Fünf junge Leute schließen sich in Paris 1967 zu einer Kommune zusammen, studieren die Probleme der Gegenwart und diskutieren über Karl Marx, Mao, den Sozialismus und Vietnam. In Zeitschriften und mit Laienspielen versuchen sie, die Botschaft des Großen Vorsitzenden unters Volk zu bringen. Ziel: das Bewusstsein der Arbeiter und die Gesellschaft zu verändern. Doch bei den Bürgern, die sie mit Parolen und Zitaten aktivieren wollen, ernten sie Spott und Ablehnung. Entmutigt lassen sie sich am Ende zu einem sinnlosen Terrorakt verleiten.
Jean-Luc Godard verstand "La chinoise" als "einen im Entstehen begriffenen Film" (so der Untertitel), da er den jungen Leuten, die man bald die "68er"nennen wird, bei ihren Debatten, beim Lesen, Rezitieren und Denken zusieht und ihnen Fragen stellt. Die Huldigung an das "Rote Buch" von Mao, das sie als Bibel schwenken, die Lieder ("Le napalm coule, et moi, je houle Mao, Mao") zu seinen Ehren und die an Brecht orientierten Theateraktionen belegen Godards zunehmende Politisierung. Neue Gesichter wie das von Anne Wiazemsky und Juliet Berto tauchen auf.