DVD Kaufvideo

Der Schneider von Panama

Smartes Erzählkino nach John Le Carrés Bestseller über einen Edelschneider, der sich als Spion versucht.


Der Schneider von Panama

Kaufvideo

Erhältlich seit:
06.11.2001

Originaltitel: The Tailor of Panama

Thriller

Irland/Großbritannien 2000
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 12

Pierce Brosnan
Geoffrey Rush
Jamie Lee Curtis

Regie: John Boorman
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Der Schneider von Panama

Der als Unruhestifter verpönte britische Spion Andrew Osnard wird ins ferne Panama strafversetzt. Doch auch dort kann er seine fiesen Intrigenspiele nicht lassen. Sein Opfer: Harry Pendel, der Edelschneider des Präsidenten von Panama, der die Wahlheimat kennt wie seine Westentasche. Pendels Kontakte, dessen Geldnot und blühende Phantasie - er macht Osnard glauben, eine Revolution stünde bevor, was dieser sofort an die entsprechenden Stellen weiterleitet - treiben ihn und seine Familie schließlich fast in den Untergang.

Knisternde Spannung ohne aufwändige Actionsequenzen und einen verzwickten Krimi-Plot, der auch ohne Waffenarsenal unterhält - das bietet das neue Werk von John Boorman. Der Schöpfer von Filmen wie "Beim Sterben ist jeder der erste" oder "Excalibur" hat diesmal eine Vorlage des britischen Bestseller-Autors John Le Carré in einen Mix aus Spionage-Thriller und bitterböser Satire verwandelt. Darstellerischen Meisterleistungen von Geoffrey Rush und Pierce Brosnan runden dieses exquisite Filmjuwel für cineastische Feinschmecker ab.

Der Schneider von Panama

"Die Libelle" brummte etwas disharmonisch, trotzdem hatte John Le Carré bisher Glück mit den Adaptionen seiner intelligenten Agentenromane. Nach "Der Spion, der aus der Kälte kam", "Anruf für einen Toten" und "Das Russland Haus" reiht sich auch diese Verfilmung von Le Carrés 1996 veröffentlichten Bestseller in die Erfolgsserie ein. Vor der exotischen Kulisse von Panama City entfaltet sich die satirisch gezeichnete, aber an einer Tragödie vorbeischrammende Geschichte eines Schneiders, dessen blühende Fantasie fast zu einer US-Invasion Panamas führt. Gelungenes, blendend besetztes Erzählkino alter Schule, das sich ohne Verbeugung vor dem Massengeschmack an ein etwas anspruchsvolleres Publikum richtet.

Mit Oscarpreisträger Philippe Rousselot an der Kamera bringt Regisseur John Boorman von Beginn an visuelle Eleganz in den Film, hinter dessen Credits er die handwerkliche Virtuosität der Titelfigur dynamisch einführt. Diese Demonstration von Perfektion ist Kontrast zur menschlichen Unvollkommenheit des gutmütigen Harry Pendel (Geoffrey Rush, nach "Quills" erneut meisterlich), der sein ganzes Leben auf Lügen aufgebaut hat. Dass Harry eine Gefängnisstrafe abgebüßt hat, weiß nicht einmal seine Frau (Jamie Lee Curtis). Dass seine Gedanken gerne in Fantasien abdriften und er ein riesiges Reservoir an Geschichten hat, weiß in Panama jeder. Weil der Edelschneider als Umschlagbörse für Informationen gilt und wie seiner Frau über beste Kontakte in die Gesellschaftsspitzen verfügt, sucht ihn der aalglatte, skrupellose britische Spion Osnard (Pierce Brosnan im Imagewandel) auf. Die finanzielle und biographische Misere des Schneiders ausnutzend, zwingt er Harry, Informationen zu sammeln, wer sich für die Nutzungsrechte am Kanal, die 1999 an Panama fallen, interessiert, oder, ob sogar ein zweiter Kanal von einer asiatischen Wirtschaftsmacht gebaut werden soll. Weil aber die Realität in Panama weit weniger aufregend ist als die Verschwörungsfantasien britischer und amerikanischer Geheimdienste, erfindet Pendel packende Geschichten von dubiosen Deals und einer geheimen Oppositionsbewegung, der die Zukunft Panamas gehört. Zwei Drittel des Films verwendet Boorman (zuletzt "Der General") für Milieubeschreibung in Panama und im diplomatischen Dienst sowie für lebendige Charakterporträts, die nicht nur die Haupt-, sondern auch Nebenfiguren wie Rushs beste Freunde (darunter Brendan Gleesons bravouröser Part als gescheiterte Existenz) einschließen. "Casablanca ohne Helden" lässt Le Carré Rush die Atmosphäre in Panama City beschreiben, die Boorman lange Zeit mit einem satirischen, entspannten Ton beobachtet, bis im letzten Drittel aus Spaß Ernst wird, das Tempo anzieht und der Riesenschwindel des "Brandstifters" Osnard (Anagramm für "arson"- Brandstiftung?) fast in einen US-Militärpräventivschlag mündet. Im Unterschied zur Vorlage ist das Ende des Films aber versöhnlicher und lässt den Schneider nicht isoliert und desillusioniert, sondern als Familienvater zurück, dem vergeben wurde. kob.

Darsteller:  Pierce Brosnan   als Andy Osnard
  Geoffrey Rush   als Harry Pendel
  Jamie Lee Curtis   als Louisa Pendel
  Leonor Varela   als Marta
  Brendan Gleeson   als Mickie Abraxas
  Harold Pinter   als Onkel Benny
  Catherine McCormack   als Francesca
  David Hayman   als Luxmore
  John Fortune   als Matlyby
  Daniel Radcliffe   als Mark Pendel
  Lola Boorman   als Sara Pendel
  Luis Agoti   als Ernesto Delgado
  Martin Ferrero   als Teddy
  Dylan Baker  
 
Regie:  John Boorman  
Buch:  John Le Carré  
  John Boorman  
  Andrew Davies  
Kamera:  Philippe Rousselot  
Produzent:  John Boorman  
 

Der Schneider von Panama in der Fotoshow

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Pierce Brosnan

Als fünfter James Bond in der langlebigsten Serie der Filmgeschichte brachte Pierce Brosnan mit "GoldenEye", "Der Morgen stirbt nie", "Die...

 

Star

Geoffrey Rush

Kostümrollen und exzentrisch-exaltierte Charaktere, komische und liebenswert verrückte Gestalten wie aus den Dramen William Shakespeares sind...