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Kaufvideo
Erhältlich seit:
24.03.2006
Originaltitel: Der Wald vor lauter Bäumen
Deutschland 2003
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)
Eva Löbau
Daniela Holtz
Jan Neumann
Regie: Maren Ade
Indigo

Sie sind die Hölle, diese Gutmenschen, die sanft durchs Leben schreiten, ihrer Umwelt damit auf die Nerven gehen und ständig ein schlechtes Gewissen suggerieren: Ein Exemplar dieser Spezies ist die junge Lehrerin Melanie Pröschle, sie tritt mit Elan ihre erste Stelle an und will alles besser machen. Das Drama, das 2003 in Hof Premiere feierte, stellt sich in Sundance in der neuen Sektion World Cinema Competition der internationalen Konkurrenz.
Fast anderthalb Jahre dauerte es, bis Maren Ades Regiedebüt ins Kino kommt, Festivalleiter von Toronto über Vancouver, Göteborg, Hongkong oder San Francisco erkannten den Wert des Films früher als deutsche Verleiher. Zwischen unfreiwilliger Komik und tiefer Tragik erzählt die Absolventin der HFF München vom Mangel an Kommunikation, Selbstsicherheit und Durchsetzungsfähigkeit - vom fehlenden Vertrauen ins Leben. Dabei hat Melanie Pröschle die notwendigen Voraussetzungen, anerkannt zu werden. Sie ist hübsch, intelligent und engagiert. Letzteres etwas zuviel. Ohne Eltern und Ex-Freund will sie bei Zero anfangen, ausgerechnet in Karlsruhe, wo nicht gerade der Bär steppt. Schnell stößt die Birkenstockträgerin mit ihren Ideen bei den Kollegen ins Leere und bei den Schülern auf Abwehr, die bald ihre Schwachstellen gnadenlos ausnutzen, sogar die Eltern gegen sie aufhetzen. Auch ihre Versuche, mit der Nachbarin eine Freundschaft aufzubauen, scheitern an ihrer verzweifelten Aufdringlichkeit. Einsamkeit, Selbstbetrug und -erniedrigung lassen ihr keine Chance.
Es existierte zwar ein genaues Drehbuch, aber um die Szenen herum wurde improvisiert, was der Authentizität zugute kommt, der dokumentarische Stil des auf Digital Video gedrehten Films (50 Stunden Material) macht Handlung und Handelnde noch glaubhafter, der psychologische Wiedererkennungswert ist hoch. Eva Lobau als Junglehrerin, aus deren Perspektive das Unheil seinen Lauf nimmt, wirkt in ihrer Zartheit und Zögerlichkeit überzeugend, auch wenn sie keine Möglichkeit zur Identifikation bietet, durch falsche Hoffnungen und Fixierung auf Einzelheiten, den "Wald vor lauter Bäumen" eben nicht mehr sieht. Nebendarsteller wie Daniela Holtz als Freundin-Projektion, die sich dem Zwang zur Liebe entzieht oder der Kollege mit Hang zum "Dritte Welt Tag" sind ebenfalls optimal besetzt. Ein Drama mit komödiantischen Elementen, das an bestes US-Independent-Kino erinnert. mk.
| Darsteller: | Eva Löbau | als Melanie Pröschle | |
|---|---|---|---|
| Daniela Holtz | als Tina Schaffner | ||
| Jan Neumann | als Thorsten Rehm | ||
| Ilona Schulz | als Frau Sussmann | ||
| Robert Schupp | als Tobias | ||
| Heinz Röser-Dümmig | als Lutger Reinhardt | ||
| Martina Eckrich | als Renate Pföhler | ||
| Nina Fiedler | als Bine | ||
| Hans-Rüdiger Kucich | als Gerd Postweiler | ||
| Ruth Köppler | als Elvira Fischer-Walter | ||
| Achim Enchelmaier | als Bernd | ||
| Monika Hirschle | als Melanies Mutter | ||
| Volker Jeck | als Melanies Vater | ||
| Regie: | Maren Ade | ||
| Buch: | Maren Ade | ||
| Musik: | Ina Siefert | ||
| Nellis Du Biel | |||
| Kamera: | Nikolai von Graevenitz | ||
| Produzent: | Janine Jackowski | ||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Bildformat: 1:1,33/4:3
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