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Der Wald vor lauter Bäumen

Eine junge Lehrerin, die ihre erste Stelle in einer fremden Stadt antritt, findet nur schwer Anschluss...


Der Wald vor lauter Bäumen

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Erhältlich seit:
24.03.2006

Originaltitel: Der Wald vor lauter Bäumen

Drama

Deutschland 2003
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Eva Löbau
Daniela Holtz
Jan Neumann

Regie: Maren Ade
Indigo

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Eine junge Lehrerin, die ihre erste Stelle in einer fremden Stadt antritt, findet nur schwer Anschluss.

Melanies Gutmütigkeit wird schnell ausgenützt (Foto: timebandits films) Großansicht

Melanies Gutmütigkeit wird schnell ausgenützt (Foto: timebandits films)

Melanie Pröschle (Eva Löbau), eine frischgebackene junge Lehrerin aus Schwaben, tritt hochmotiviert ihre erste Stelle an einer Realschule in Karlsruhe an. Sie hat sich vorgenommen, in ihrem neuen Job alles richtig zu machen.

Doch die Kollegen und Schüler sind von ihrer pädagogischen Art schnell genervt und lassen die gutmütige Melanie sogar vor den Eltern auflaufen. Bald macht sich Einsamkeit breit. Doch Melanie lässt sich nicht entmutigen und knüpft Kontakt zu ihrer Nachbarin Tina (Daniela Holtz). Aber die will von einer Freundschaft nicht viel wissen.

Der neue Job macht sehr einsam (Foto: timebandits films) Großansicht

Der neue Job macht sehr einsam (Foto: timebandits films)

Plötzliche Wandlung

"Der Wald vor lauter Bäumen" ist schonungslos wahrhaftig und so komisch wie seine Protagonistin. Die Filmemacherin Maren Ade konnte als Lehrerkind für ihr Drehbuch aus eigenen Erfahrungen schöpfen. Der Abschlussfilm ist ein Drama mit satirischen Elementen, das nah am Dialekt und Leben ihrer Heimat Karlsruhe bleibt und sich im zweiten Teil in einen spannenden Thriller verwandelt.

Der Wald vor lauter Bäumen

Sie sind die Hölle, diese Gutmenschen, die sanft durchs Leben schreiten, ihrer Umwelt damit auf die Nerven gehen und ständig ein schlechtes Gewissen suggerieren: Ein Exemplar dieser Spezies ist die junge Lehrerin Melanie Pröschle, sie tritt mit Elan ihre erste Stelle an und will alles besser machen. Das Drama, das 2003 in Hof Premiere feierte, stellt sich in Sundance in der neuen Sektion World Cinema Competition der internationalen Konkurrenz.

Fast anderthalb Jahre dauerte es, bis Maren Ades Regiedebüt ins Kino kommt, Festivalleiter von Toronto über Vancouver, Göteborg, Hongkong oder San Francisco erkannten den Wert des Films früher als deutsche Verleiher. Zwischen unfreiwilliger Komik und tiefer Tragik erzählt die Absolventin der HFF München vom Mangel an Kommunikation, Selbstsicherheit und Durchsetzungsfähigkeit - vom fehlenden Vertrauen ins Leben. Dabei hat Melanie Pröschle die notwendigen Voraussetzungen, anerkannt zu werden. Sie ist hübsch, intelligent und engagiert. Letzteres etwas zuviel. Ohne Eltern und Ex-Freund will sie bei Zero anfangen, ausgerechnet in Karlsruhe, wo nicht gerade der Bär steppt. Schnell stößt die Birkenstockträgerin mit ihren Ideen bei den Kollegen ins Leere und bei den Schülern auf Abwehr, die bald ihre Schwachstellen gnadenlos ausnutzen, sogar die Eltern gegen sie aufhetzen. Auch ihre Versuche, mit der Nachbarin eine Freundschaft aufzubauen, scheitern an ihrer verzweifelten Aufdringlichkeit. Einsamkeit, Selbstbetrug und -erniedrigung lassen ihr keine Chance.

Es existierte zwar ein genaues Drehbuch, aber um die Szenen herum wurde improvisiert, was der Authentizität zugute kommt, der dokumentarische Stil des auf Digital Video gedrehten Films (50 Stunden Material) macht Handlung und Handelnde noch glaubhafter, der psychologische Wiedererkennungswert ist hoch. Eva Lobau als Junglehrerin, aus deren Perspektive das Unheil seinen Lauf nimmt, wirkt in ihrer Zartheit und Zögerlichkeit überzeugend, auch wenn sie keine Möglichkeit zur Identifikation bietet, durch falsche Hoffnungen und Fixierung auf Einzelheiten, den "Wald vor lauter Bäumen" eben nicht mehr sieht. Nebendarsteller wie Daniela Holtz als Freundin-Projektion, die sich dem Zwang zur Liebe entzieht oder der Kollege mit Hang zum "Dritte Welt Tag" sind ebenfalls optimal besetzt. Ein Drama mit komödiantischen Elementen, das an bestes US-Independent-Kino erinnert. mk.

Darsteller:  Eva Löbau   als Melanie Pröschle
  Daniela Holtz   als Tina Schaffner
  Jan Neumann   als Thorsten Rehm
  Ilona Schulz   als Frau Sussmann
  Robert Schupp   als Tobias
  Heinz Röser-Dümmig   als Lutger Reinhardt
  Martina Eckrich   als Renate Pföhler
  Nina Fiedler   als Bine
  Hans-Rüdiger Kucich   als Gerd Postweiler
  Ruth Köppler   als Elvira Fischer-Walter
  Achim Enchelmaier   als Bernd
  Monika Hirschle   als Melanies Mutter
  Volker Jeck   als Melanies Vater
 
Regie:  Maren Ade  
Buch:  Maren Ade  
Musik:  Ina Siefert  
  Nellis Du Biel  
Kamera:  Nikolai von Graevenitz  
Produzent:  Janine Jackowski  
 

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