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Der wilde Schlag meines Herzens

Französisches Remake des amerikanischen Thrillers "Finger - Zärtlich und Brutal", in dem ein junger Schlägertyp als Pianist ein neues Leben beginnen will.


Der wilde Schlag meines Herzens

Leihvideo

Erhältlich seit:
26.01.2006

Originaltitel: De battre mon coeur s'est arrêté

Drama/ Thriller

Frankreich 2005
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 16

Romain Duris
Niels Arestrup
Linh Dan Pham

Regie: Jacques Audiard
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Französisches Remake des US-Thrillers "Finger - Zärtlich und Brutal", in dem ein Schlägertyp als Pianist ein neues Leben beginnen will.

Tom will Klavierspieler werden (Foto: Concorde) Großansicht

Tom will Klavierspieler werden (Foto: Concorde)

Der 28 Jahre alte Tom (Romain Duris) ist mit drei anderen Typen in dubiose Immobiliengeschäfte verwickelt. Dabei setzt er gern mal Ratten in Häusern aus und fordert die Mieter reichlich unhöflich zum Auszug auf. In seiner Freizeit treibt er Schulden für seinen nicht weniger dubiosen Vater Robert (Niels Arestrup) ein. Tom ist schwer zu kontrollieren und hat einen Hang zu plötzlichen Gewaltausbrüchen, der ihm in seinem Job nicht ungelegen kommt.

Nach einer Begegnung mit dem ehemaligen Agenten seiner verstorbenen Mutter, einer Konzertpianistin, setzt er sich in den Kopf, eher in deren als in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Also nimmt er seine Klavierstunden wieder auf - ausgerechnet bei einer chinesischen Lehrerin (Linh Dan Pham), die kein Wort Französisch versteht.

War die Entscheidung richtig? (Foto: Concorde) Großansicht

War die Entscheidung richtig? (Foto: Concorde)

Original und Remake

1977 spielte Harvey Keitel in James Tobacks Thriller "Finger - Zärtlich und Brutal" den janusköpfigen Konzertpianisten und Schuldeneintreiber Jimmy Angelelli, der für den Protagonisten in Jacques Audiards Neuverfilmung das Vorbild abgegeben hat. In dieser Variante übernahm Romain Duris die Hauptrolle und brilliert mit einer facettenreichen Glanzleistung.

Der wilde Schlag meines Herzens

Während Hollywood-Remakes französischer Stoffe die Regel sind, ist dieser umgekehrte Fall eine Überraschung. 1977 hatte James Toback mit Harvey Keitel in der Hauptrolle die Underdog-Charakterstudie "Fingers - zärtlich und brutal" inszeniert, die Geschichte eines hypernervösen Schuldeneintreibers, der sich als Konzertpianist versucht. Jacques Audiards in jeder Hinsicht aufregende Neuverfilmung erzählt dieselbe Geschichte als genuin französischen Stoff - und mit einem sensationellen Romain Duris, der spielt, als sei ihm der Part auf den Leib geschrieben.

Duris wird hierzulande nach wie vor gerne als hübscher Junge ("L'auberge Espagnole", "Eine Affäre in Paris") unterschätzt. Dabei sollte man spätestens seit Tony Gatlifs "Exils" ein Fan von ihm sein. In "Der wilde Schlag meines Herzens" spielt er erneut mit einer bisweilen schmerzhaften Intensität und Ausdrucksstärke, mit der es ihm sogar gelingt, dass der Zuschauer selbst um eine unsympathische Figur wie seine zittert. Er ist Tom, der mit drei anderen Typen in dubiose Immobiliengeschäfte verwickelt ist, dabei Ratten in Häusern aussetzt und Mieter auch noch unfreundlicher zum Auszug bewegt. In seiner Freizeit treibt er Schulden für seinen nicht weniger dubiosen Vater Robert (Niels Arestrup) ein. Der junge Mann ist schwer zu kontrollieren und hat einen Hang zu plötzlichen Gewaltausbrüchen, der ihm in seinem Job nicht ungelegen kommt. Nicht so ganz will das dazu passen, dass er sich nach einer Begegnung mit dem ehemaligen Agenten seiner verstorbenen Mutter, einer Konzertpianistin, in den Kopf setzt, eher in deren als in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Während er seine Klavierstunden wieder aufnimmt - ausgerechnet bei einer chinesischen Lehrerin (Linh-Dan Pham), die kein Wort Französisch versteht - muss er sich gleichzeitig mit einer Affäre mit der Frau eines Kollegen und dem Konflikt seines Vaters mit der russischen Mafia herumschlagen, wortwörtlich versteht sich.

Romain Duris spielt Tom mit einem harten Zug um die Mundwinkel und unstetem Blick. Er ist kaltschnäuzig und uncool - seinem Macho fehlt einfach die Gelassenheit. Man spürt von Beginn an seine innere Zerrissenheit. Tom übertönt seine innere Unruhe mit harter Technomusik aus den Kopfhörern. Er spürt, dass die Musik seine letzte Chance sein könnte, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Aber er scheitert ständig. Seine fliegenden Finger sind nicht wirklich der Ersatz für zuschlagende Fäuste. Er kann es nicht ertragen, wenn seine Lehrerin ihm beim Spiel zusieht. Es ist mühsam für ihn, seinen Stolz und seine Brutalität abzulegen und Gefühle zu zeigen. Er hat ein gravierendes Kommunikationsproblem: In seinem Job spricht die Gewalt und bei seiner chinesischen Lehrerin spricht nur die Musik.

Gegensätze lässt Audiard in der in Schatten getauchten Welt des gegenwärtigen Paris aufeinandertreffen, in der ausgerechnet ein Typ wie Tom zum Lichtblick wird. Aber alle Disharmonien löst Audiard in der Harmonie von Inhalt und Bild auf. Toms Unsicherheit und Zerrissenheit überträgt sich auf Kamera und Inszenierung - auf Brüche, Jump Cuts, Achsensprünge. "Der wilde Schlag meines Herzens" ist im wahrsten Sinne "außer Atem" - und während Godard seinerzeit leichtfüßig ironisch sein Paris eroberte, nimmt Audiard hier alles auf überzeugende, entschlossene und erwachsene Weise ernst - Thema, Story, Charaktere, ihre Sehnsüchte und sogar ihren Herzschlag. deg.

Darsteller:  Romain Duris   als Tom
  Niels Arestrup   als Robert
  Linh Dan Pham   als Miao Lin
  Aure Atika   als Aline
  Emmanuelle Devos   als Chris
  Jonathan Zaccaï   als Fabrice
  Gilles Cohen   als Sami
  Anton Yakolev   als Minskov
  Mélanie Laurent   als Freundin von Minskov
 
Regie:  Jacques Audiard  
Buch:  Jacques Audiard  
  Tonino Benacquista  
Musik:  Alexandre Desplat  
Kamera:  Stéphane Fontaine  
Produzent:  Pascal Caucheteux  
 

Der wilde Schlag meines Herzens in der Fotoshow

 

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Features

 

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Romain Duris

Französischer Schauspieler. Mit charmantem Lächeln und lässigem Look gehört er zu den besten und populärsten Schauspielern seiner Generation,...

 

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Niels Arestrup

Französischer Schauspieler, Regisseur und César-Preisträger. Gleichermaßen als Film- und Theaterschauspieler, sowie seit 1988 als Leiter...