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Die Bluthochzeit

Rabenschwarze Komödie, in der sich zwei Kampfhähne bei einer Hochzeit in einem Landgasthof eine gnadenlose Schlacht liefern.


Die Bluthochzeit

Leihvideo

Erhältlich seit:
20.10.2005

Originaltitel: Die Bluthochzeit

Komödie/ Drama

Deutschland/Belgien 2005
Laufzeit: 87 Min.
FSK: ab 12

Armin Rohde
Uwe Ochsenknecht
Josef Heynert

Regie: Dominique Deruddere
Highlight Communications (Deutschland)

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Gourmet-Koch Uwe Ochsenknecht und Großgrundbesitzer Armin Rohde bekriegen sich in dem extravaganten Landkrimi des Belgiers Dominique Deruddere bis aufs Messer.

Bitte lächeln - die Stimmung fürs Hochzeitsfoto lässt bereits zu wünschen übrig (Foto: Constantin) Großansicht

Bitte lächeln - die Stimmung fürs Hochzeitsfoto lässt bereits zu wünschen übrig (Foto: Constantin)

Jetzt sind sie erstmals gemeinsam auf der großen Leinwand zu bewundern: Uwe Ochsenknecht und Armin Rohde - zwei Ausnahmeschauspieler, die die deutsche Kinolandschaft in den letzten Dekaden entscheidend mitgeprägt haben.

In "Die Bluthochzeit" treten sie jedoch keineswegs als liebenswertes Buddy-Duo in Erscheinung, sondern als bis aufs Blut verfeindete Rivalen, die sich einen Kampf mit Haken und Ösen liefern.

Und das kommt so: Eigentlich wollen Braut Sophie (Lisa Maria Potthoff) und Bräutigam Mark (Arne Lenk) einfach nur den schönsten Tag in ihrem Leben genießen.

Zwei wie Hund und Katz': Sterne-Koch Berger und Eifelbauer Walzer (Foto: Constantin) Großansicht

Zwei wie Hund und Katz': Sterne-Koch Berger und Eifelbauer Walzer (Foto: Constantin)

Schlacht der Sturköpfe

Doch Marks zum Jähzorn neigender Vater, der schwerreiche Eifelbauer Hermann Walzer (Rohde), hält wohl nichts von harmonischen Hochzeitsfeierlichkeiten. Er gibt sich wieder mal als Kotzbrocken und legt sich ausgerechnet mit dem finanziell angeschlagenen Gourmetkoch Franz Berger (Ochsenknecht) an, in dessen idyllischem Landgasthof die Fete steigen soll.

Doch die Wut über einen verdorbenen Shrimpcocktail ist nur vorgeschoben. In Wirklichkeit hat es Walzer schon seit Jahren auf das Grundstück des Möchtegern-Bocuse abgesehen und findet nun einen willkommenen Anlass, einen handfesten Streit vom Zaun zu brechen. Als auch der anfangs besonnene Berger die Nerven verliert, gerät der Festtag außer Kontrolle, wird der Gasthof zur belagerten Festung.

Und während der Rest der Gesellschaft verzweifelt versucht, die beiden Streithähne zu besänftigen, steuert die Hochzeit auf ihr unerwartetes - blutiges? - Ende zu. Was hatte der Pfarrer gesagt: Bis dass der Tod euch scheidet ...

Die Schlacht ist geschlagen, aber auch gewonnen? Franz Berger mit Ulrich (Foto: Constantin) Großansicht

Die Schlacht ist geschlagen, aber auch gewonnen? Franz Berger mit Ulrich (Foto: Constantin)

Zwei Stars im Zickenduell

Angesiedelt an wunderbaren Original-Schauplätzen in den Eifelhöhen bei Schleiden, legt hier der extravagante belgische Filmemacher Dominique Deruddere - 2000 Oscar-nominiert für seine beißende Showbiz-Satire "Jeder ist ein Star!" - einen bitterbösen und zugleich hochdramatischen Krimi aufs Parkett.

Als Vorlage für "Die Bluthochzeit" diente ihm ein Comic mit dem Originaltitel "Lune de guerre", den Derudderes Landsmann und Co-Autor Jean van Hamme vor fünf Jahren gemeinsam mit dem renommierten Zeichner Hermann Huppen realisierte.

Fürs Kino entstand nun ein veritables Zickenduell, bei dem Ochsenknecht und Rohde dem schwachen Geschlecht auf verbaler Ebene in nichts nachstehen. Doch wehe, wenn sie erst mal zu den Waffen greifen - kein Wunder, dass Braut und Bräutigam das Ende ihres Hochzeitstages auf Knien herbeiflehen ...

Die Bluthochzeit

Der deutsche Film bleibt im Aufwind - diesmal mit tatkräftiger Unterstützung unseres Nachbarlands Belgien. "Die Bluthochzeit" basiert auf dem flämischen Comic "Lune de guerre" und wurde vom Belgier Dominique Deruddere inszeniert. Der blutig-brutale, schwarzhumorige Plot um die eskalierende Rivalität zwischen einem Nobel-Koch und einem schwerreichen Großgrundbesitzer wartet mit einem bestechend aufspielenden Darsteller-Ensemble auf und bietet bis zum kuriosen Finale Spannung auf höchstem Niveau. Nicht nur Uwe Ochsenknecht und der überragende Armin Rohde als Zugpferde, vor allem die zu erwartende positive Mundpropaganda könnten für überraschend positive Zahlen sorgen.

Ein idyllischer Landgasthof in der Eifel - ein idealer Ort, um eine Hochzeit auszurichten. Das denkt sich auch der exzentrische Millionär Hermann Walzer (Armin Rohde) und bittet Sohn Mark, dessen Braut Sophie und den Rest der Verwandtschaft zum Schlemmermenü. Doch bei der Vorspeise kommt's zum Eklat. Weil die Shrimps angeblich verdorben sind, zitiert er Gourmetkoch Franz Berger (Uwe Ochsenknecht) herbei und macht ihn vor versammelter Festgesellschaft zur Schnecke. Damit nicht genug. Walzer weigert sich, auch nur eine Minute länger im Etablissement zu verweilen und zieht mit seinem kompletten Hofstaat ab - ohne zu zahlen, versteht sich. Doch da hat er die sprichwörtliche Rechnung ohne den Wirt gemacht. Kurzerhand nimmt Berger die auf der Damentoilette versehentlich zurückgelassene Braut (Lisa Maria Pothoff) nebst Schwiegermutter (Imogen Kogge) als Geisel, lässt das schwere Eisentor schließen und harrt der Dinge, die da kommen. Und die lassen nicht lange auf sich warten. Der passionierte Waidmann Walzer, wahnsinnig vor Wut, packt seine Jagdflinten aus dem Kofferraum, bewaffnet Freunde und Familie bis an die Zähne und geht mit der Söldnerschar vor Bergers zur Festung umfunktionierten Lokalität in Stellung. Der (Klein-)Krieg kann beginnen.

Dominique Deruddere wird in Kennerkreisen bereits seit seiner eigenwilligen Bukowski-Adaption "Crazy Love" (1987) hochgeschätzt. Doch nach seiner Oscar-nominierten, ebenfalls höchst gelungenen Komödie "Jeder ist ein Star!" (2000) legt er mit "Die Bluthochzeit" nun sein Meisterstück vor. Das liegt zum einen daran, dass er für seine Realverfilmung der ungleich dreisteren und blutigeren Comic-Vorlage viel von ihrer Schärfe nahm, ohne aber deren Grundaussage zu verwässern. Zum anderen hauchte er den Figuren Leben ein und gab ihnen damit Glaubwürdigkeit und damit Möglichkeit zur Identifikation. So bleibt es auch in den absurdesten Situationen stets nachvollziehbar, welche Motive die Personen zu ihren jeweiligen Handlungen treibt. Und davon gibt es eine ganze Menge. Den Hauptfiguren Rohde und Ochsenknecht wurden ein gutes Dutzend weiterer tragender Rollen zur Seite gestellt, die dieses Werk zu einem Ensemble-Film allerfeinster Güte machen. Dabei besonders erwähnenswert: Nadeshda Brennicke die als Edelnutte auch in den brenzligsten Situationen kühlen Kopf behält, Christian Näthe als Jungkoch Mike, der sich zwar als Beschützer seiner Schwester aufspielt, aber sich im Dunkeln vor Angst in die Hosen macht, oder das belgische Urgestein Nand Buyl als militanter Opa, der an "Explosivität" selbst seinen gewalttätigen Schwiegersohn Hermann in den Schatten stellt. Doch es sind nicht nur die allesamt auf sehr hohem Niveau agierenden Schauspieler, die "Die Bluthochzeit" so sehenswert machen. Es ist der virtuose, crescendo-artige Aufbau der Geschichte, die wenigen, aber sehr effektvoll eingesetzten Makeup- und Pyro-Tricks, die erlesene Ausstattung im Zusammenspiel mit der höchst beweglichen, immer nah am Geschehen befindlichen Kamera des Belgiers Danny Elsen und zu guter Letzt der wunderbare Originalschauplatz, den der deutsch-belgische Produktionsstab um Marc Conrad, Norbert Preuss, Hilde De Laere und Erwin Provoost erst kurz vor Drehbeginn in der unter Denkmalschutz stehenden Burg Dreiborn fand. Fazit: Selten war ein Hochzeitstag so unvergesslich wie dieser, und selten hat man sich bei einem deutsch-(belgischen) Film, der einmal nicht Komödie und Kinderfilm, sondern Krimi, Kriegsfilm, rurale Tragödie oder ganz was anderes ist, so amüsiert. lasso.

Darsteller:  Armin Rohde   als Hermann Walzer
  Uwe Ochsenknecht   als Franz Berger
  Josef Heynert   als Andy Walzer
  Arne Lenk   als Mark Walzer
  Julia Schmidt   als Yvonne Walzer
  Imogen Kogge   als Hannelore Walzer
  Sandra Borgmann   als Katrin Walzer
  Nand Buyl   als Opa Brüngel
  Fabian Hinrichs   als Alexander Halberstadt
  Lisa Maria Potthoff   als Sophie Halberstadt
  Stephan Bissmeier   als Herbert Halberstadt
  Michaela Rosen   als Susanne Halberstadt
  Stefan Rudolf   als Freddy
  Dieter Brandecker   als Edgar
  Matthias Redlhammer   als Ulrich
  Christian Näthe   als Mike
  Marlon Kittel   als Arne
  Marie-Luise Schramm   als Isabell
  Dirk Roofthooft   als Roger Janssen
  Nadeshda Brennicke   als Maria Baumann
  Gottfried Breitfuß   als Holger Emmerich
  Steffi Kühnert   als Irene Emmerich
  Hilde van Mieghem   als Nele Schneider-Rebholt
  Michael Tregor   als Ludger Schneider-Rebholt
  Johann Adam Oest   als Pfarrer
  Erwin Grosche   als Chauffeur
  Klaus Spinnler   als Fotograf
 
Regie:  Dominique Deruddere  
Buch:  Dominique Deruddere  
  Jean van Hamme  
Musik:  Wolfram de Marco  
Kamera:  Danny Elsen  
Produzent:  Marc Conrad  
  Norbert Preuss  
  Hilde De Laere  
  Erwin Provoost  
 

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