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Der Untergang

Packendes, intensives Drama über den Untergang des Nazi-Regimes und die letzten Tage in Hitlers Führerbunker.


Der Untergang

Leihvideo

Erhältlich seit:
17.03.2005

Originaltitel: Der Untergang

Drama

Deutschland 2004
Laufzeit: 149 Min.
FSK: ab 12

Bruno Ganz
Alexandra Maria Lara
Corinna Harfouch

Regie: Oliver Hirschbiegel
Highlight Communications (Deutschland)

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Was geschah in den letzten Tagen des Dritten Reiches? Erfolgsproduzent Bernd Eichinger zeigt das wichtigste Kapitel deutscher Geschichte.

Traumberuf? Sekretärin des Führers (Foto: Constantin) Großansicht

Traumberuf? Sekretärin des Führers (Foto: Constantin)

Sie ist jung, sie ist bildhübsch, und sie wird Hitlers Privatsekretärin: Im November 1942 engagiert der Führer persönlich die 22-jährige Münchnerin Traudl Junge (Alexandra Maria Lara).

Nach ihren Erinnerungen "Bis zur letzten Stunde" und Joachim C. Fests Buch "Der Untergang" entstand unter der Regie von Oliver Hirschbiegel ("Das Experiment") ein atemberaubendes Filmevent aus der Endzeit des Dritten Reiches.

In seinem Drehbuch verknüpft Erfolgsproduzent und Regisseur Bernd Eichinger ("Der Name der Rose") Traudls persönliches Schicksal mit dem schrecklichsten und zugleich wichtigsten Kapitel deutscher Geschichte.

Adolf Hitler mit Eva Braun und Architekt Albert Speer (Foto: Constantin) Großansicht

Adolf Hitler mit Eva Braun und Architekt Albert Speer (Foto: Constantin)

Ende in Sicht

April '45, Berlin brennt. Adolf Hitler (erschütternd überzeugend: Bruno Ganz) und ein letztes Trüppchen seiner Getreuen haben sich im Bunker unter der Reichskanzlei häuslich eingerichtet.

Die Feierlichkeiten zum 56. Geburtstag des Führers werden getrübt von den Meldungen, die von außen eindringen: Hitlers Truppen sind zerschlagen, die Rote Armee ist bis auf wenige Kilometer herangerückt. Die Hauptstadt wird nicht mehr lange zu halten sein.

Doch obwohl ihn seine blind ergebenen Untertanen beschwören, sich in Sicherheit zu bringen, will Hitler Berlin nicht verlassen. Kampf bis zum Endsieg oder Untergang, ist seine Devise, eine Kapitulation lehnt er kategorisch ab.

Verwundete überall: Ein Arzt versucht zu helfen (Foto: Constantin) Großansicht

Verwundete überall: Ein Arzt versucht zu helfen (Foto: Constantin)

Treue bis in den Tod

Die Leiden der Zivilbevölkerung interessieren ihn nicht, im Gegenteil, er beauftragt seinen Rüstungsminister, den Architekten Speer (Heino Ferch), dem Feind nur "verbrannte Erde" zu hinterlassen.

Der widersetzt sich allerdings seinem Befehl, und auch Himmler und Göring gehen eigene Wege. Eine schreckliche Treue bis in den Tod halten ihm dagegen Propagandaminister Goebbels (Ulrich Matthes) und dessen Frau Magda (Corinna Harfouch). Und natürlich Eva Braun (Juliane Köhler), mit der er in den bis ins letzte Detail geplanten Selbstmord geht.

Prof. Schenck weigert sich, dem Evakuierungsbefehl Folge zu leisten (Foto: Constantin) Großansicht

Prof. Schenck weigert sich, dem Evakuierungsbefehl Folge zu leisten (Foto: Constantin)

Schutt und Asche

Die Außenaufnahmen entstanden in St. Petersburg, wo auch heute noch erschreckende Bilder von Trümmer-Stätten möglich sind.

Mit einer sensationellen Riege der besten deutschen Schauspieler ist Hirschbiegel und Eichinger ein zutiefst beeindruckender Film gelungen.

Mutig, dass sie die Protagonisten des Bösen, die einem noch heute Schauer über den Rücken jagen, im Film auferstehen lassen.

Traudl gelingt die Flucht in letzter Sekunde (Foto: Constantin) Großansicht

Traudl gelingt die Flucht in letzter Sekunde (Foto: Constantin)

Phänomen des Wahnsinns

Ihre Annäherung an das "Phänomen" Hitler entlarvt dessen zynische, menschenverachtende Haltung, zeigt den Massenwahn, dem weite Teile der Bevölkerung verfallen waren, den Zusammenbruch eines wahnhaften Systems.

Ohne den Versuch zu unternehmen, etwas erklären zu wollen, gelingt durch die Beschreibung der überlieferten Fakten ein Stück Aufarbeitung einer Vergangenheit, der man sich nicht entziehen kann.

So erhält auch Traudl Junge die Chance, ihr Leben im Nachhinein zu kommentieren. Sicher ein schwieriger Stoff, aber es ist großes Kino daraus geworden.

Der Untergang

"Kein schöner Land in dieser Zeit" singen die Goebbels-Kinder im Führerbunker und bringen das Grauen einer unvorstellbaren Inszenierung des Todes auf den schauerlichen Punkt. Nicht nur in dieser Sequenz wird deutlich, dass der gruseligste Horrorfilm des Jahres aus Deutschland kommt. Das von Autor-Produzent Bernd Eichinger, Regisseur Oliver Hirschbiegel und einem Who's Who exzellenter deutscher Charakterdarsteller gestemmte Projekt über die letzten Tage eines Terrorregimes bewältigt die schwierige Gratwanderung, mit der sich jede dramatisierte Annäherung an das Unbegreifliche konfrontiert sieht, und bietet sich gerade der jungen Generation als packende Einführung in eine Diktatur an, die die Welt über zwölf Jahre in Atem hielt und dabei über 50 Millionen Menschen für immer den Atem nahm.

Natürlich muss "Der Untergang" Widerstand und Zweifel bei manchem Zuschauer überwinden, der sich fragt, warum kreative Energie, Ressourcen und ein großartiges Ensemble in ein Projekt gesteckt werden, das man aus hochklassigen Dokumentationen, aus dem Kinofilm "Hitler - Die letzten zehn Tage" (mit Alec Guinness) und dem TV-Drama "Der Bunker" (mit Anthony Hopkins) schon zu kennen glaubt. Tatsächlich aber ist es der erste große Spielfilm zum Thema, der von deutschen Sensibilitäten bestimmt wird und in dem die Verkörperung Hitlers einmal keinen englischen Adelstitel trägt. Dieser Aspekt war für Bernd Eichinger der dominante Impuls, aus Joachim Fests "Der Untergang" sowie Traudl Junges und Melissa Müllers "Bis zur letzten Stunde" ein Drehbuch zu komprimieren, das Historisches und Persönliches verbindet und im gefängnisgleichen Schauplatz eines Bunkers die unerschütterlichen Denkweisen und Machtmechanismen eines Regimes freilegt. Hier erkennt man den Untergangsgehorsam, die verblendeten Ideologien, die Ausgrenzung des Emotionalen, die größenwahnsinnige Sehnsucht und die "Massenverrücktheit" (wie Eichinger sie nennt), die in Koalition mit dem Terror diese Diktatur erst ermöglichte.

"Der Untergang" ist auch strukturell ein gewagtes Unternehmen: er konzentriert sich auf einen beengten Schauplatz und auf Figuren, die man in die Hölle wünscht. Es gibt keinen Helden, aber viele reale Horrorfiguren. Es gibt Charaktere wie den von Christian Berkel dargestellten Arzt Prof. Schenck, die Blicke auf das Leid des Volkes ermöglichen, das in diesem Film nur Nebendarsteller ist. Es gibt Charaktere, die eine intime Perspektive auf das Geschehen, aber auch Einblicke auf ein Gemütsmodell ermöglichen. Wie eben Traudl Junge (Alexandra Maria Lara), die mit großer Naivität Hitlers Sekretärin wurde, die hinter die Fassade schauen kann, mit der Fassung ringt, aber loyal bleibt und für die Verehrungsbegeisterung vieler Deutschen steht. Und es gibt einen (Ver-) Führer, der zu Beginn seine charmante, schnell aber seine despotische, menschenverachtende Seite zeigt, der vom Verrat des Volkes faselt und die undankbaren Deutschen mit sich untergehen sehen will. Sympathisch ist nichts an ihm, auch wenn englische Blätter das vorauseilend bereits kolportieren. Wer seinen Hund streichelt oder sich bei der Köchin für die tollen Ravioli bedankt, weist sich nicht zwangsläufig als Mensch aus, der Mitleid verdient.

Auch bei Bruno Ganz braucht man eine Eingewöhnungsphase, um das Theatralische dieser Figur, das Chaplin so unheimlich herausarbeitete, auszublenden und sich auf das Diabolische und Erbärmliche zu konzentrieren. Die Person Hitler ist unfassbar, aber Ganz schafft eine angenehm nüchterne Annäherung, ohne den Menschen hinter dem Monster aufzuspüren, (bei Hopkins und Guinness viel stärker und unangenehmer ausgeprägt). Diese Strategie verfolgt auch der Film insgesamt, der Hitler und seine Gefolgsleute als das entlarvt, was sie ausschließlich waren, der die Traumzeit von Neonazis beendet, wenn sie denn je aufwachen wollten.

Bevor sich der Film in den letzten zehn Minuten öffnet und die Sonne erstmals auf zwei Gesichter fällt, die für Hoffnung stehen, beherrschen klaustrophobische Bildausschnitte, Handkamera und realistische Lichtsetzung die Inszenierung, durchbrechen Polaroids vom Straßenkampf in Berlin, vom lynchenden Mob und mordender SS die Ereignisse im Bunker, in dem sich einige Nazis systematisch auf ihren Selbstmord vorbereiten und der Rest nur wartet, bis endlich die russische Armee zugreift. Es sind gespenstische Szenen, in denen gefeiert, gedroht und immer noch Tod befohlen wird, der dann draußen vollstreckt wird. Die Vernichtungsmaschine läuft weiter, obwohl sie längst vom Netz genommen ist ... und macht in der entsetzlichsten Szene des Films auch vor den Goebbelskindern nicht Halt. Sie sind es, für die man neben den anonymen Opfern im Straßengraben Mitgefühl empfindet. Der große Verdienst des Films liegt auch darin, dass er keinen Zweifel lässt, dass es außer ihnen im Bunker auch niemand verdient hat. kob.

Darsteller:  Bruno Ganz   als Adolf Hitler
  Alexandra Maria Lara   als Traudl Junge
  Corinna Harfouch   als Magda Goebbels
  Ulrich Matthes   als Joseph Goebbels
  Juliane Köhler   als Eva Braun
  Heino Ferch   als Albert Speer
  Christian Berkel   als Prof. Schenck
  Matthias Habich   als Prof. Dr. Werner Haase
  Thomas Kretschmann   als Hermann Fegelein
  Ulrich Noethen   als Heinrich Himmler
  Michael Mendl   als Helmuth Weidling
  André Hennicke   als Wilhelm Mohnke
  Birgit Minichmayr   als Gerda Christian
  Justus von Dohnanyi   als General Wilhelm Burgdorf
  Julia Jentsch   als Hanna Potrowski
  Alexander Held   als Walter Hewel
  Rolf Kanies   als General Hans Krebs
  Dieter Mann   als Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel
  Christian Redl   als Generaloberst Alfred Jodl
  Götz Otto   als Otto Günsche
  Thomas Limpinsel   als Heinz Linge
  Thomas Thieme   als Martin Bormann
  Bettina Redlich   als Constanze Manziarly
  Heinrich Schmieder   als Rochus Misch
  Anna Thalbach   als Hanna Reitsch
  Dietrich Hollinderbäumer   als Robert Ritter von Greim
  Ulrike Krumbiegel   als Dorothee Kranz
  Karl Kranzkowski   als Wilhelm Kranz
  Donevan Gunia   als Peter Kranz
  Thorsten Krohn   als Leibarzt Dr. Ludwig Stumpfegger
  Jürgen Tonkel   als Erich Kempka
  Devid Striesow   als Feldwebel Tornow
  Fabian Busch   als Obersturmbannführer Stehr
  Christian Hoening   als Dr. Ernst-Robert Grawitz
  Alina Sokar   als Helga Goebbels
  Amelie Menges   als Heide Goebbels
  Charlotte Stoiber   als Hilde Goebbels
  Gregory Borlein   als Helmut Goebbels
  Julia Bauer   als Hedda Goebbels
  Laura Borlein   als Holde Goebbels
  Dirk Borchardt   als Panzerkommandant
  Michael Brandner   als Hans Fritzsche
  Martin Butzke   als SS-Soldat
  Mathias Gnädinger   als Hermann Göring
  Bohdan Graczyk   als Oberst Clausen
  Norbert Heckner   als Standesbeamter Wagner
  Enno Hesse   als Oberleutnant
  Michael Kind   als SA-Mann
  Elisabeth von Koch   als Margarete Lorenz
  Michael Lippold   als junger Offizier
  Stefan Mehren   als verwundeter Soldat
  Tanja Schleiff   als russische Ärztin
  Christian Schmidt   als SS-Mann Greifkommando
  August Schmölzer   als Hans Baur
  Jurij Schrader   als Dolmetscher
  Oliver Stritzel   als Maschinist Hentschel
  Veit Stübner   als SS-Obergruppenführer Tellermann
  Klaus-Jürgen Steinmann   als Offizier
  Klaus B. Wolf   als junger Marinesoldat
 
Regie:  Oliver Hirschbiegel  
Buch:  Bernd Eichinger  
Musik:  Stefan Zacharias  
Kamera:  Rainer Klausmann  
Produzent:  Bernd Eichinger  

Levy dreht Komödie über Hitler

Nach seinem Überraschungserfolg "Alles auf Zucker!" plant Dani Levy schon die nächste Komödie. Dieses Mal mit einem ganz heiklen Thema: Adolf Hitler.

Kennt keine Tabus: Dani Levy (Foto: Warner) Großansicht

Kennt keine Tabus: Dani Levy (Foto: Warner)

Levy wird in seinem nächsten Komödienstreich "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" den Diktator gehörig auf die Schippe nehmen. Levy spielt bereits seit einiger Zeit mit dem Gedanken, ein amüsantes Pendant zu "Der Untergang" zu drehen.

"Ich wollte schon früher einen humoristischen Anti-Film zu 'Der Untergang' drehen - die Vermenschlichung dieses nationalsozialistischen Monsters weitertreiben. Aber ich war nicht schnell genug und hatte zu wenig Zeit. Ich hatte sogar schon Teile des Drehbuchs geschrieben", so der Schweizer Regisseur.

Adolf Hitler als Witzfigur

Bereits 1940 sorgte Charles Chaplin mit der Hitler-Satire "Der große Diktator", in dem er als unbedarfter, jüdischer Friseur mit dem Diktator "Hynkel" - einer grotesk verzerrten Karikatur Hitlers - verwechselt wird, für Furore.

Wie Levy, der mit "Alles auf Zucker!" der große Gewinner des 55. Deutschen Filmpreises war, das heikle Thema angehen will, hat er noch nicht verraten.

 

Der Untergang in der Fotoshow

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