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Der Untergang der Pamir

Zweiteiler über das am 21. September 1957 untergegangene Segelschulschiff "Pamir".


Der Untergang der Pamir

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Erhältlich seit:
23.11.2006

Originaltitel: Der Untergang der Pamir

Drama

Deutschland 2006
Laufzeit: 88 Min.
FSK: ab 6

Klaus J. Behrendt
Jan Josef Liefers
Dietmar Bär

Regie: Kaspar Heidelbach
Studio Hamburg Enterprises

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Der Untergang der Pamir

21. September 1957: Das stolze Segelschulschiff "Pamir" gerät im Atlantik in einen Hurrikan. Zuerst fühlt die Crew sich noch sicher, denn das Schiff gilt als unsinkbar. Doch nach einem verzweifelten Kampf in den unberechenbaren Fluten des Ozeans wird klar, dass es nichts mehr zu retten gibt. Allen Bemühungen zum Trotz versinkt die Pamir und reißt 80 Seeleute in den Tod, darunter mehr als die Hälfte junge Kadetten. Nur sechs Besatzungsmitglieder überleben und werden in einer spektakulären Rettungsaktion, die die gesamte Nation gebannt verfolgt, aus den Fluten gezogen.

Regisseur Kaspar Heidelbach, der auch schon das Bergbau-Drama "Das Wunder von Lengede" inszenierte, setzt wieder einmal auf große Namen, viel Gefühl und starke Szenen. Neben Klaus J. Behrendt, Jan Josef Liefers, Herbert Knaup, Dietmar Bär und vielen mehr spielen wieder einmal große Settings die Hauptrollen in diesem TV-Event.

Der Untergang der Pamir

Erneut geht es in einer aufwändigen deutschen TV-Produktion um eine Katastrophe. Doch "Der Untergang der Pamir" braucht einen langen Anlauf.

Natürlich ist es unfair, einen Fernsehzweiteiler mit dem Multi-Millionen-Dollar-Kinofilm "Titanic" von James Cameron zu vergleichen; selbst wenn am Ende beider Geschichten ein angeblich unsinkbares Schiff in den Fluten versinkt. Andererseits ist Studio Hamburg selbst Schuld: Bei den Verkaufsgesprächen im Rahmen der Mipcom wurde der 7,5 Millionen Euro teure TV-Film in einem Atemzug mit Petersens "Boot" und Camerons "Titanic" genannt. Dem Film tut die auf diese Weise geweckte Erwartungshaltung nicht gut.

Auch der Titel führt in die Irre: Nimmt man ihn beim Wort, benötigt die Großproduktion exakt 130 Minuten, um endlich zur Sache zu kommen. Dann aber entschädigt Regisseur Kaspar Heidelbach mit derart furiosen Katastrophenbildern, dass man sich unwillkürlich ins Kino wünscht. Inszenierung, Bildgestaltung (Daniel Koppelkamm), Schnitt und Musik stellen eine Intensität her, die ähnlich eindrucksvoll ist wie das Fanal im zweiten Teil von "Dresden". Bis dahin aber ist der Film streckenweise regelrecht langweilig.

Das liegt nicht zuletzt an Fritz Müller-Scherz' episodischem Erzählstil. Eine fortlaufende Handlung kommt kaum in Gang, weil der Film immer wieder nur Momentaufnahmen bietet; kein Wunder bei einem Ensemble mit über zwanzig Sprechrollen. Die hochkarätige Besetzung wertet die Nebenfiguren zwar enorm auf, lenkt aber auch immer wieder vom Haupterzählstrang ab.

Selbstredend ist es müßig zu spekulieren, ob NDR und Polyphon den Film nicht besser auf neunzig Minuten reduziert hätten. So aber verhindern die vielen Seitenstränge die Konzentration aufs Wesentliche, und das ist schließlich die Vorgeschichte des Desasters: Der ehrgeizige Kapitän des Segelschulschiffs lässt die "Pamir" 1957 in Buenos Aires viel zu schwer beladen. Selbst Wassertanks, die eigentlich zur Stabilisierung des Viermasters dienen, werden mit Gerste gefüllt. Prompt bekommt das Schiff Schlagseite, als es in einen schweren Sturm gerät, und sinkt.

Dass der Untergang des Segelschiffs vor knapp fünfzig Jahren die ganze Welt in Atem gehalten hat, bleibt im Übrigen bloße Behauptung. Die fieberhafte Suche, an sich der mehrere Dutzend Länder zu Wasser und in der Luft beteiligt haben, reduzieren Müller-Scherz und Heidelbach auf ein Flugzeug, ein Schiff und die Nachrichtensendungen in Funk und Fernsehen. Das macht den Stoff und damit auch den Film kleiner als nötig und beraubt ihn just jener Epik, die man doch gerade mit dem komplexen Figuren-Ensemble angestrebt hat. tpg.

Darsteller:  Klaus J. Behrendt   als Alexander "Acki" Lüders, Bootsmann
  Jan Josef Liefers   als 1. Offizier Hans Ewald
  Dietmar Bär   als Klaus "Globus" Nissen
  Herbert Knaup   als Kapitän Ludwig Lewerenz
  Max Riemelt   als Kadett Carl-Friedrich "C.F." von Krempin
  Peter Becker   als Kadett Bernd "Stummel" Ahlers
  Conrad Waligura   als Kadett Martin Prien
  Peter Striebeck   als Erich Oldenburg
  Tilo Prückner   als Chief Helmut Klimsch
  Karoline Teska   als Klara "Klärchen" Lange
  Oliver Stritzel   als Wilhelm von Krempin
  Ulrike Grote   als Freya von Krempin
  Jan-Gregor Kremp   als Otto Lange
  Johanna Gastdorf   als Moni Lange
  Brigitte Janner   als Julles Oma
  Elena Uhlig   als Heikedine Lewerenz
  Benjamin Sadler   als Victor Reetz
  Tobias Schenke   als Fritz Stöve
 
Regie:  Kaspar Heidelbach  
Buch:  Fritz Müller-Scherz  
Musik:  Arno Steffen  
Kamera:  Daniel Koppelkamm  
Produzent:  Dr. Matthias Esche  
 

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