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Desires of a Woman - Menschen am Abgrund

Independentdrama über eine Gruppe von Menschen im Mittleren Westen der USA, die ihre Probleme auf ganz eigene Weise zu lösen versuchen.


Desires of a Woman - Menschen am Abgrund

Leihvideo

Erhältlich seit:
01.09.2009

Originaltitel: When a Man Falls in the Forest

Drama

USA/Kanada/Deutschland 2007
Laufzeit: 83 Min.
FSK: ab 16

Timothy Hutton
Dylan Baker
Pruitt Taylor Vince

Regie: Ryan Eslinger
New Age 21 Home Entertainment

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Desires of a Woman - Menschen am Abgrund

Gary hockt jeden Tag bis tief in die Nacht am Schreibtisch, um so weit als möglich dem täglichen Ehekrieg mit der frustrierten Ehefrau Karen aus dem Weg zu gehen. Dabei trifft er eines Abends unvermittelt auf seinen alten Schulkameraden Bill. Der schwingt nach Feierabend in Garys Firma den Putzlumpen, will von der Menschheit eigentlich gar nichts mehr wissen und hat sich in einer Traumwelt eingerichtet. Die Begegnung mit Bill bringt Gary dazu, nach seinem besten Schulfreund Travis Ausschau zu halten. Eine Entscheidung mit Folgen für alle.

Der deutsche Titel führt in die Irre, denn Sharon Stone ist zwar der prominenteste Star der Runde, spielt aber nur eine (wenn auch gewichtige) Nebenfigur in diesem ambitionierten Charakterdrama, das zentral von den inneren Befindlichkeit dreier mehr oder minder befreundeter Herren handelt. Pessimistische Perspektive, kommunikative Defizite und Hoffnungslosigkeit an (fast) allen Fronten im tristen Midlife-Crisis-Neurosenreigen, der in guten Momenten an die Filme von Todd Solondz ("Happiness") gemahnt, jedoch nie deren Drastik und satirische Schärfe erreicht.

Desires of a Woman - Menschen am Abgrund

Drei Männer, eine Frau und eine einfache Geschichte. Ryan Eslinger holt in seinem realistischen Drama den Grauen des (US-)Alltags ins Kino.

Rote Tulpen, gelbe Rosen, blauer Samt. Weiß gestrichene Gartenzäune, penibel gemähte Rasenflächen und träge rotierende Rasensprinkler vor schmucken Einfamilienhäusern. Spätestens seit David Lynchs "Blue Velvet" wissen wir, dass in Suburbia das Grauen zu Hause ist. Und so haben auch die Mittvierziger aus Ryan Eslingers Berlinale-Wettbewerbsbeitrag "When a Man Falls in the Forest" mit dem Leben längst abgeschlossen. Wie Zombies bewegen sie sich. Bill (Dylan Baker), der seitenscheiteltragende Nachthausmeister mit der übergroßen Hornbrille, der nach Sonnenuntergang Großraumbüros putzt und über Kopfhörer "Tosca"-Arien hört. Dabei trifft er eines Nachts auf den Baseball-Kappe bewehrten Gary (Timothy Hutton), der am Schreibtisch eingeschlafen ist. Alles, nur nicht nach Hause ins eigene Bett, wo Gattin Karen (Sharon Stone) mit Leichenbittermiene Jugend und Schönheit hinterher trauert. Und dann ist da noch Travis (Pruitt Taylor Vince), ein melancholisches Riesenbaby, den eine schreckliche Tragödie in der Vergangenheit gefangen hält.

Drei Männer, eine Frau und eine einfache Geschichte, die aus der Feder des Regisseurs stammt. Ein realistisches Drama um Entfremdung und Sprachlosigkeit. Die Welt ist nicht mehr heil und ihre Bewohner haben sich nichts mehr zu sagen. Kommunikation findet in leeren Worthülsen statt, was bisweilen auch in absurde Komik gipfelt: "Was ist mit dir los?" - "Wie?" - "Was ist mit dir los?" - "Ich weiß es nicht. Was ist mit dir los?" - "Nichts. Mit mir ist alles okay." Schulfreunde wie die Gattin wünschen sich Veränderung, nehmen ihr Schicksal aber nicht in die Hand. Flucht ist angesagt, in den Traum etwa, wo Bill als Samurai-Kämpfer den seine Familie terrorisierenden Nachbarn niederstreckt. Oder man geht auf Ladendiebstahl-Tour, wie die souveräne Sharon Stone, die ungeschminkt mit zerzaustem Haar gegen ihr Beauty-Image anspielt. Heimlich liebkost sie Lederhandschuhe, vergeblich versucht sie Spitzenunterwäsche zu stehlen. Überleben, den nächsten Tag erleben, darum geht's nur noch, erklärt Gary seinem Kumpel Travis. Und so bleibt er, der hoch hinaus wollte, unsichtbar und klein. Bis er bei einem Supermarkt-Überfall Stellung bezieht, dagegen hält. Aber da ist ohnehin alles längst zu spät.

Nüchtern, funktional, gradlinig gestaltet Eslinger seine streng durchstrukturierte, kühl kalkulierte zweite Kino-Arbeit, bei der Stone als ausführende Produzentin firmiert. Kalt und blau präsentieren sich die Bilder des vorzüglichen Kameramanns Lawrence Sher ("Garden State"), die in ihren Kompositionen an die Gemälde Edward Hoppers erinnern. Entsprechend melancholisch die Musik von "Smashing Pumpkins"-Sänger Billy Corgan, Paul Michael Thomas und John Sereda. Hollywood-Glamour war gestern, heute regiert der Independent-Alltag. Bonjour tristesse! geh.

Darsteller:  Timothy Hutton   als Gary
  Dylan Baker   als Bill
  Pruitt Taylor Vince   als Travis
  Michael Eklund   als Kassierer
  Sharon Stone   als Karen
  Link Baker   als Adam
  Stacie Bono   als Sadie
  Monique Ganderton  
 
Regie:  Ryan Eslinger  
Buch:  Ryan Eslinger  
Kamera:  Lawrence Sher  
Produzent:  Mary L. Aloe  
  Christian Arnold-Beutel  
  Kirk Shaw  
  Alain de la Mata  
 

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Features

 

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Dylan Baker

In Todd Solondz' Film "Happiness" über die Zwänge in amerikanischen Vorortfamilien und deren Zwangsbindungen, spielte Dylan Baker den Ehemann...

 

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Sharon Stone

Als ehemaliges Fotomodell für Eileen Ford, Clairol, Revlon u.a. sowie Gewinnerin diverser lokaler Schönheitswettbewerbe gelang Sharon Stone...