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Die Bremer Stadtmusikanten

Actionreicher, schön gezeichneter Zeichentrick, der sich lose an den "Bremer Stadtmusikanten" orientiert.


Die Bremer Stadtmusikanten

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Start: 26.09.2008

Originaltitel: The Fearless Four

Kinderfilm/ Zeichentrick

Deutschland 1997
Laufzeit: 84 Min.
FSK: ab 6

Regie: Eberhard Junkersdorf, ...
Warner Home Video

Bild 1 von 18

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Der deutsche Film gibt zu immer neuen Hoffnungen Anlaß. Jüngster Grund für hochgesteckte Erwartungen ist Eberhard Junkersdorfs erster Zeichentrickfilm. Die verblüffend vergnügliche, sehr freie Version der "Bremer Stadtmusikanten" überzeugt durch professionelle Perfektion, einen fast traumwandlerisch sicheren Umgang mit den unterschiedlichsten Animationsstilen und den spürbaren Enthusiasmus ihrer Macher bei der dramaturgischen, optischen und musikalischen Umsetzung. Das gelungene Resultat kann nicht nur in der Disney-Liga des gezeichneten Family Entertainments mitspielen, sondern läßt erstmals auch auf gute Exportchancen hoffen. Produzent Eberhard Junkersdorf, profiliert durch die langjährige Zusammenarbeit mit Volker Schlöndorff, begab sich für dieses Projekt auf Neuland, auf dem er seit Anfang 1995 in München-Schwabing ein eigenes digitales Trickstudio baut. Zweieinhalb Jahre und mindestens 20 Mio. Mark später läßt sich nun die kombinierte Anstrengung von 120 Zeichnern und 30 Computerspezialisten bewundern. Junkersdorf selbst wechselte dafür in den Regiestuhl, verstärkt um die Animationsprofis Jürgen Richter (Animations Design) und Michael Coldewey (Creative Direction). Das große Vorbild für die ambitionierte Produktion ist rasch in den erfolgreichen Disney-Klassikern ausgemacht: Große Konkurrenz, die das fertig abgemischte Resultat nicht zu scheuen braucht. Von der populären Vorlage ist nur das Arsenal der Hauptdarsteller und die grobe Richtung Bremen geblieben. "Etwas Besseres als den Tod finden wir überall", glauben auch die "furchtlosen Vier": Esel Fred, Hund Buster, Katze Gwendolyn und Hahn Tortellini haben nach Ansicht ihrer Besitzer ausgedient. Um sie in den nächsten Aggregatzustand ihrer Nützlichkeit zu überführen, wird der Mischkonzern Mix-Max zuhilfe gerufen. Alle vier entgehen nur knapp einem schrecklichen Schicksal. Auf der Suche nach einem besseren Leben, geraten sie ausgerechnet nach Bremen, den Sitz der Mix-Max-Konzernzentrale. Ihr Gesangstalent läßt sie dort als Hausband für Mix-Max-Boß Dr. Gier Werbejingles für das verzehrfähige Endprodukt ihrer Artgenossen singen, ihr Mut und Gemeinschaftssinn führt zur Befreiung der vierbeinigen Kollegen und zum Untergang des bösen Dr. Gier. Ein Feelgood-Movie für jung und alt, überzeugend angerichtet nach allen Regeln der Erfolgsküche bester Familienkost. Ein hoher Standard zweidimensionaler Zeichenkunst wird hier kombiniert mit computer-generierten 3D-Hintergründen. Die bis ins Detail liebevoll ausgearbeiteten Hauptfiguren (das Character-Design stammt von Dreamworks-Mitarbeiter Carlos Grangel) treffen auf einschüchternde, digital gestaltete, industrielle Landschaften samt ihrer Techno-Ausgeburten wie dem Terminator-inspirierten Power Tool. So begeistert neben dem visuellen Reichtum jeder neuen Szene obendrein die optische Spannung der Kombination von Computerbildern mit einem mitunter betont zeichnerischen Stil: statt seelenloser Perfektion ein sympathischer Gesamteindruck, der unterschiedlichste Zuschaueransprüche bedient. Mit gleicher Sorgfalt ist der musikalische Score ausgearbeitet. Von stampfendem Techno-Pop bis zu klassischen Zitaten reicht der genau abgestimmte Soundtrack. Zwei, drei eingängige Rockballaden haben die Qualität einschlägiger Oscar-Ohrwürmer und gute Aussichten in den Popcharts. Besondere Mühe hat Produzent Junkersdorf der Auswahl der Sprecher gewidmet. Angeführt von Mario Adorf sprechen und singen so populäre Stars wie Sandra Schwarzhaupt, Bogart-Stimme Joachim Kemmer, Pur-Frontmann Hartmut Engler und mit Peer Augustinski und Klaus-Jürgen Wussow zwei bewährte Disney-Synchronhelden. Neben der vorzüglichen deutschen gibt es eine wunderbare englische Fassung mit den Stimmen von B. B. King, Oleta Adams, James Ingram und Zucchero, die den "furchtlosen Vier" als erstem deutschen Film der letzten Jahre zu reellen internationalen Chancen verhelfen dürften. Co-Produzent und Verleiher Warner Bros. hat jedenfalls mit dieser rundum gelungenen Produktion ein echtes Pfund in der Hand. Mit den nötigen Marketing-Breitseiten sind die Aussichten auf der nach oben offenen Disney-Skala erschütternd gut. hoe.

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit ... Um ihrem tristen Dasein zu entfliehen, gründen die Katze Gwendolyn, der Hund Buster, der Esel Fred und Tortellini, der Hahn, eine Popgruppe. Als "Die furchtlosen Vier" gehen sie nach Bremen, um berühmt zu werden. Dort aber fallen sie dem bösen Dr. Gier in die Hände. Wird es den vier tapferen Helden gelingen, die Stadt von den Machenschaften des gemeinen Finsterlings zu befreien?

Quelle: Warner Home Video

Im auffälligen Warner Kids Look in einer orangefarbenen Amaray und mit Warner Kids-Kopfsticker. Außerdem enthalten sind ein Stickeralbum und 2 Sticker!

Quelle: Warner Home Video

Bremer Stadtmusikanten

Regie:  Eberhard Junkersdorf  
  Jürgen Richter  
  Michael Coldewey  
Buch:  Bert Henry  
  Dagmar Kekulé  
  Georg Reichel  
Musik:  Peter Wolf  
Produzent:  Eberhard Junkersdorf  
 

Von Urhebern und Verwertern II

Im neuen Jahr soll der Bundestag ein neues Urhebervertragsrecht verabschieden. Darum ist ein heftiger Streit zwischen Urhebern (Autoren, Journalisten, Regisseuren etc.) und Verwertern (Buch-/Zeitungsverlage, Film-/Fernsehproduktionen, TV-Sendern) entbrannt, da es letztlich um die Frage geht, wer wieviel vom Gewinn an einer Zeitung, einem Film, einer Fernsehsendung in seine Tasche stecken und wer das Produkt (den Film, den Zeitungsartikel) wie verändern darf.

<strong>Junkersdorf</strong>-Co-Produktion ''<a href="http://www.kino.de/kinofilm/hilfe-ich-bin-ein-fisch/54484.html">Hilfe, ich bin ein Fisch</a>''

<strong>Junkersdorf</strong>-Co-Produktion ''<a href="http://www.kino.de/kinofilm/hilfe-ich-bin-ein-fisch/54484.html">Hilfe, ich bin ein Fisch</a>''

Es geht hier um für die Filmbranche, aber auch die neuen Medien (wie DVD, Internet etc.), wesentliche Fragen. Nach einer Stellungnahme von Urheberseite veröffentlichen wir heute als zweiten Diskussionsbeitrag (der nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion widergibt) einen Text von Eberhard Junkersdorf, Filmproduzent (''Die Furchtlosen Vier'') und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Neuer Deutscher Spielfilmproduzenten:

Eine Steigerung des Wahnsinns beinhaltet der sogenannte Regierungsentwurf eines "Gesetzes zur Stärkung der vertraglichen Stellung von Urhebern und ausübenden Künstlern". Dieser kam daher mit edlen Absichten und sollte die angemessene Vergütung insbesondere für Autoren und Übersetzer gegenüber den Verlegern sicherstellen. Herausgekommen ist ein Entwurf, der im Ansatz eigentlich nicht für die Filmwirtschaft gedacht war, und der, wenn er so zum Gesetz würde, für alle Produzenten einen Horrortrip bedeuten müsste.

Im einzelnen sind vor alle folgende Dinge völlig unhinnehmbar:
1. Alle im Filmbereich tätigen freiberuflichen Mitarbeiter werden angemessen vergütet, und diese angemessene Vergütung wird geregelt durch allgemeinverbindliche Tarifverträge, und in den meisten Fällen werden die Mitarbeiter auch noch aussertariflich bezahlt. DM 4000,- Tagesgage für einen Schauspieler, der halbwegs stotterfrei mehrere Sätze sprechen kann, sind keine Ausnahme. Autorenhonorare für Drehbuchautoren liegen im Fernsehbereich zwischen DM 30000,- und 40000,-, mit garantierter Wiederholungsvergütung von 100 Prozent, im Kinofilm ab DM 80000,- aufwärts für Autoren, die schon Drehbücher geschrieben haben, die dann auch verfilmt wurden.

Diese Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen und sie beweisen, dass die angemessene Vergütung in der Filmbranche seit langem bereits gängige Praxis ist. Deshalb lassen sich angemessene Vergütungen in der Zukunft nur beibehalten, wenn dem Produzenten als Filmhersteller sämtliche ausschließlichen Nutzungsrechte uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Dazu gehört auch die Übertragung für noch nicht bekannte Nutzungsarten.

2. Eine gesetzlich angeordnete Zwangsschlichtung im Rahmen gemeinsamer Vergütungsregeln ist für die Produzenten nicht akzeptabel.

3. Die vorgesehene Rückwirkung des Anspruchs auf angemessene Vergütung auf bestehende Verträge und zwar mit einer Rückwirkung von 20 Jahren muss entfallen. Sie wäre auch praktisch nicht durchsetzbar, da z. B. die gesetzliche Aufbewahrungsfrist für Steuerunterlagen nach 7 bzw. 10 Jahren endet.

4. Im Gesetz muss klipp und klar festgelegt werden, wer im Filmbereich urheberberechtigt ist. Der Kreis der Urheberberechtigten muss auf den Regisseur, den Drehbuchautoren, den Verfasser der Dialoge sowie den Filmkomponisten beschränkt werden. Eine Einbeziehung der ausübenden Künstler in diesem Bereich ist für uns Produzenten unakzeptabel.

5. Das Wiederverfilmungsrecht muss sich der Produzent vertraglich - wie auch bisher - für mehr als 10 Jahre übertragen lassen können. Ein automatischer Rechterückfall nach gesetzlich geregelten Fristen (1o Jahre im Kinobereich, 5 Jahre im Fernsehbereich) darf nicht eingeführt werden. Er verhindert eine angemessene Auswertung und würde im Rahmen von internationalen Co-Produktionen ganz sicher auch nicht von den ausländischen Co-Produzenten anerkannt werden.

6. Völlig absurd ist der Ansatz, dass sämtliche Änderungen im Herstellungsprozess eines Films, anfangend mit der Erstellung des Drehbuchs bis hin zum Schnitt, nur möglich sind, wenn der Produzent die vorherige schriftliche Einverständniserklärung sämtlicher Urheberberechtigten einholt. Filmherstellung ist "work in progress", und ein unverzichtbares Recht des Produzenten muss auch in der Zukunft sein, dass er die notwendigen Änderungen am Filmwerk oder Titel vornehmen kann. Die Einspruchsmöglichkeiten des Urhebers müssen auf die gröbliche Entstellung beschränkt bleiben.

Wenn der Referentenentwurf letztendlich in seiner jetzigen Form, trotz der massiven mündlichen und schriftlichen Einwände, die wir zusammen mit den anderen Verbänden und Verwertern an das Bundesjustizministerium und die Ministerin selbst vorgetragen haben, Gesetz werden sollte, dann würde uns mit Sicherheit die Möglichkeit, Filme zu finanzieren und herzustellen über alle Maßen erschwert bzw. unmöglich gemacht werden.

Auszug aus einem Text von Eberhard Junkersdorf zum 35jährigen Bestehen der Arbeitsgemeinschaft Neuer Deutscher Spielfilmproduzenten

Foto: Kinowelt

 

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