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Kaufvideo
Erhältlich seit:
22.11.2004
Originaltitel: Der Wixxer
Deutschland 2004
Laufzeit: 82 Min.
FSK: ab 12
Oliver Kalkofe
Bastian Pastewka
Tanja Wenzel
Regie: Tobi Baumann
Universum Film

Von wegen Schnellschuss nach dem Erfolg von "Der Schuh des Manitu": Oliver Kalkofes erster Ausflug weg von der Mattscheibe auf die Leinwand, der im vergangenen Jahr in Prag nach einem Drehbuch von Kalkofe und dessen Comedy-Kollegen Bastian Pastewka und Oliver Welke gedreht wurde, ist eine absolut kompetente Parodie auf die neben "Winnetou" zweite erfolgreiche deutsche Filmreihe der 60er Jahre: Edgar-Wallace-Adaptionen. Doch nicht nur diese sogenannten Gruselschocker wurden eingehend studiert, sondern auch die Filme der Spoof-Könige Zucker-Abrahams-Zucker. Von denen klaute die Ratpack-Produktion nämlich nicht nur ein paar Gags, sondern dankenswerter auch das Prinzip, dass man die Vorbilder ernst nehmen muss, damit die Verarschung funktionieren kann.
Wallace-Afficionados werden nicht schlecht staunen, was Kalkofe und Co. alles an bekannten Motiven und Figuren in ihrem Film untergebracht haben. Das beginnt bei der hinreißenden Nonsens-Eröffnungssequenz mit einem Paukenschlag, in der die "Blind Date"-erprobten Olli Dittrich und Anke Engelke als ostdeutsches Ehepaar auf England-Urlaub in einem in tiefstes Schwarzweiß getauchten Wald en passant dem "Hund von Blackwood Castle" (hier "Blackwhite Castle" getauft - das letzte Schloss in Großbritannien in Schwarzweiß!), dem "schwarzen Abt" und den "toten Augen von London" begegnen, bevor der titelgebende "Wixxer" seinen ersten Auftritt hat. Dementsprechend sieht auch das gewählte Personal aus: Kalkofe übernahm den Siegfried-Lowitz-Part als Chefinspektor Even Longer, der sich am tragischen Tod seines alten Partners Rather Short die Schuld gibt. Pastewka steht ihm als Ersatz-Eddi-Arent und neuer Partner Very Long zur Seite. Dazu gibt es durchtriebene Adlige (Thomas Fritsch), propere Maiden, die tatsächlich Millionenerbinnen sind und davon nichts ahnen (Tanja Wenzel), schmierige Dandy-Bösewichte (Lars Rudolph diesmal ehrlich und aufrichtig in den Fußstapfen von Klaus Kinski), stocksteife Butler (Christoph M. Herbst mit Hitler-Bärtchen und rollendem R als Alfons Hatler - sehr komisch!), geheimnisvolle Haushälterinnen und den unvermeidlichen Sir John, dargestellt von Wolfgang Völz, der 1960 tatsächlich in Jürgen Rolands Wallace-Verfilmung "Der grüne Bogenschütze" eine Nebenrolle hatte. Und natürlich gibt es mit dem "Wixxer" einen maskierten Bösewicht, wie sie zur festen Ausstattung gepflegter Wallace-Filme gehörten, der hier aber ähnlich megalomanische Absichten trägt wie 007-Schurken.
Mit erkennbar viel Liebe wurde die letztlich natürlich vernachlässigbare Handlung aus all den bekannten Versatzstücken der frühen Wallace-Adaptionen gestrickt: Während die Polizisten Longer und Long Jagd auf den dämonischen Wixxer machen, der selbst die Londoner Unterwelt dezimiert, um selbige übernehmen zu können, kommen sie auf die Spur des Earl Of Cockwood, der auf seinem Schloss Möpse züchtet und damit seinen regen Handel mit Girl-Groups verdeckt. Durch mysteriöse Schlösser mit Geheimgängen, neblige Moore, verrauchte Spelunken und finstere Hafengelände geht die Hatz, die doch nur das Gerüst bildet für so viele Gags, wie man sie in der Laufzeit von 85 Minuten unterbringen kann. Wer aufgrund des Titels Befürchtungen gehegt hat, Kalkofe und Co. würden beim Humor ihres Films lediglich die unterste Bad-Taste-Schublade aufmachen, sieht sich angenehm getäuscht. Gewiss, es gibt geschmacksfreie Entgleisungen wie "Mrs. Drycunt" und auch eine gewisse pubertäre Vorliebe für Brust- und Penis-Witze, doch in erster Linie haben die Pointen Charme und zudem eine verblüffend hohe Trefferquote. Neben dem wunderbaren Showdown, der aus der Budgetnot eine Tugend macht und eine verrückte Fahrradverfolgungsjagd auf Lager hat, gehören Pastewkas Kurzauftritte als aus "Die Wochenshow" bekannter indischer Rosenverkäufer oder eine Konferenz der gesammelten Bösewichte Londons zu den Höhepunkten. Wie Bully bei "Der Schuh des Manitu" zeigt auch der "Ladykracher"-erfahrene Filmregiedebütant Tobi Baumann ein erfreuliches Gefühl für Kinobilder. Gewöhnungsbedürftig mag Oliver Kalkofe ausgerechnet in der Hauptrolle sein, aber der guten Laune tut auch sein darstellerischer Minimalismus keinen Abbruch. ts.
| Darsteller: | Oliver Kalkofe | als Chief Inspector Even Longer | |
|---|---|---|---|
| Bastian Pastewka | als Inspector Very Long | ||
| Tanja Wenzel | als Miss Pennymarket | ||
| Anke Engelke | als Doris Dubinsky | ||
| Olli Dittrich | als Dieter Dubinsky | ||
| Thomas Heinze | als Rather Short | ||
| Thomas Fritsch | als Earl of Cockwood | ||
| Antoine Monot, Jr. | als Der taube Jack | ||
| Christoph Maria Herbst | als Butler Hatler | ||
| Oliver Welke | als Dr. Brinkman | ||
| Lars Rudolph | als Smeerlap | ||
| Wolfgang Völz | als Sir John | ||
| Eva Ebner | als Miss Drycunt | ||
| André Meyer | als Pomeroy (Pommi) | ||
| Daniel Steiner | als Fitzgerald (Fritti) | ||
| Grit Boettcher | als Miss Nora | ||
| Günther Jauch | als Fernsehmoderator | ||
| Regie: | Tobi Baumann | ||
| Buch: | Oliver Kalkofe | ||
| Oliver Welke | |||
| Bastian Pastewka | |||
| Musik: | Andreas Grimm | ||
| Kamera: | Gerhard Schirlo | ||
| Produzent: | Christian Becker | ||
| David Groenewold | |||
| Anita Schneider | |||
Sprachen: Deutsch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Original-Kinotrailer, Musikvideo
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