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Der seltsame Fall des Benjamin Button

Die Geschichte eines wahrlich seltsamen Lebens - mit ungemein tragischen wie witzigen Begegungen - in fantasievollen Details und von einer hervorragenden Besetzung gespielt.


Der seltsame Fall des Benjamin Button

Leihvideo

Erhältlich seit:
29.05.2009

Originaltitel: The Curious Case of Benjamin Button

Drama/ Fantasy

USA 2008
Laufzeit: 160 Min.
FSK: ab 12

Cate Blanchett
Brad Pitt
Taraji P. Henson

Regie: David Fincher
Warner Home Video Germany

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Ein Mann lebt rückwärts - klingt eigenartig, ist es auch.

Benjamin ist mit Abstand der jüngste Greis im Altenheim (Foto: Warner) Großansicht

Benjamin ist mit Abstand der jüngste Greis im Altenheim (Foto: Warner)

Bei der Geburt von Benjamin (Brad Pitt) stirbt seine Mutter. Der Vater, ein Knöpfehersteller, ist geschockt vom Aussehen des Sohnes und legt ihn vor der Haustür eines Altenheimes ab. Das schwächliche Baby mit der Physis eines über 80-Jährigen wird von der dort arbeitenden Queenie (Taraji P. Henson) liebevoll aufgenommen. Sie glaubt, er sei dem Tode geweiht.

Doch wächst Benjamin fast normal und relativ unbeschwert unter den Alten heran. Als Greisen-Junge lernt er die Enkelin einer Insassin kennen und verliebt sich.

Eine Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald diente als Vorlage für ein wunderschönes Märchen, bei dem einfach alles stimmt - das hervorragend aufspielende Ensemble bis in die kleinste Nebenrolle, die Balance von Tragik und Komik, die liebevolle Ausstattung, die perfekte Maske.

Nicht nur die Liebe hält Benjamin jung (Foto: Warner) Großansicht

Nicht nur die Liebe hält Benjamin jung (Foto: Warner)

Vom Meister seines Faches

Inszeniert hat es David Fincher, der sich erneut als Meister seines Faches zeigt. Sein Film strotzt nur so von originellen Einfällen und erhielt bei den 81. Academy Awards Auszeichnungen in den Kategorien Austattung, Make-up sowie Visual Effects.

Der seltsame Fall des Benjamin Button

Ein wunderschönes Märchen für Erwachsene erzählt mit Liebe fürs Detail ausgerechnet der für seine düsteren Thriller bekannte David Fincher. Die von F. Scott Fitzgerald inspirierte Geschichte ist eine verschlungene Romanze, bei der sich nicht nur Brad Pitt und Cate Blanchett für den Oscar empfehlen.

Mag die Wahl des Stoffes für den "Sieben"-Macher auf den ersten Blick ungewöhnlich anmuten, kommt doch Finchers zuletzt in "Zodiac" demonstrierter Perfektionismus bis in die feinen Nuancen von Story, Figurenzeichnung und Ausstattung auch hier zum Tragen, was nicht zuletzt erneut in eine Laufzeit von weit über zwei Stunden resultiert. Der seltsame Fall des Benjamin Button, der nicht altert, sondern als Greis geboren und immer jünger wird, und seiner Liebe zur Kindheitsfreundin Daisy bietet dank seiner Erzählzeit eines ganzen Lebensalters, die durch die Rahmenhandlung noch erweitert wird, nicht nur eine Spielwiese für die hervorragenden Maskenbildner und das Special Effects-Team, die Brad Pitt ein unglaublich realistisches Mini-Greisen-Gesicht und -Körper verpassen, sondern auch für das Ausstattungs-Team, das die 20er Jahre, den Zweiten Weltkrieg, die 60er und die Gegenwart darzustellen hat. Das tut es verspielt mit einem Hang zur nostalgischen Verklärung bzw. märchenhafter Überzeichnung, die vor allem in den wie gemalt wirkenden Hintergründen offenbar wird.

Das soll nicht heißen, dass es sich bei "Der seltsame Fall" um eine reine Ausstattungs-Extravaganz handelt, es ist ein Film, der Herz hat und das am rechten Fleck. Herzstück ist schließlich die Liebesgeschichte, auch wenn das gemeinsame Glück nur kurz währt. Skripter Eric Roth, der bereits in "Forrest Gump" ein Leben und ein Stück Geschichte höchst unterhaltsam verwob, findet auch hier - unterstützt von Koautorin Robin Swicord - den richtigen, zwischen Komik und Tragik balancierenden, märchenhaften Ton und fügt die bezeichnenden skurrilen Episoden und Begegnungen geschickt aneinander. Eine perfekte Szene, in der Komik und Tragik Hand in Hand gehen, ist etwa, als Benjamin bei einem Wunder-Prediger erstmals aus dem Rollstuhl aufsteht und zu gehen beginnt, während der Prediger vom Schlag getroffen wird. Dass das Publikum mit seinem Protagonisten mitlacht und -fiebert und auch nach zweieinhalb Stunden nicht müde wird, wie ein Kind auch nie eine Gute-Nacht-Geschichte satt hat, liegt neben der originellen Story am starken Ensemble, das sich in seinen Performances regelrecht gegenseitig übertrifft und die Figuren mit prallem Leben füllt. Das gilt nicht nur für Pitt und Blanchett, sondern auch und gerade für die Nebenfiguren. Eine Entdeckung etwa ist Taraji B. Henson, die ungemein liebenswert und vital die Adoptivmutter von Benjamin spielt. Den wohl besten Auftritt hat Jared Harris als knorriger, ewig betrunkener Captain, unter dessen Fittichen der Greisen-Junge zum Mann wird. Bei der Erwachsenwerdung hilft außerdem Tilda Swinton in einem neuerlichen Bravourstückchen als erste Geliebte Benjamins.

So empfehlen sich bei diesem ebenso seltsamen wie wunderbaren Fall fürs Kino, der von der US-Kritik hoch gelobt wurde, Ausstattung, Buch, Ensemble und Regie für die höchsten Ehren. Mit 80 Mio. Dollar Einspiel am US-Boxoffice in zehn Tagen, ist er darüber hinaus auch kommerziell ein Glücksfall. hai.

Der seltsame Fall des Benjamin Button

"Ich wurde unter ungewöhnlichen Umständen geboren." So beginnt "Der seltsame Fall des Benjamin Button", die Filmfassung einer Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald aus den 1920er-Jahren: Ein Mann kommt als über 80-jähriger Greis auf die Welt und wird immer jünger - ein Mann wie du und ich, der die Zeit nicht anhalten kann. In New Orleans werden wir Zeugen seiner Lebensgeschichte, vom Ende des Ersten Weltkriegs 1918 bis ins 21. Jahrhundert... einer Lebensgeschichte, wie sie ungewöhnlicher gar nicht sein könnte. Unter David Finchers Regie spielen Brad Pitt und Cate Blanchett die Hauptrollen, mit dabei sind Taraji P. Henson, Tilda Swinton, Jason Flemyng, Elias Koteas und Julia Ormond. "Benjamin Button" ist das groß angelegte Schicksal eines wahrlich bemerkenswerten Mannes und der Menschen, denen er in seinem Leben begegnet: Er findet die Liebe und verliert sie wieder, er erfährt Lebensfreude und Todestrauer - vor allem aber lernt er, was von zeitloser Bedeutung ist.

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Cate Blanchett   als Daisy
  Brad Pitt   als Benjamin Button
  Taraji P. Henson   als Queenie
  Julia Ormond   als Caroline
  Jason Flemyng   als Thomas Button
  Elias Koteas   als Monsieur Gateau
  Tilda Swinton   als Elizabeth Abbott
  Jared Harris   als Kapitän Mike
  Elle Fanning   als Daisy als Sechsjährige
  Mahershalalhashbaz Ali   als Tizzy
 
Regie:  David Fincher  
Buch:  Eric Roth  
  Robin Swicord  
Musik:  Alexandre Desplat  
Kamera:  Claudio Miranda  
Produzent:  Kathleen Kennedy  
  Frank Marshall  
  Cean Chaffin  

Schoko-Oscar für Brad Pitt

"Wir finden trotzdem, deine Leistung ist eine Statue wert - und zwar eine, die viel süßer ist als der Oscar!"

Zartbitter: Schokolade statt Gold für Brad Pitt (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Zartbitter: Schokolade statt Gold für Brad Pitt (Foto: Kurt Krieger)

Als Brad Pitt diese Glückwunschkarte aus dem Umschlag zog, dürfte er erstmal gegrübelt haben, was in dem mysteriösen Päckchen stecken könnte, dem sie beilag. Als er die Verpackung aufriss, stellte er fest: Man hatte ihm glatt eine dem Oscar nachempfundene Schokofigur geschickt - allerdings mit Brads eigenem Gesicht. Absender war eine weltweit bekannte Deo-Firma, die sich natürlich einen schönen Werbe-Effekt davon verspricht.

Die Idee ist allerdings wirklich "süß", denn Pitt durfte sich berechtigte Hoffnungen auf seinen ersten Oscar als bester Hauptdarsteller machen - immerhin war "sein" Film "Der seltsame Fall des Benjamin Button" sage und schreibe 13 mal nominiert. Zwar hatte Mickey Rourke für "The Wrestler" als leichter Favorit gegolten, doch den Goldjungen räumte dann überraschend Sean Penn für "Milk" ab - und "Button" wurde mit drei Preisen in Nebenkategorien wie Make-up regelrecht abgespeist. Doch für Brad war es sicher nicht die letzte Nominierung. Und bis zur nächsten Oscar-Chance kann er sich ja nun mit den allseits bekannten Schoko-Glückshormonen bei Laune halten.

 

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