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Der Tiger und der Schnee

Zwischen Tragik und Komik erzählt Roberto Benigni eine herzzerreißende Liebesgeschichte zwischen Irak und Italien.


Der Tiger und der Schnee

Leihvideo

Erhältlich seit:
27.10.2006

Originaltitel: La Tigre e la neve

Drama/ Komödie

Italien 2005
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 6

Roberto Benigni
Nicoletta Braschi
Jean Reno

Regie: Roberto Benigni
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Oscar-Preisträger Roberto Benigni hat es wieder geschafft: Nach "Das Leben ist schön" verzaubert er erneut mit einem Filmmärchen voll Witz und Warmherzigkeit.

Witzbold in der Wüste: Attilio scheut keine Mühen, um seine Vittoria zu retten (Foto: Concorde) Großansicht

Witzbold in der Wüste: Attilio scheut keine Mühen, um seine Vittoria zu retten (Foto: Concorde)

Was haben Clowns und Kriege gemeinsam? Eigentlich gar nichts, möchte man meinen. Roberto Benigni bewies jedoch schon einmal das Gegenteil: In der Holocaust-Geschichte "Das Leben ist schön" spielte er einen jüdischen Vater, der seinem Sohn vorgaukelt, anstatt in einem Konzentrationslager in einem lustigen Feriencamp gelandet zu sein.

Jetzt knöpft sich Benigni in seinem neuen Werk den Irak-Krieg vor - und führt darin erneut den Schrecken der Gewalt auf höchst originelle Weise ad absurdum. Als kauziger Dichter Attilio entzückt er seine Umwelt mit Wortwitz und liebenswerter Tapsigkeit.

Unterstützung erhält Attilio von seinem Freund Fuad (Foto: Concorde) Großansicht

Unterstützung erhält Attilio von seinem Freund Fuad (Foto: Concorde)

Die Waffen der Liebe

Doch ausgerechnet die Frau seiner Träume, die reizende Vittoria (Benigni-Gattin Nicoletta Braschi), will von ihm nichts wissen. Als Attilio erfährt, dass Vittoria bei einer Recherchereise in den Irak schwer verletzt wurde, macht er sich sofort auf nach Bagdad.

Ungerührt von Bombenhagel und Panzergrollen kämpft der Tollpatsch mit den Waffen der Liebe um das Leben seiner Herzensdame. Eine zum Schniefen schöne Filmfabel zwischen Pointen und Poesie - so außergewöhnlich wie ein Tiger im Schnee!

Der Tiger und der Schnee

Zwischen Tragik und Komik erzählt Roberto Benigni eine herzzerreißende Liebesgeschichte.

Roberto Benigni inszeniert Roberto Benigni. Das ist nichts Neues bei Italiens Vorzeige-Regisseur, Schauspieler und Produzent, der gerne den Kasper markiert und dann unverhofft von lauter Fröhlichkeit in leise Zwischentöne verfällt und unbemerkt in die Katastrophen des Alltags entführt, die große Weltgeschichte mit der kleinen persönlichen verknüpft. Fast möchte man den Beginn seines achten Films als Regisseur typisch nennen.

Attilio de Giovanni, Schriftsteller und Dozent für Dichtkunst und Poetik, ist ein motorisch überdrehter Typ. Seine Studenten mögen den unkonventionellen Lehrer, der in ihnen die Liebe zum Wort weckt. Die Liebe treibt ihn auch dazu, die schöne Vittoria auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Die fühlt sich aber weniger geschmeichelt, als genervt und versucht, ihn abzuschütteln. Selbst der Erfolg seines Gedichtbandes "Der Tiger und der Schnee" stimmt sie nicht gnädiger. Als er ihr erneut auf die Pelle rückt, macht sie ihm ein "Versprechen", sollte sie mal einen Tiger im Schnee in Rom treffen, wäre das ein Wink des Schicksals. Während im ersten Drittel Leichtigkeit überwiegt, wendet sich anschließend das Blatt. Attilio erfährt durch seinen irakischen Freund und Dichterkollegen Fuad (Jean Reno als tragische Figur), der nach Bagdad zurückgekehrt ist, dass dessen Biografin Vittoria, die ihn in die umkämpfte Stadt begleitete, seit einem Bombenattentat im Koma liegt.

Und jetzt beginnt eine romantisch-traurig-schöne Geschichte, wie sie eigentlich nur der Italiener Benigni erzählen kann. Liebe versetzt hier nicht Berge, sondern ein verliebter Mann setzt alles daran, die Frau seiner Sehnsucht zu retten, schmuggelt sich als Rot-Kreuz-Arzt in den Irak des Jahres 2003 und besorgt in einem Bagdad ohne Apotheken die eigentlich nicht vorhandenen notwendigen Hilfsmittel. "Der Tiger und der Schnee" will kein Film über den Irakkrieg sein, der bildet nur die Folie für diese große Love-Story und ergreifende Ode an die Menschlichkeit, die uns den Glauben an das Unmögliche zurückgibt. Nach einem cineastischen Tiefschlag wie "Pinocchio" entdeckt Benigni wieder seine alte Stärke, auch wenn die Intensität von "Das Leben ist schön" unerreichbar bleibt. Die revolutionäre und subversive Kraft der Liebe verleiht dem Protagonisten Flügel, sämtliche Widerstände zu überwinden. Immer wieder bricht er die narrative Struktur, mischt Gegenwart und Zukunft, Fantasie und Wirklichkeit, mogelt ein bisschen Commedia dell'Arte in die Melange. Wer einen logischen Strang oder Plausibilität sucht, steht auf verlorenem Posten, es dominieren wunderbare Paradoxie und Absurdität. Natürlich könnte niemand im Irak so unbehelligt durch Minenfelder stolpern, grimmige Amerikaner mit italienischem Charme umgarnen, Straßenkontrollen und Plünderer leichtfüßig umgehen oder gar ein Sauerstoffgerät und einen Tropf für intravenöse Ernährung auftreiben. Jenseits jeglicher Vernunft spielt sich der Kampf mit den Imponderabilien des Überlebens inmitten von Chaos ab. Hinter der Skurrilität der Hauptfigur versteckt sich Sensibilität. So konfrontiert der Regisseur immer wieder den Mut der Verzweiflung mit innerer Trauer über die Unfähigkeit zum Frieden, verteidigt das Prinzip Hoffnung. Ein guter Kniff gelingt ihm am Ende. Wenn die Angebetene nach all seinen Bemühungen endlich die Augen öffnet, ist Attilio nicht mehr an ihrer Seite, sondern in einem Lager interniert. Die Genesende ahnt nicht die Identität des unbekannten Retters. Und als sich die beiden in Rom wiedertreffen, schweigt der Heimkehrer über das Bagdad-Abenteuer. Vorher geschieht jedoch ein kleines Wunder: Mitten im Verkehrsgewühl steht vor Vittorias Auto ein aus dem Zoo ausgebrochener Tiger, umweht von weißen Pollen, die an leise rieselnden Schnee erinnern. Benignis Botschaft lautet ganz einfach, wer Angst vor der Liebe hat, der fürchtet sich auch vor dem Leben, und wer das Leben fürchtet, der ist so gut wie tot. Wer hört das nicht gerne? La Vita e bella. mk.

Darsteller:  Roberto Benigni   als Attilio de Giovanni
  Nicoletta Braschi   als Vittoria
  Jean Reno   als Fuad
  Tom Waits  
  Emilia Fox   als Nancy
  Gianfranco Varetto   als Anwalt Scuotilancia
  Giuseppe Battiston   als Ermanno
  Lucia Poli   als Signora Serao
  Chiara Pirri   als Emilia
  Anna Pirri   als Rosa
  Andrea Renzi   als Dr. Guazzelli
  Abdelhafid Metalsi   als Dr. Salman
  Amid Farid   als Al Giumeili
  Alexis Conran  
  Jonah Lotan  
  Steven Beckingham  
  Noah Margetts  
 
Regie:  Roberto Benigni  
Buch:  Roberto Benigni  
Musik:  Nicola Piovani  
  Tom Waits  
  Kathleen Brennan  
Kamera:  Fabio Cianchetti  
Produzent:  Nicoletta Braschi  
 

Der Tiger und der Schnee in der Fotoshow

 

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Features

 

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Roberto Benigni

Kinder sind seine Liebe und seine Nemesis. In dem von ihm inszenierten, geschriebenen und gespielten Welterfolg "Das Leben ist schön"...

 

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Jean Reno

Er IST "Der Profi": Der Hüne mit der imposanten Statur, dem strengen Blick und der Kunst des Minimalismus, die Reno an seinem erklärten Vorbild Lino...