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02.02.2008
Originaltitel: Runaway Bride
USA 1999
Laufzeit: 112 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)
Julia Roberts
Richard Gere
Joan Cusack
Regie: Garry Marshall
Süddeutsche Zeitung

Neun Jahre nach "Pretty Woman", mit 10,6 Mio. Besuchern immer noch erfolgreichste Komödie aller Zeiten auf deutschen Leinwänden, hat sich das Erfolgstrio Julia Roberts, Richard Gere und Garry Marshall erneut zusammengefunden, um ein von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestelltes Publikum mit einer romantischen Fantasie, diesmal über eine hinreißende Kleinstadtschönheit mit pathologischer Bindungsangst, von den Füßen zu fegen. Als zweite Roberts-Hitkomödie des Jahres nur knapp drei Monate nach dem Start von "Notting Hill" terminiert, ist diese Zähmung einer Widerspenstigen auch als durch und durch amerikanische Zuckerguß-Antwort auf die betont britische Gag- und Typenparade von Roger Michell konzipiert: gefällig, ein bißchen brav, ganz auf seine zwei souveränen Stars zugeschnitten - und hochkommerziell.
"I still haven't found what I'm looking for" von U2 tönt über die ersten Bilder, in denen Julia Roberts wie ein Wildfang auf dem Rücken eines Pferdes über die Wiesen des unberührten Mittleren Westens der USA galoppiert. In zweierlei Hinsicht gibt der Song das Thema des Filmes vor: Zum einen fängt diese eine Textzeile präzise ein, warum die überwältigende Maggie aus der Bilderbuchkleinstadt Hale bereits dreimal vor dem Traualtar den Rückwärtsgang eingelegt hat und auch ihr vierter Versuch scheitern könnte. Zum anderen offenbart Regisseur Garry Marshall sogleich, daß seine Komödie das Herz nicht nur auf dem rechten Fleck tragen will, sondern den Blick auch streng in die achtziger Jahre richtet: in eine Zeit, in der Komödien noch sorglos und das abgebildete Leben einfach und konservativ waren. Verglichen mit dieser heimeligen Zurschaustellung blitzsauberer amerikanischer Werte nimmt sich so mancher Doris-Day-Film aus wie ein anarchistisches Traktat.
Aber gerade das macht dieses kunstvoll-kommerziell konzipierte Hohelied auf die einfachen Werte, in dem Liebe unweigerlich zur Hochzeit führen muß, für ein breites Publikum wohl so reizvoll - zumal ein alter Profi wie Marshall weiß, daß die Chemie zwischen Gere und Roberts pures Gold wert ist. So hält er der Welt erfolgreichste Schauspielerin auch schwärmerisch in Norman-Rockwell-artigen Bildern fest, als handele es sich bei ihr um das achte Weltwunder. Wenn sie als Maggie elfengleich durchs Bild schwebt und ihr unvergleichliches Lächeln aufblitzen läßt, dann ist es um den Kinogänger ebenso geschehen wie um die Männer, die sie umschwirren wie Motten das Licht. Daß sie dem jeweiligen Mr. Right mit schöner Regelmäßigkeit kurz vor dem Ja-Wort ausbüchst, macht sie nicht nur zur Zielscheibe der Witze des gesamten Städtchens, sondern bringt ihr auch eine herablassende Kolumne des zynischen USA-Today-Journalisten Ike Graham ein. Im Gegenzug bewirkt Maggie seine Entlassung und seinen Besuch in Hale, wo sie in Kürze ihren vierten Hochzeitsversuch unternehmen will.
In klassischer Screwball-Comedy-Manier läßt Garry Marshall seine Stars aufeinander losgehen, wobei nie ein Zweifel daran besteht, daß sie füreinander geschaffen sind. Daß "Die Braut, die sich nicht traut" trotzdem einige Überraschungen bereithält, ist nicht nur dem unwiderstehlichen Charme von Roberts und Gere zu verdanken, sondern auch dem Drehbuch von Josann McGibbon und Sara Parriott, das seine beiden Gefühlskrüppel im Mittelpunkt über einen vergnüglichen Hindernisparcours schickt. Clever schanzte Marshall den Charakter-Assen Hector Elizondo, Joan Cusack und Rita Wilson pfiffige Schlüsselrollen am Rande zu: Ihre gewitzten Kommentare sorgen dafür, daß dieses filmische Äquivalent zu allamerikanischem Applepie nicht nur süß ist, sondern auch Biß hat. ts.
Als Ike Graham (Richard Gere), ein berühmter New Yorker Zeitungskolumnist, wieder einmal weder Zeit noch Ideen für seine Kolumne hat, greift er dankbar die Geschichte der Kleinstadtschönheit Maggie Carpenter (Julia Roberts) auf: Deren Spezialität ist es, Männer regelmäßig vor dem Traualtar stehen zu lassen. Als ihm nach der zynischen Abrechnung eine Welle der Empörung entgegenschlägt, sucht er Beweise für seine These vom männermordenden Vamp - vor Ort. Maggie wiederum hat auch einen Plan - Rache. Und so kommt, was kommen muss: Missverständnisse, Vorwürfe, Intrigen. Und am Ende die Erkenntnis: Was sich neckt, das liebt sich.
ALMA Award-Nominierung für den besten Nebendarsteller - Hector Elizondo (ALMA Awards, 2000); ASCAP Award für das beste Lied - Marc Anthony (ASCAP Film and Television Music Award, 2001); America Comedy Award für die beste Nebendarstellerin - Joan Cusack (American Comedy Awards, USA, 2000); Blockbuster Entertainment Award für die beste Filmmusik, die beste Nebendarstellerin, den besten Hauptdarsteller und die beste Hauptdarstellerin (Blockbuster Entertainment Awards, 2000); Bogey Award in Gold (Bogey Awards, Germany, 1999); Golden Screen (Golden Screen, Germany, 1999); MTV Movie Award für die besten weiblichen Auftritt - Julia Roberts (MTV Movie Awards, 2000)
Quelle: Süddeutsche Zeitung
| Darsteller: | Julia Roberts | als Maggie Carpenter | |
|---|---|---|---|
| Richard Gere | als Ike Graham | ||
| Joan Cusack | als Peggy Flemming | ||
| Hector Elizondo | als Fisher | ||
| Rita Wilson | als Ellie | ||
| Paul Dooley | als Walter | ||
| Christopher Meloni | als Coach Bob | ||
| Donal Logue | als Priester Bob | ||
| Reg Rogers | als George Bug Guy | ||
| Yul Vasquez | als Dead Head Gill | ||
| Jane Morris | als Mrs. Pressman | ||
| Lisa Roberts Gillan | als Elaine aus Manhattan | ||
| Kathleen Marshall | als Cousine Cindy | ||
| Jean Schertler | als Großmutter | ||
| Regie: | Garry Marshall | ||
| Buch: | Josanne McGibbon | ||
| Sara Parriott | |||
| Musik: | James Newton Howard | ||
| Kamera: | Stuart Dryburgh | ||
| Produzent: | Ted Field | ||
| Tom Rosenberg | |||
| Scott Kroopf | |||
| Robert W. Cort | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital (AC3)
Untertitel: Deutsch, Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
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