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Die Blindgänger

Jugend-Melodram um zwei 13jährige blinde Internatsschülerinnen, deren Leben die Musik ist.


Die Blindgänger

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Erhältlich seit:
15.05.2008

Originaltitel: Die Blindgänger

Drama/ Melodram

Deutschland 2004
Laufzeit: 82 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Ricarda Ramünke
Dominique Horwitz
Maria Rother

Regie: Bernd Sahling
MFA+ Film Distribution

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Jugend-Melodram um zwei 13-jährige blinde Internatsschülerinnen, deren Leben die Musik ist.

Die blinden Mädchen würden gerne Musik machen (Foto: MFA) Großansicht

Die blinden Mädchen würden gerne Musik machen (Foto: MFA)

Die 13-Jährigen Marie (Ricarda Ramünke) und Inga (Maria Rother) sind beste Freundinnen mit den üblichen Teenagersorgen. Aber Marie und Inga haben noch ein weiteres Problem - sie sind blind und leben in einer Schule für Sehbehinderte, deren Schwerpunkt in der Musikausbildung liegt.

Als die beiden erfahren, dass eine Schülerband Verstärkung sucht, wittern sie ihre Chance - die aber schon bald darauf zerschlagen wird. Wegen ihrer Blindheit abgewiesen, lernen sie kurze Zeit später den jungen Russlanddeutschen Herbert (Oleg Rabcuk) kennen, der nach Kasachstan zurückkehren will. Die drei gründen ein Trio und machen fortan Straßenmusik, um das nötige Kleingeld zu beschaffen.

Der Traum vom Erfolg erfüllt sich nicht so leicht (Foto: MFA) Großansicht

Der Traum vom Erfolg erfüllt sich nicht so leicht (Foto: MFA)

Zwei Mädchen und die weite Welt

Das einfühlsame Spielfilm-Debüt von Bernd Sahling wurde unter anderem bereits mit dem Deutschen Filmpreis als Bester Kinderfilm ausgezeichnet. Sahling inszenierte seine Geschichte um zwei blinde Mädchen nicht als Drama um ihre Behinderung, sondern als eine Art Märchen, in dem zwei mutige Geschöpfe in die Welt hinaus ziehen, wo man sie das Fürchten lehren wird.

Ihr Schicksal wird clever kontrastiert mit den Problemen des fernsehsüchtigen Hausmeisters, eines unkommunikativen Kommissars und eines kasachischen Jungen, der die deutsche Sprache nicht beherrscht.

Die Blindgänger

Mit der Empfehlung von zahllosen Auszeichnungen - darunter der deutsche Filmpreis 2004 - kommt nun dieser etwas andere Kinderfilm in unsere Kinos. Erzählt wird die Geschichte von zwei 13-jährigen, blinden Mädchen, die unbedingt in einer Schülerband Musik machen wollen. Der selbstverständliche Umgang mit dieser Art von Behinderung, beeindruckende Leistungen der Laiendarsteller und die authentische Schilderung dieser für Sehende fremden Welt machen Bernd Sahlings Kinodebüt zu einem Muss für Kinder und Jugendliche, die vor der Leinwand mehr als nur pures Entertainment suchen.

Dass sich Bernd Sahling, Autor und Regisseur von "Blindgänger", in diesem schwierigen Genre bestens auskennt, beweist ein Blick auf seine Biografie. Gelernt hat der gebürtige Naumburger bei Helmut Dziuba und Rolf Losansky, den einstigen Aushängeschildern des DEFA-Kinderfilms; gearbeitet hat der Absolvent der Filmhochschule "Konrad Wolf", als Familien- und Einzelfallhelfer beim Jugendamt. Nach diversen TV-Arbeiten für arte, ZDF und ORB präsentiert Sahling nun seinen ersten abendfüllenden Kinofilm. "Blindgänger" spielt in einem Internat für Sehbehinderte. Und auch wenn dessen Schülerinnen Marie und Inga, beide 13, blind sind, haben sie doch exakt die gleichen Sorgen und Nöte wie die "Guckis", wie die "Normalen" liebevoll-spöttisch genannt werden. Man quatscht über Lehrer und Jungs, Mode und Musik. Letzteres macht den beiden besonders viel Spaß. Deshalb bewerben sie sich, als eine Schülerband für einen TV-Wettbewerb Verstärkung sucht. Doch die zwei werden abgewiesen, nicht wegen mangelnden Talents, sondern weil Blinde nun mal nicht telegen genug sind. Frustriert wollen sie schon derlei Aktivitäten aufgeben. Doch da hat Inga die zündende Idee. Man gründet einfach eine eigene Band. Gemeinsam mit Internats-Freund Daniel und dem Russland-Deutschen Herbert, den Marie ziemlich nett findet, heben sie die "Blindgänger" aus der Taufe. An einem Wochenende soll schließlich ein Musikvideo aufgenommen werden, im Internat, heimlich und natürlich verbotenerweise.

Bernd Sahling macht es dem Kinogänger von heute, der schnelle Schnitte und hohes Tempo gewohnt ist, nicht leicht. Sein Erzähltempo ist ruhig, er nimmt sich viel Zeit, um seine Hauptfiguren vorzustellen und er porträtiert in seinem Film nicht nur Blinde, sondern in dem Russland-Deutschen Herbert eine weitere Außenseiter-Gruppe in unserer Gesellschaft. Doch weil er immer wieder humorvolle Sequenzen einbaut und das Leben der Blinden mit einer unglaublichen Hingabe und besessenen Akribie durchleuchtet, ist "Blindgänger" mehr Märchen als Drama, mehr Komödie als Tragödie, mehr lebensbejahend als "runterziehend". Und dass man mit Figuren wie Marie oder Inga keinesfalls Mitleid, sondern vielmehr Bewunderung und Anerkennung übrig haben sollte, ist das Verdienst von Ricarda Ramünke und Maria Rother, die mit ihrer Unbekümmertheit und Direktheit die Behinderung (fast) vergessen machen. Bleibt zu hoffen, dass dieses Werk, in dem Dominique Horwitz als einfühlsamer Internatsbetreuer Herr Karl weitere Akzente setzt, nun nicht auf seinen bei internationalen Festivals erworbenen Lorbeeren sitzen bleibt und sich mehr als nur ein auf großstädtische Programmkinos beschränktes Publikum erobern kann. lasso.

Darsteller:  Ricarda Ramünke   als Marie
  Dominique Horwitz   als Herr Karl
  Maria Rother   als Inga
  Oleg Rabcuk   als Herbert
  Dennis Ritter   als Daniel
  Christine Hoppe   als Frau Kersten
  Hermann Beyer   als Onkel Leo
  Dieter Mann   als Mann in Zivil
  Petra Kelling   als Köchin
  Friederike Pöschel   als Junge Polizistin
  Lutz Teschner   als Polizist
  Benno Frevert   als Schlagzeuger
  Johannes Janitzki   als Bassist
  Maximilian Köster   als Keyboarder
  Julia Ziesche   als Sängerin
  Daniel Fripan   als Stämmiger
  Simon Jang   als Fudschi
  André Domoros   als Willi
  Gabriele Domschke   als Musiklehrerin
  Karl-Fred Müller   als Busfahrer
  Renate Cyll   als Herrn Karls Mutter
  Gennadi Vengerov   als Bärtiger Russe
  Pauline Knof   als Moderatorin
  Hauke Diekamp   als Keyboarder
 
Regie:  Bernd Sahling  
Buch:  Bernd Sahling  
  Helmut Dziuba  
Musik:  Christian Steyer  
Kamera:  Peter Ziesche  
Produzent:  Ingelore König  
 

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Features

 

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Dominique Horwitz

Deutscher Schauspieler, Sänger und Entertainer, der nach dem Motto "Wach sein und zugreifen" mit riesigem Arbeitseifer seit 1976 in...