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Kaufvideo
Erhältlich seit:
05.04.2006
Originaltitel: De battre mon coeur s'est arrêté
Frankreich 2005
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 16
Romain Duris
Niels Arestrup
Linh Dan Pham
Regie: Jacques Audiard
Concorde Home Entertainment

Während Hollywood-Remakes französischer Stoffe die Regel sind, ist dieser umgekehrte Fall eine Überraschung. 1977 hatte James Toback mit Harvey Keitel in der Hauptrolle die Underdog-Charakterstudie "Fingers - zärtlich und brutal" inszeniert, die Geschichte eines hypernervösen Schuldeneintreibers, der sich als Konzertpianist versucht. Jacques Audiards in jeder Hinsicht aufregende Neuverfilmung erzählt dieselbe Geschichte als genuin französischen Stoff - und mit einem sensationellen Romain Duris, der spielt, als sei ihm der Part auf den Leib geschrieben.
Duris wird hierzulande nach wie vor gerne als hübscher Junge ("L'auberge Espagnole", "Eine Affäre in Paris") unterschätzt. Dabei sollte man spätestens seit Tony Gatlifs "Exils" ein Fan von ihm sein. In "Der wilde Schlag meines Herzens" spielt er erneut mit einer bisweilen schmerzhaften Intensität und Ausdrucksstärke, mit der es ihm sogar gelingt, dass der Zuschauer selbst um eine unsympathische Figur wie seine zittert. Er ist Tom, der mit drei anderen Typen in dubiose Immobiliengeschäfte verwickelt ist, dabei Ratten in Häusern aussetzt und Mieter auch noch unfreundlicher zum Auszug bewegt. In seiner Freizeit treibt er Schulden für seinen nicht weniger dubiosen Vater Robert (Niels Arestrup) ein. Der junge Mann ist schwer zu kontrollieren und hat einen Hang zu plötzlichen Gewaltausbrüchen, der ihm in seinem Job nicht ungelegen kommt. Nicht so ganz will das dazu passen, dass er sich nach einer Begegnung mit dem ehemaligen Agenten seiner verstorbenen Mutter, einer Konzertpianistin, in den Kopf setzt, eher in deren als in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Während er seine Klavierstunden wieder aufnimmt - ausgerechnet bei einer chinesischen Lehrerin (Linh-Dan Pham), die kein Wort Französisch versteht - muss er sich gleichzeitig mit einer Affäre mit der Frau eines Kollegen und dem Konflikt seines Vaters mit der russischen Mafia herumschlagen, wortwörtlich versteht sich.
Romain Duris spielt Tom mit einem harten Zug um die Mundwinkel und unstetem Blick. Er ist kaltschnäuzig und uncool - seinem Macho fehlt einfach die Gelassenheit. Man spürt von Beginn an seine innere Zerrissenheit. Tom übertönt seine innere Unruhe mit harter Technomusik aus den Kopfhörern. Er spürt, dass die Musik seine letzte Chance sein könnte, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Aber er scheitert ständig. Seine fliegenden Finger sind nicht wirklich der Ersatz für zuschlagende Fäuste. Er kann es nicht ertragen, wenn seine Lehrerin ihm beim Spiel zusieht. Es ist mühsam für ihn, seinen Stolz und seine Brutalität abzulegen und Gefühle zu zeigen. Er hat ein gravierendes Kommunikationsproblem: In seinem Job spricht die Gewalt und bei seiner chinesischen Lehrerin spricht nur die Musik.
Gegensätze lässt Audiard in der in Schatten getauchten Welt des gegenwärtigen Paris aufeinandertreffen, in der ausgerechnet ein Typ wie Tom zum Lichtblick wird. Aber alle Disharmonien löst Audiard in der Harmonie von Inhalt und Bild auf. Toms Unsicherheit und Zerrissenheit überträgt sich auf Kamera und Inszenierung - auf Brüche, Jump Cuts, Achsensprünge. "Der wilde Schlag meines Herzens" ist im wahrsten Sinne "außer Atem" - und während Godard seinerzeit leichtfüßig ironisch sein Paris eroberte, nimmt Audiard hier alles auf überzeugende, entschlossene und erwachsene Weise ernst - Thema, Story, Charaktere, ihre Sehnsüchte und sogar ihren Herzschlag. deg.
Das packend erzählte Drama "Der wilde Schlag meines Herzens" - zugleich eine spannende Identitätssuche und eine ergreifende Liebesgeschichte - wurde bei der diesjährigen Verleihung der Césars frenetisch gefeiert und mit insgesamt acht der begehrten Trophäen bedacht. Das Meisterwerk des begabten französischen Regisseurs Jacques Audiard erhielt unter anderem den César als Bester Film des Jahres.
Tom, 28 Jahre alt, ist in den Straßen von Paris zuhause. Gemeinsam mit Fabrice und Sami versucht er sich im Maklergeschäft. Ständig auf dem Sprung, immer auf der Suche nach neuen Deals, die meisten davon am Rande der Legalität. Ihre Methoden sind alles andere als fein und wenn es darum geht, unliebsame Mieter zu vertreiben, schrecken sie auch vor Gewalt nicht zurück. In seiner freien Zeit treibt Tom Schulden ein für seinen Vater Robert, einen heruntergekommenen und zerstreuten Immobilien-Hai, in dessen Fußstapfen er treten soll.
Tom versteht sich zu kleiden, er ist sexy, witzig - und abgebrüht. Nur seinem Vater gegenüber bekommt sein rücksichtsloses Gehabe Risse, ihm kann er nichts abschlagen. Die Hilflosigkeit des alt gewordenen Mannes, der gleichwohl autoritär und brutal auftritt, macht ihn weich. Er spürt, dass die Vater-Sohn- Beziehung sich verändert und umgekehrte Vorzeichen entwickelt: Der übermächtige Vater ist zusehends auf die Unterstützung seines Sohnes angewiesen. So cool Tom an der Oberfläche auch wirkt, er ist doch angespannt und verschlossen, mit einem Hang zur Gewalttätigkeit, den er immer weniger kontrollieren kann. Das bekommt auch Roberts Freundin Chris zu spüren, die Tom seine ganze Verachtung spüren lässt.
Eines Tages begegnet er zufällig Mr. Fox, einem Konzert-Promoter, den er noch aus den Zeiten kennt, als dieser für Toms Mutter, eine Pianistin, Klavierkonzerte arrangierte. Freundlich fragt er Tom nach dessen Fortschritten am Klavier und lädt ihn ein, bei ihm vorzuspielen. Plötzlich ist die Möglichkeit, wie seine Mutter eine erfolgreiche Musikkarriere einzuschlagen, für Tom in realistische Nähe gerückt. Er sieht in dem Angebot zum Vorspielen die Chance, seinem bisherigen Leben zu entkommen - und er ergreift sie.
Natürlich hat er sein Klavierspiel, das sich nicht gut mit seinem Job-Alltag verträgt, in den letzten Jahren vernachlässigt. Also nimmt er Unterricht bei der chinesischen Klavier-Virtuosin Miao-Lin, die noch nicht lange in der Stadt ist und kein Wort Französisch spricht. Ihre Kommunikation mit Zeichen und Gesten ist anfangs etwas schwierig, wird aber mit der Zeit immer besser. Die Musik verändert Toms Leben, er wird offener. Das führt zu einer leidenschaftlichen Affäre mit Aline, der Frau seines Freundes Fabrice, die er schon lange begehrt.
Toms Drang, ein besserer Mensch zu werden, wird durch die Anforderungen seines Jobs, der ihn kaum noch interessiert, immer wieder gebremst. Dennoch nimmt er, hypernervös, den Vorspiel-Termin wahr. Aber entweder versagen seine Nerven oder sein Spiel ist einfach nicht gut genug: Tom scheitert, er versagt während der Audition und stürmt aus dem Raum. Als sein Vater, der ein Leben lang Gewalt ausgeübt hat, einem brutalen Überfall zum Opfer fällt und ermordet wird, bleibt der Sohn fassungslos zurück. Eigentlich müsste er die Bluttat rächen, doch als sich einige Zeit später die Möglichkeit dazu ergibt und der russische Mafioso Minskov, der Mörder seines Vaters, wehrlos in seine Hände fällt, hat Tom sich bereits für einen anderen Weg entschieden.
Zwei Jahre später. Ein entspannter, gepflegt gekleideter Tom trifft auf der Bühne die Vorbereitungen für ein großes Klavierkonzert: Miao-Lin, die Frau, die er liebt und deren Arbeit er unterstützt, ist eine berühmte Pianistin geworden - und seine Lebenspartnerin.
International preisgekröntes Drama mit einem grandiosen Romain Duris in der Hauptrolle.
Quelle: Concorde
Interviews mit dem Regisseur und Drehbuchautoren Jacques Audiard, Drehbuchautor Tonino Benacquista und dem Komponisten Alexandre Desplat
Deutscher und original französischer Kinotrailer
Informationen zu Cast & Crew
Trailer zu weiteren Kinofilmen auf DVD
Quelle: Concorde
| Darsteller: | Romain Duris | als Tom | |
|---|---|---|---|
| Niels Arestrup | als Robert | ||
| Linh Dan Pham | als Miao Lin | ||
| Aure Atika | als Aline | ||
| Emmanuelle Devos | als Chris | ||
| Jonathan Zaccaï | als Fabrice | ||
| Gilles Cohen | als Sami | ||
| Anton Yakolev | als Minskov | ||
| Mélanie Laurent | als Freundin von Minskov | ||
| Regie: | Jacques Audiard | ||
| Buch: | Jacques Audiard | ||
| Tonino Benacquista | |||
| Musik: | Alexandre Desplat | ||
| Kamera: | Stéphane Fontaine | ||
| Produzent: | Pascal Caucheteux | ||
Der wilde Schlag meines Herzens in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch dts, Deutsch DD 5.1, Französisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1/dts
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Trailer, Interviews, Bio- und Filmografien
Interviews mit dem Regisseur und Drehbuchautoren Jacques Audiard, Drehbuchautor Tonino Benacquista und dem Komponisten Alexandre Desplat
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