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Der schönste Tag in meinem Leben

Ein warmherzig-ironischer, preisgekrönter Familienreigen aus Italien, nicht ohne ernsten Unterton aus den Augen des Nesthäkchens betrachtet.


Der schönste Tag in meinem Leben

Leihvideo

Erhältlich seit:
30.03.2006

Originaltitel: Il più bel giorno della mia vita

Drama

Italien 2002
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 6

Virna Lisi
Margherita Buy
Sandra Ceccarelli

Regie: Cristina Comencini
PRO-FUN MEDIA

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Ein warmherzig-ironischer, preisgekrönter Familienreigen aus Italien, nicht ohne ernsten Unterton aus den Augen des Nesthäkchens betrachtet.

Oma Irene im Kreise ihrer Lieben (Foto: Movienet) Großansicht

Oma Irene im Kreise ihrer Lieben (Foto: Movienet)

Großmutter Irene (Virna Lisi), ihre zwei Töchter Rita (Sandra Ceccarelli) und Sara (Margherita Buy) sowie deren Sohn Claudio (Luigi Lo Cascio) stehen im Mittelpunkt einer auf den ersten Blick ganz normalen italienischen Familie.

Während Sara jedoch mit der ständigen Sorge um die sexuelle Orientierung ihres Sohnes und dem Problem lebt, Männern nicht vertrauen zu können, ist Rita dabei, ihre Ehe zu beenden, nachdem sie sich in einen Tierarzt verliebt hat. Und Claudio? Der ist tatsächlich schwul, traut sich jedoch nicht, seiner Familie diese Neuigkeit beizubringen.

Claudio weiß nicht recht, wie er sich outen soll (Foto: Movienet) Großansicht

Claudio weiß nicht recht, wie er sich outen soll (Foto: Movienet)

Liebe und Verlangen

Cristina Comencinis in ihrer Heimat Italien vielfach ausgezeichnetes kleines Meisterwerk ist ein warmherzig-ironischer Familienreigen, der sich vor allem mit der Unvereinbarkeit von körperlichem Verlangen und Liebe auseinandersetzt.

Mit wunderbaren Schauspielern, allen voran Virna Lisa in der Rolle der strengen Matriarchin, ist "Der schönste Tag in meinem Leben" ein wunderbar poetischer Film über Familienbande, die nach und nach von aufkommenden Emotionen und Unmöglichkeiten in Unordnung geraten.

Der schönste Tag in meinem Leben

Neun Jahre nach der Literaturadaption "Geh, wohin dein Herz dich trägt" hat es erneut ein Werk der italienischen Drehbuchautorin und Regisseurin Cristina Comencini zu einem deutschen Kinostart gebracht. Wie schon in ihrer Roman-Verfilmung zeichnet die Tochter des renommierten Filmemachers Luigi Comencini in "Der schönste Tag in meinem Leben" das berührende Porträt dreier Generationen. Das Drama einer Familie, die kurz vor der Zerrüttung steht, glänzt mit intensiven Darsteller-Leistungen und diversen Auszeichnungen auf internationalen Festivals.

Beim titelgebenden schönsten Tag des Lebens handelt es sich nicht etwa um die Hochzeit einer Protagonistin, sondern um die Erstkommunion der kleinen Chiara, aus deren Sicht der Film erzählt wird: Chiara führt mit ihrer Schwester, Mutter Rita (Sandra Ceccarelli) und Vater Carlo (Marco Baliani) ein unbeschwertes Leben in einer typisch italienischen, erzkatholischen Familie. Doch die Idylle trügt, unterhält doch Rita seit geraumer Zeit ein Verhältnis mit dem attraktiven Arzt Davide (Jean-Hugues Anglade). Auch bei Ritas älterer Schwester Sara (Margarita Buy) läuft längst nicht alles rund. Sie vegetiert in selbstgewählter Isolation vor sich hin - in ständiger Angst, ihrem Teenager-Sohn Marco könne etwas zustoßen. Einzig der jüngere Bruder Claudio (Luigi Lo Cascio) scheint es geschafft zu haben. Er ist in die Fußstapfen des verstorbenen Vaters getreten und Anwalt geworden. Über allen thront Mutter und Oma Irene (Virni Lisi), das unumstrittene Oberhaupt des Clans. Ihre Meinung gilt, Widerspruch ist zwecklos. Die Zusammenkünfte in ihrem Haus sind für Irene die Höhepunkte des Jahres, und so soll auch die bevorstehende Erstkommunion ihrer Enkelin zu einem harmonischen Fest werden. Doch einige Mitglieder sind nicht mehr bereit, die perfekte Familie vorzugaukeln. Als Rita von Scheidung spricht, Claudio sich als Schwuler outet und auch Marco seine homosexuelle Neigung gesteht, bricht für Irene eine Welt zusammen

Ähnlich wie Jodie Foster in ihrer Regiearbeit "Familienfest - und andere Schwierigkeiten", in der sich am Thanksgiving-Tag eine Sippe gehörig in die Haare gerät, nimmt auch Comencini eine Feier zum Anlass, über Liebe und Treue, Leidenschaft und Reue, Verständnis und Ablehnung zu räsonieren und unterschiedliche Anschauungen aufeinander prallen zu lassen. Dabei überzeugen gerade die weiblichen Hauptdarstellerinnen, allen voran Italiens Grande Dame Virni Lisi, mit emotionalen Höchstleistungen. Dennoch hat das Generationen-Porträt gerade aus heutiger Sicht wenig Neues und schon gar nichts Skandalöses mehr zu bieten, während ein wenig mehr Humor diesem manchmal etwas zu bedeutungsschwangeren Drama gut getan hätte. Dass die Handlung langsam voranschreitet, was nicht heutigen Sehgewohnheiten entspricht, ist der Thematik angepasst. So bleibt "Der schönste Tag in meinem Leben" ein sorgfältiger und liebevoller Blick auf eine moderne Großfamilie, den Anhänger des italienischen Kinos sicherlich genussvoll nachvollziehen können. lasso.

Darsteller:  Virna Lisi   als Irene
  Margherita Buy   als Sara
  Sandra Ceccarelli   als Rita
  Luigi Lo Cascio   als Claudio
  Marco Baliani   als Carlo
  Marco Quaglia   als Luca
  Jean-Hugues Anglade   als Davide
  Ricky Tognazzi   als Sandro Berardi
  Francesco Scianna   als Marco
  Francesca Perini   als Silvia
  Maria Luisa De Crescenzo   als Chiara
  Andrea Sama   als Cammello
  Giulio Squillacciotti   als Che
  Gaia Conforzi   als Cecilia
 
Regie:  Cristina Comencini  
Buch:  Cristina Comencini  
  Lucilla Schiaffino  
  Giulia Calenda  
Musik:  Franco Piersanti  
Kamera:  Fabio Cianchetti  
Produzent:  Riccardo Tozzi  
  Giovanni Stabilini  
  Marco Chimenz  
 

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