stevensons "Die Schatzinsel" und hinreißender technischer Umsetzung (Folienanimation perfekt verschmolzen mit CGI) fasziniert die Reise eines aufsässigen Jugendlichen ans Ende der Galaxis als in allen Belangen verbesserte Variante von "Titan A.E.".

Mit "Die Schatzinsel" wurde 1883 einer der bis heute meistgelesenen und aufregendsten Jugendbuch-Abenteuerromane der Literaturgeschichte veröffentlicht. Er erzählt die Erlebnisse des Jungen Jack Hawkins, der eine Schatzkarte findet und der Mannschaft angehören darf, die nach der einsamen Insel fahndet, wo sich die Reichtümer des legendären Käpt'n Flynn befinden sollen. Das Grundgerüst der Handlung ist in der Disney-Bearbeitung gleich geblieben, ebenso wie die zwei wichtigsten Figuren: der Waise Jack Hawkins (gesprochen von Robert Stadlober) und der bärbeißige und einbeinige Smutje Long John Silver, der in Wahrheit einer Piratenmeuterei vorsteht und damit auch Jack verrät, mit dem er sich angefreundet hat. Des weiteren hat man sich die nötigen Freiheiten erlaubt, sowohl was die Figuren als auch die Kulisse anbetrifft. Vor allem letztere ist beeindruckend. Wie Ron Musker und John Clement ("Aladdin", "Hercules"), die stets wagemutigsten unter Disneys Animationsfilmemachern, in den Weiten des "Schatzplanet"-Universums innovative Ideen im Sekundentakt vom Stapel rollen lassen und doch nie die Zügel der Erzählung schleifen lassen, nötigt Respekt ab: Allein John Silver als Cyborg mit Vielzweckarmprothese neu zu erfinden, hat Pfiff, ist aber nur das Tüpfelchen auf dem I in einem Film, der vor verblüffenden Bildern nur so strotzt und dem Zuschauer trotz des halsbrecherischen Tempos immer noch genug Zeit zum Wundern und Staunen zu lassen. Ob nun Jacks trister Heimatplanet, eine gewaltige Raumstation, das Raumschiff, das wie eine alte Galleone aussieht, die zahllosen Wesen oder die Überraschungen im All (Bedrohung durch ein schwarzes Loch) und auf dem Schatzplaneten - ein Maximum an Information und Bonbons fürs Auge wurden in den Film gestopft, der sich mehr als nur einmal auch vor der "Star Wars"-Saga verneigt (Jack Hawkins ist als rebellischer Teen mit pubertärem Tatendrang Anakin Skywalker nachempfunden, der von Martin Short extrem tuckig gesprochene Roboter B.E.N. erinnert an C3PO). Natürlich muss man kurz auch an "Titan A.E.", Fox' mittlerweile legendäre Zeichentrickbauchlandung, denken, vor allem bei einem nicht allzu aufregenden Song der Goo Goo Dolls, der für Abwechslung zwischendurch sorgen soll, aber viel zu glatt ist für einen Film, der sich einen weiblichen Schiffskapitän mit Dominatrixstiefeln (im Original von Emma Thompson gesprochen) und eine sehr schräge Vater-Sohn-Beziehung zwischen Jungen und Cyborg gönnt, also längst nicht nur stromlinienförmig durchs All und ohne Widerstände ins Boxoffice-Nirvana gleitet. Aber genauso wie neueste CGI-Technik die Golddublonen, die am Ende der aufregenden Reise warten, strahlend glänzen lässt, ist auch der gesamte Film ein strahlendes Schmuckstück: aufregend anzusehen, packend mitzuerleben und ausgestattet mit dem typischen Disney-Knowhow, wie man Geschichten mit optimaler Wirkung erzählt. Macht sich im Jahresresumé neben "Lilo und Stitch" jedenfalls blendend. ts.

Sprecher:  Roscoe Lee Browne   als Mr. Arrow
  Corey Burton   als Onus
  Dane A. Davis   als Morph
  Joseph Gordon-Levitt   als Jim Hawkins
  Tony Jay   als Narrator
  Austin Majors   als Young Jim
  Patrick McGoohan   als Billy Bones
  Laurie Metcalf   als Sarah
  Brian Murray   als John Silver
  David Hyde Pierce   als Dr. Doppler
 
Regie:  Ron Clements  
  John Musker  
Buch:  Rob Edwards  
  Ron Clements  
  John Musker  
Musik:  James Newton Howard  
Produzent:  Roy Conli  
  John Musker  
  Ron Clements  
 

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