
Matthew McConaugheys neue romantische Komödie beweist, dass Fließbandverführer emotional tot und deshalb von Geistern geläutert werden müssen.
Frei nach "Eine Weihnachtsgeschichte" wird der Titelheld von Geistern der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Letzterer wie bei Charles Dickens stumm, heimgesucht. Hier jedoch sind die Geister weiblich, repräsentieren die Frauen, die die moderne Variante von Dickens' geizigem Ekelpaket in verschiedenen Lebensstadien erobert, abgelegt, ignoriert, schlicht schlecht behandelt hat. Nach kurzer Einführung McConaugheys als Star-Fotograf mit kurzer Brennweite, der keine Frau nah an sich herankommen lässt, taucht er als Connor Mead zur Hochzeit seines jüngeren Bruders (Breckin Meyer) auf. Am Tag vor der Zeremonie, im Kreis von Brautfamilie und Freunden des Bruders, demonstriert der schnell alkoholisierte Gast offen seine Verachtung gegenüber der Ehe und seine Lust alles abzuschleppen, was Beine, Brüste oder ein Lächeln mit Versprechen zeigt. Als ihm sein verstorbener Onkel Wayne (Michael Douglas), das triebhafte Vorbild, erscheint und den Besuch dreier Geister ankündigt, geht die Tour durch Meads Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft los. Schwerpunkt ist dabei seine Beziehung zu Hochzeitsgast Jenny (Jennifer Garner), die er schon als Kind geliebt, aus den Augen verloren und nach der Nacht, in der sie ihm zu nahe kam, verlassen hat. Tiefgründig gibt sich das Drehbuch dabei nicht - es genügt, dass der frühe Unfalltod der Eltern dauerhaftes Glück als Illusion markierte und Jennys Party-Knutschen mit einem Teenrivalen ihm die Treulosigkeit der Frauen stellvertretend vor Augen führte. Natürlich erwacht Mead am Morgen der Hochzeit geläutert, bekommt jeder Topf seinen Deckel - mit Ausnahme von Onkel Wayne, der allerdings, Altersunterschiede in Richtung halbes Jahrhundert ignorierend, auch zu große Ambitionen hat. Der neue Film von Mark Waters, dem mit "Solange du da bist" eine der besseren romantischen Komödien der letzten Jahre gelang, setzt auf sentimental, moralisch, romantisch, auf Situationskomik statt Wortwitz, meidet exzessive Übertreibungen, die sonst Komödien das Rückgrat brechen. Mehr Unberechenbarkeit, Biss und Tempo stünde dieser Komödie dennoch gut, die in einigen Szenen zeigt, woran ihre hochzeitslastigen Autoren früher mitgearbeitet haben. An Erfolgen wie "Wedding Crashers" und "27 Dresses", unter die sich auch "Der Womanizer" einreihen kann, wenn die Zielgruppe von McConaugheys Casanova-Charme nicht nur träumen, sondern ihn im Kino auch sehen will. kob.