DVD Kaufvideo

Der Schrei der Seide

Die Beziehung eines gegensätzlichen Pärchens, das nur ihr Fetisch - Seide - verbindet, malt Yvon Marciano in verführerischen Bildern.


Der Schrei der Seide

Kaufvideo

Erhältlich seit:
11.09.2001

Originaltitel: Le cri de la soie

Drama

Frankreich/Schweiz/Belgien 1996
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 16

Marie Trintignant
Sergio Castellitto
Anémone

Regie: Yvon Marciano
Salzgeber & Co. Medien

Bild 1 von 1

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Der Schrei der Seide

Paris im Jahre 1914. Immer, wenn die junge Schneiderin Marie Seide berührt, gerät sie in Ekstase. Als man sie beim Stehlen des feinen Stoffs erwischt, wird sie dafür eingesperrt. Der Gefängnispsychiater Gabriel, fasziniert vom Fetischismus seiner Patientin, verliebt sich in die unnahbare Analphabetin. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird Gabriel jedoch von Marie getrennt und nach Marokko versetzt. Dort beginnt er, ein Buch über die seltsame Begegnung zu verfassen. Um in Kontakt mit Gabriel bleiben zu können, lernt Marie Lesen und Schreiben...

Regisseur Yvon Marciano erzählt in seinem sensiblen Drama von der hoffnungslosen Romanze zweier gesellschaftlicher Außenseiter. Marie Trintignant ("Betty") als sexuell ungewöhnlich veranlagte Eigenbrötlerin und Sergio Castellito als voyeuristischer Wissenschaftler begeistern durch ihr gefühlvolles wie nuanciertes Spiel. Mit seinen stilvoll düsteren Bildern und den aufwendig gearbeiten Kostümen spiegelt "Der Schrei der Seide" zudem ein authentisches Bild jener Epoche wider. Eine tragische, fürs Publikum nicht immer ganz leicht zugängliche Love Story, die insbesondere Liebhaber des französischen Films ansprechen dürfte.

Der Schrei der Seide

Die Erotik des Fühlens, Ertastens, Streichelns und Zerknitterns von Stoffen ist in der Filmgeschichte stets präsent gewesen, man denke nur an all jene Filme, die in der Modewelt spielen. Einer besonderen Form von Fetischismus in Bezug auf Seide und der damit verbundenen Sublimierung von Sexualität ist das Debütwerk von Yvon Marciano auf der Spur, der für sein Buch einen Drehbuchpreis gewann. Die parallel laufende Liebesgeschichte zwischen einem Psychiater und einer Seidendiebin, die letztlich unerfüllt bleibt, webt die subtile Sinnlichkeit des Stoffes in ein filigranes Netz von Sehnsüchten.

Der Psychiater Gabriel de Vilemer (Sergio Castellito, "Der Mann, der die Sterne macht") lernt 1914 die wegen mehrfachen Diebstahls von Seidencoupons einsitzende Näherin Marie kennen, die ihn mit ihrer besonderen Veranlagung, Seide als vollkommenen Ersatz für Männer (und Frauen) auf der Haut zu spüren, fasziniert. Zwar verlieben sich die beiden ineinander, sind aber durch Gabriels Kriegszeit in Marokko, Maries erneute Verhaftungen und zuletzt durch des Psychiaters Erblinden und Selbstmord permanent getrennt, woran auch die Korrespondenz (wie in einem Truffaut-Film inszeniert) nichts ändern kann.

Marciano setzt teils auf dieses Moment der tragischen Trennung, teils auf die Faszination von Seidenstoffen (die ruhig noch expliziter hätte ausgespielt werden können, da ist der Film zu diskret), teils auf die erotischen Komponenten des Ver- und Enthüllens, die Castellito auch in seinen Photographien aus Marokko zelebriert. Von der Monogamie der Seidenfixierung abgesehen, lebt die Studie der Verführungen durch drei exzellente Schauspieler: Castellito als charmanter Psychiater, die wunderbare Marie Trintignant (Chabrols "Betty") als erst verstockte, dann leidenschaftliche (Seiden-) Liebhaberin und Anémone ("Die Detektivin") als Haushälterin ohne Liebesaussichten. Als besonderer Film eine Perle jedes Programmkinos. ger.

Darsteller:  Marie Trintignant   als Marie Benjamin
  Sergio Castellitto   als Gabriel de Villemer
  Anémone   als Cecile
  Adriana Asti  
  Alexandra London  
  Monique Couturier  
 
Regie:  Yvon Marciano  
Buch:  Yvon Marciano  
  Jean-François Goyet  
Musik:  Alexandre Desplat  
Kamera:  William Lubtchansky  
Produzent:  Sylvain Bursztejn  
 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Marie Trintignant

Als sie nach fünf Tagen im Koma im Pariser Krankenhaus in Neuilly-sur-Seine im Alter von nur 41 Jahren am 1. August 2003 starb, wurde...