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Die Brautjungfer

Mysteriöser Liebesthriller von nach der Krimi-Bestsellervorlage von Ruth Rendell.


Die Brautjungfer

Leihvideo

Erhältlich seit:
07.07.2005

Originaltitel: La demoiselle d'honneur

Thriller/ Drama

Deutschland/Frankreich 2004
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12

Benoît Magimel
Laura Smet
Aurore Clément

Regie: Claude Chabrol
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Mysteriöser Liebesthriller nach der Krimi-Bestsellervorlage von Ruth Rendell.

Es funkt auf der Hochzeit (Foto: Concorde) Großansicht

Es funkt auf der Hochzeit (Foto: Concorde)

Auf der Hochzeit seiner Schwester verliebt sich der 25-jährige Philippe (Benoît Magimel) in Senta (Laura Smet), eine der Brautjungfern. Senta und Philippe beginnen eine leidenschaftliche Affäre. Doch dann muss Philippe plötzlich erkennen, dass seine Herzdame offensichtlich in einer gefährlichen Scheinwelt lebt.

Was das bedeutet, wird Philippe allerdings erst klar, als Senta nach einem Streit einen verhängnisvollen Liebesbeweis einfordert: Er soll für sie einen Baum pflanzen, gleichgeschlechtlichen Sex haben - und einen Mord verüben.

Christine macht sich Sorgen um ihren Sohn (Foto: Concorde) Großansicht

Christine macht sich Sorgen um ihren Sohn (Foto: Concorde)

Exzessiv und leidenschaftlich

Nach der Krimi-Bestsellervorlage von Ruth Rendell inszenierte der französische Altmeister Claude Chabrol mit bewährter Finesse eine mysteriöse Geschichte um eine exzessive Liebe. Nach seinen filmischen Studien der Bourgeoisie nimmt er sich nun der Psychologie der unteren Mittelschicht an.

Dabei geht es Chabrol diesmal weniger um familiäre Konflikte, als um den immer währenden Kampf zwischen Vernunft und Leidenschaft. Gedreht wurde zum Teil in München.

Die Brautjungfer

Wenn Claude Chabrol das Zepter führt, ist das unergründlich Böse nicht weit. In seiner zweiten Ruth Rendell-Adaption nach "Biester" stürzen sich Frankreichs Darling Benoit Magimel und Laura Smet, Tochter von Nathalie Baye und Johnny Hallyday, in eine verrückte Affäre und geben sich ganz ihren Gefühlen hin. Bis die junge Frau einen schrecklichen Liebesbeweis fordert: Mord!

Am Anfang glaubt man an eine "boy meets girl"-Story. Der 25jährige Philippe ist der perfekte Schwiegersohn. Der Ausbund an korrektem Verhalten kümmert sich liebevoll um Mutter und die beiden Schwestern, sein Chef will ihn in der Baufirma als Partner aufnehmen, es fehlt nur noch die passende Frau. Und die trifft er bei der Hochzeit seiner Schwester Sophie, er verguckt sich in die geheimnisvolle Brautjungfer Senta. Nach dem Fest folgt sie ihm nach Hause und ehe der verblüffte kleine Angestellte etwas sagen kann, küsst sie ihn und lässt die Hüllen lasziv fallen. Beginn einer amour fou, die in einer tödlichen Leidenschaft endet.

Nach und nach setzt sich der Psychothriller bis zur Klärung wie ein Mosaik aus vielen kleinen Teilen zusammen, da erhalten Andeutungen und Liebesschwüre im Nachhinein einen ganz anderen Sinn. Der Altmeister für seelische Abgründe führt in der Deutung der Zeichen aufs Glatteis, auch wenn schon bald klar ist, dass Senta in einer mysteriösen Scheinwelt lebt. Langsam gerät die Normalität aus den Fugen, die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit zeigt Brüche. Philippe wird zu einem Wanderer zwischen zwei Welten, was vor allem durch Sentas Haus versinnbildlicht wird, eine Mischung aus "Psycho"-Villa und bürgerlichem Domizil, in der Sentas Stiefmutter eine Etage höher wie in Trance mit einem südamerikanischen Jüngling Tango tanzt. Als Kontrast wirft Chabrol immer wieder einen Blick in die Realität - die Konflikte mit der unzähmbaren jüngeren Schwester, die als Diebin vor Gericht landet, die Mutter, die sich in einen Schwätzer verliebt und sinnlos Pläne für die Zukunft schmiedet, die Querelen mit unzufriedenen Kunden, Gespräche mit einem Clochard vor Sentas Haus, der ihr ein Dorn im Auge und Auslöser für die tragische Entwicklung ist.

Parallel dazu lebt das Paar im Souterrain wie in einem Kokon, eingewebt in ein Netz aus wildem Begehren, bizarren (Lügen)Geschichten und bedrückender Nähe, auch wenn in manchen Szenen die Erotik zwischen Magimel und Smet etwas gedämpft wirkt, vielleicht weil der männliche Charakter sich nur schwer von Pflicht- und Ordnungsdenken befreien kann. Ganz langsam baut sich die Spannung auf, die düstere Atmosphäre, bis am Ende die harte Wahrheit allen Träumen ein Ende macht. Die Blume des Bösen, sie blüht nirgends schöner als bei Chabrol. mk.

Darsteller:  Benoît Magimel   als Philippe
  Laura Smet   als Senta
  Aurore Clément   als Christine
  Bernard Le Coq   als Gérard
  Solène Bouton   als Sophie
  Anna Mihalcea   als Patricia
  Isolde Barth   als Sentas Mutter
  Michel Duchaussoy   als Clochard
  Suzanne Flon   als Madame Crespin
  Eric Seigne   als Jacky
  Pierre-François Dumeniaud   als Nadeau
  Philippe Duclos   als Kommissar
  Thomas Chabrol   als Lieutenant José Laval
  Mazen Kirwan   als Pablo
 
Regie:  Claude Chabrol  
Buch:  Pierre Leccia  
  Claude Chabrol  
Musik:  Matthieu Chabrol  
Kamera:  Eduardo Serra  
Produzent:  Antonio Passalia  
  Patrick Godeau  
  Alfred Hürmer  
 

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