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Die Akte Jane

Elegante Variante von "Ein Offizier und Gentleman", in dem Demi Moore ihren Mann stehen muß.


Die Akte Jane

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Erhältlich seit:
04.09.2003

Originaltitel: G.I. Jane

Action/ Drama

USA 1997
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 16

Demi Moore
Viggo Mortensen
Anne Bancroft

Regie: Ridley Scott
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Die Akte Jane

Die Marine-Offizierin Jordan O'Neil wird als erste Frau dazu auserkoren, am ultra-harten Ausbildungsprogramm der berühmt-berüchtigten Navy Seals teilzunehmen. Neben dem unmenschlichen Training macht ihr besonders der sadistische Master Chief zu schaffen, der alles daran setzt, seine Untergebene auf psychischer Ebene zu brechen. Doch dank ihres eisernen Willens und stählerner Muskeln übersteht O'Neil sämtliche Torturen. Bei einem Kampfeinsatz in Libyen muß Jordan ihre neu erworbenen Fähigkeiten dann erproben...

Nach mäßig erfolgreichen Auftritten als Jurorin ("Nicht schuldig") oder Lap-Dancerin ("Striptease") zeigt sich Demi Moore hier wieder in schauspielerischer Höchstform. Großen Anteil daran hat Regisseur Ridley Scott, der nach "Alien" und "Thelma und Louise" erneut beweist, daß er mit starken Frauencharakteren umzugehen weiß. Dennoch ist "Die Akte Jane" keine bloße One-Woman-Show, sondern auch ein fulminantes Militärspektakel, das in seinen Drill-Szenen mit Stanley Kubricks "Full Metal Jacket" und wegen des furiosen Finales mit "Top Gun" durchaus vergleichbar ist.

Die Akte Jane

Nachdem sie als Stripperin, Ehebrecherin und Jurorin beim Publikum nur bedingt Anklang fand, ist es für 12-Mio.-Dollar-Frau Demi Moore in Ridley Scotts patriotischem Hochglanz-Drama um Gleichberechtigung im Militär eine Frage der Ehre, als erste weibliche Navy-Seals-Rekrutin möglichst machohaft ihren Mann zu stehen. Ihr Zelluloid-Testosteron-Trip wird so nachhaltig ausgereizt, daß sie sogar den selben berüchtigten, sich auf einen Teil der männlichen Anatomie beziehenden Oneliner wie Geena Davis in "Tödliche Weihnachten" zwischen blutig geprügelten Lippen hervorpreßt.

Nach dem nicht sehr gehaltvollen Drehbuch von Danielle Alexander (wird in den Produktionsnotizen bezeichnenderweise als "die weibliche Version von Tom Clancy" beschrieben) und David Twohy wird die Marine-Offizierin Jordan O'Neil von einer auf ihre Wiederwahl erpichten US-Senatorin (formidabel: Anne Bancroft) als Testkandidatin auserkoren, beim höllenhaften Rekrutentraining der Elite-Einheit der Navy Seals teilzunehmen. Die nächsten, knapp 90 Minuten verbringt die bei ihren "Kameraden" (die vorwiegend mit Triathleten und Militärangehörigen besetzt wurden) auf eisige Ablehnung stoßende O'Neil unter dem sadistischen Master Chief (der charismatische Viggo Mortensen), um körperliche und emotionale Torturen über sich ergehen zu lassen. Dazu zählen, neben verbalem Mißbrauch, endlos im Regen joggen, durch Schlamm robben, in der eiskalten Brandung Liegestütze machen, aus Mülltonnen speisen etc. Eine Übung im Vietnam-inspirierten Gefangenenlager führt zur knallharten Konfrontation (wohl selten wurde eine Frau auf der Leinwand brutaler vermöbelt) zwischen O'Neil und ihrem Master Chief. Dazwischen wird ihr eine lesbische Affäre angedichtet, doch nach ihrer Rehabilitation kann O'Neil beim Einsatz in Libyen (der große Bruder "Top Gun" läßt grüßen) anonyme Araber abknallen, ihren Vorgesetzen das Leben retten und von einem Kameraden das ultimative Kompliment "Mit dir würde ich jederzeit in den Krieg ziehen" bekommen.

Der visuelle Ästhet Scott zeigte in der Vergangenheit mit "Thelma & Louise" und "Alien" (man denke an Sigourney Weavers Kick-Butt-Pionierin Ripley) eine ausgeprägte Affinität für starke Frauencharaktere. Deswegen muß von "G.I. Jane" kein flammendes Feminismus-Statement erwartet werden. Es wird darauf gepocht, daß die ihrer femininen Qualitäten entblößte Protagonistin (die mit einem schmalzigen Pretenders-Song unterlegte Haarscherungs-Szene spricht Bände) das Recht hat, wie ihre männlichen Gegenstücke im Kriegsfall aktiv am Geschehen mitzumischen. Auch wird die Senatorin genauso wenig vertrauenswürdig wie ihre männlichen Kollegen dargestellt. Sexuelle Untertöne wurden weitgehend vermieden. Moores leichtgeschürzten und inspirierenden Fitnessübungen (wieder Pretenders beschallt) sollen lediglich dazu dienen, ihre wohlgeformten Formen und Muskeln ins rechte Licht zu rücken. Die Titelheldin projiziert perfekt eisernen Willen, der an sture Verbohrtheit grenzt, so daß man ihr das Martyrium ohne weiteres abkauft. Ihre Motivationen (sie kann angeblich nur mit Kriegserfahrung Karriere machen) und ihr Privatleben bleiben eher dünn gestrickt, ebenso wie die anderen Charakterzeichnungen extrem eindimensional ausgefallen sind. Bei so viel verbissener Entschlossenheit und einem Schuß unverhohlener politischer Propaganda blieb der Humor weitgehend auf der Strecke - lediglich Moores todernst vorgetragenen Tough-Girl-Sprüche sollen für Auflockerung sorgen. Auf Platz 1 gestartet, bleibt abzuwarten, ob das Militärdrama so viel aggressives Stehvermögen wie "G.I. Jane" selbst zeigen wird. ara.

Darsteller:  Demi Moore   als Lt. Jordan O'Neil
  Viggo Mortensen   als Master Chief John Urgayle
  Anne Bancroft   als Sen. Lillian DeHaven
  Jason Beghe   als Royce
  Scott Wilson   als C.O. Salem
  Lucinda Jenney   als Blondell
  Morris Chestnut   als McCool
  Josh Hopkins   als Flea
  James Caviezel   als Slovnik
  Angel David   als Newberry
  Boyd Kestner   als Wickwire
  Kevin Cage   als Ausbilder Pyro
  David Vadim   als Cortez
  Gregg Bello   als Miller
  John Michael Higgins   als Stabs-Chef
  Stephen Ramsey   als Stamm
  Daniel von Bargen   als Theodore Hayes
  David Warshofsky   als Ausbilder Johns
 
Regie:  Ridley Scott  
Buch:  David Twohy  
  Danielle Alexandra  
Musik:  Trevor Jones  
Kamera:  Hugh Johnson  
Produzent:  Roger Birnbaum  
  Demi Moore  
  Suzanne Todd  
  Ridley Scott  
 

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