
Unter der Regie von Barry Sonnenfeld ("Schnappt Shorty!") meldet sich Komiker Robin Williams mit einer turbulenten Familienkomödie zurück, in der er auf den Chaospfaden von Chevy Chase in "Die schrillen Vier auf Achse" wandelt.
Denn seien es allein in jüngerer Vergangenheit "Familie Johnson geht auf Reisen", "Sind wir schon da?" oder "Im Dutzend Billiger 2", letztlich ist es stets die "National Lampoon"-Reihe aus den achtziger Jahren, die die überdrehten Reisekomödien inspirierte. Originalität braucht man also auch hier nicht zu erwarten. Doch die Mischung aus Humor und Herz stimmt in dieser Story um eine Familie, die auf einem pannenreichen Roadtrip ihre abhanden gekommene Harmonie wieder findet.
Der kurze Prolog zeigt, wie Bob Munro (Williams) von seiner kleinen Tochter angehimmelt wird. Zehn Jahre später ist das Gegenteil der Fall: Teenager Cassie (Popstar Joanna "JoJo" Levesque, die zuletzt in der Twenfantasy "Aquamarin" auftrat) hat nur noch ätzend sarkastische Kommentare für ihren gestressten Dad parat. Denn Bob geht, um den Lebensstandard seiner Familie aufrecht zu erhalten, gezwungenermaßen in seinem gehobenen Management-Job für einen Getränkekonzern auf. So spurt er auch, als sein unausstehlicher Boss ihm nahelegt, den lange geplanten Familienurlaub auf Hawaii abzusagen, um einem Businessmeeting in Colorado beizuwohnen. Bob behilft sich, indem er Frau (Cheryl Hines) und Kindern den wahren Grund verheimlicht und einen Tourbus für einen Ausflug in die Rocky Mountains mietet. Die mit Werbeslogan und defekten Bremsen versehene Monsterkiste fungiert als sprudelnde Gagquelle - beim Ablassen des Abwassers in einer Sickergrube sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Bobs verwöhnte Großstadtfamilie kann dem Ausflug in die Natur zunächst nicht viel abgewinnen, da hilft auch nicht ihre Bekanntschaft mit dem Bilderbuch-Clan der Gornickes (mit einem famosen Jeff Daniels und dem witzigen Broadwaystar Kristin Chenoweth als seine jodelnde Ehefrau). Bei ihrer Charakterisierung umgeht es Drehbuchautor Geoff Rodkey ("Der Kindergarten Daddy"), sie als Karikaturen mit bizarren Gewohnheiten zu skizzieren, sondern gestaltet sie sympathisch. Nach zahlreichen überstandenen Pannen und Peinlichkeiten finden dies auch die zunächst angenervten Munros.
Williams bekommt bei der Verteidigung seines kleinen Sohnes gegen eine handvoll streitsüchtiger Jungs Gelegenheit mit einem improvisierten Rapperslang-Monolog seine patentierten Wortschwall-Künste unter Beweis zu stellen. Ansonsten erduldet er einige Slapstick-Schmach. Ins Auge fallen die atemberaubenden Naturaufnahmen (gefilmt wurde in British Columbia), die dem Film einen fürs Genre unerwarteten optischen Qualitätsstempel verleihen. Das Familienpublikum sollte an diesem nicht übermäßig kruden Ulk seinen Spaß haben. ara.