
Im Rom des ausklingenden 15. Jahrhunderts wähnt sich der spanischstämmige Rodrigo Borgia als frischbestellter Papst Alexander VI. auf dem Gipfel der Macht. Nun müssen nur noch Imperium und Verantwortung verteilt werden auf die vier erwachsenen Kinder. Doch nicht jeder zeigt die gleiche Bereitschaft wie Schwesterchen Lukrezia, so einfach den von Papa gefundenen Partner zu heiraten oder eine steile Laufbahn im Klerus einzuschlagen. So lassen militante Verwerfungen unter den streitlustigen Brüdern nicht auf sich warten.
Von der wohl berüchtigsten und skandalumwittertsten Adelssippschaft des Mittelalters erzählt dieses reich ausgestattete und aus einem TV-Mehrteiler destillierte Historienepos aus spanischer Werkstatt, ohne es mit der detailfreudigen Auswälzung der mit dieser Geschichte untrennbar verbundenen Untaten zu übertreiben. Statt Action und Horror setzt man auf historische Genauigkeit, erkennbare Motive und differenzierte Charakterzeichnung, was der Inszenierung Tempo nimmt, sie aber für den historisch interessierten Dramenfreund zum Genuss macht.