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Die Dolmetscherin

Spannender Politthriller über die Verhinderung eines Attentats in der UN.


Die Dolmetscherin

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Erhältlich seit:
05.08.2010

Originaltitel: The Interpreter

Thriller

Großbritannien/USA/Frankreich 2005
Laufzeit: 128 Min.
FSK: ab 12

Nicole Kidman
Sean Penn
Catherine Keener

Regie: Sydney Pollack
Universal Pictures Germany

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Die Stars, Nicole Kidman und Sean Penn, sind ein dynamisches Duo. Die Story, die Verhinderung eines Attentats, ist ein Aufreger. Der Regisseur ein Meister seines Fachs: Hochspannung also garantiert.

Zur falschen Zeit am falschen Ort hört Sylvia, was für fremde Ohren nicht bestimmt war (Foto: UIP) Großansicht

Zur falschen Zeit am falschen Ort hört Sylvia, was für fremde Ohren nicht bestimmt war (Foto: UIP)

Regisseur Sydney Pollack liebt bittersüße Lovestorys ("Jenseits von Afrika"), aber wenn er Klimawechsel braucht, dreht er Thriller. Gute wie "Die Firma", meisterliche wie "Die drei Tage des Condor".

Wie wohl er sich im Spannungsgenre fühlt, beweist auch diese Verschwörungsstory um eine UN-Dolmetscherin (Nicole Kidman), die in einem Gespräch belauscht, dass ein afrikanischer Diktator bei seiner Rede vor den Vereinten Nationen ermordet werden soll.

Wer für die UN arbeitet, ist zur Geheimhaltung verpflichtet. Das weiß auch die Übersetzerin Sylvia Broome. Doch als zufällige Zeugin eines Mordkomplotts muss sie handeln.

Ein Mann der Tat: Doch Special Agent Tobin Keller scheint ein Phantom zu jagen (Foto: UIP) Großansicht

Ein Mann der Tat: Doch Special Agent Tobin Keller scheint ein Phantom zu jagen (Foto: UIP)

Zeugin wider Willen

Offenbar wollen skrupellose Politiker einen hohen afrikanischen Regierungsvertreter ermorden lassen, um einen Putsch herbeizuführen. Auch Sylvia schwebt in akuter Lebensgefahr, denn ihr Wissen bleibt den prominenten Attentätern in den Reihen der UNO nicht lange verborgen.

Daraufhin wendet sich die junge Frau geschockt an das FBI, das den Agenten Tobin Keller (Sean Penn) auf den brisanten Fall ansetzt. Aber nicht bloß der will ihre Geschichte nicht so recht glauben. Denn in Sylvias Vergangenheit gibt es Ereignisse, die auch sie verdächtig erscheinen lassen.

Aus Misstrauen wächst Zuneigung, aus Einzelkämpfern entsteht ein Team (Foto: UIP) Großansicht

Aus Misstrauen wächst Zuneigung, aus Einzelkämpfern entsteht ein Team (Foto: UIP)

Viele erste Male

Dieses Misstrauen ist klassisches Pollack-Territorium, erhöht den Reiz dieses aufregenden, undurchsichtigen Thrillers, der auch moralische Fragen aufwirft. Denn das mögliche Opfer ist selbst auch Täter - ein Mann, dessen Leben gerettet werden soll, obwohl er es selbst vielen genommen hat.

Erstmals wurde in den heiligen Hallen der UN gedreht, erstmals stand Nicole Kidman mit Sean Penn vor der Kamera, der 1981 in einem Film ihres Ex Tom Cruise ("Die Kadetten von Bunker Hill") sein Kinodebüt feierte. Alles hängt, alles führt zusammen. Wie in Sydney Pollacks Kinoerfolg über Diplomatie im Angesicht des Todes.

Die Dolmetscherin

Mit zwei Romanzen, die eine vorwiegend süß ("Sabrina"), die andere auch bitter ("Begegnung des Schicksals"), hatte Sydney Pollack zuletzt Pech. Mit einem Thriller aber meldet sich der Altmeister, der mit "Die drei Tage des Condor" eine Säule des Genres inszenierte, wieder zurück. In der Konzentration auf Charaktere und Worte, dem langsamen Rhythmus und Spannungsaufbau sowie in der Reduktion typischer Actionelemente mag dieser erwachsene Film am Jugend-Markt vorbeiproduziert sein. Die Kids wird das kaum schmerzen, allen anderen Kinofans aber wird es Hoffnung geben.

Aus einem anderen Blickwinkel wie etwa "Black Hawk Down" oder "Hotel Ruanda" wirft das Drehbuch, an dem drei renommierte Autoren arbeiteten, einen Blick auf den Krisenherd Afrika. Ein Prolog im fiktiven Matobo, in dem manches an Zimbabwe und seinen Diktator Robert Mugabe erinnert, weist ein in eine politische Situation, die für das postkoloniale Afrika nicht untypisch ist. Ein Tyrann regiert eisern das Land, mit Folter und Völkermord, während seine Gegner durch Rivalitäten untereinander geschwächt bleiben. In der schockierenden Ouvertüre wird einer der beiden Kontrahenten von Präsident Zuwanie in eine Falle gelockt und von einem Kind erschossen.

Hier formuliert der Film erstmals sein zentrales Thema, die Wahlmöglichkeit von Vergeltung und Vergebung, als ein zweites Opfer, der Bruder der Titelfigur, im Sterben dem Täter die Schuld nimmt. Der zweite politische Gegner lebt im New Yorker Exil, wohin sich der Plot nach dem Prolog verlagert. Dominanter, reizvoller Schauplatz des Films ist das Gebäude der Vereinten Nationen, das erstmals für ein Filmprojekt seine Tore öffnete. Hier arbeitet Sylvia Broome (Nicole Kidman) als Dolmetscherin, hier hört sie zufällig mit, wie Unbekannte ein Attentat an Zuwanie planen, der eine Rede vor der UN angekündigt hat. Als der Secret Service eingeschaltet wird, hegt Agent Keller (Sean Penn), spezialisiert auf den Schutz von Politprominenz, Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Dolmetscherin, macht sie doch ihre Vergangenheit selbst verdächtig, in das Attentat involviert zu sein.

Die reibungsintensive Beziehung zwischen diesen Figuren, die beide geliebte Menschen verloren und unterschiedliche Ansichten über den Wert von Vergeltung haben, ist das Herzstück des Films, der auch differente Strategien der Trauerarbeit thematisiert. Auf dieser Ebene ist "Die Dolmetscherin" auch dank der Stars ein Erfolg, während sich die Enthüllung von Kidmans Background inklusive einer Affäre mit dem Rebellenführer als Groschenheftexkurs darstellt. Auch das Finale überzeugt nicht wirklich, lässt eine dramatisch befriedigendere Auflösung vermissen.

Formal ist der von Darius Khondji naturalistisch fotografierte Film dagegen makellos, wie auch Pollacks Fähigkeit, durch Musik und Parallelmontage Spannung aufzubauen. Absolutes Highlight ist die Zusammenführung verschiedener Personen an einem Ort, an dem sie schließlich im Sekundenschock begreifen, was sie hier erwartet. Eine jetzt schon klassische Sequenz in einem Thriller, der zwar nicht Perfektion, mitunter aber alte Klasse demonstriert. kob.

Die Dolmetscherin

UN-Dolmetscherin Silvia Broome (Nicole Kidman) wird zufällig Zeugin von einem Mordkomplott gegen einen afrikanischen Regierungsvertreter. Hilfesuchend wendet sie sich an die US-Behörden. Der zuständige Agent Tobin Keller (Sean Penn) glaubt ihr zunächst kein Wort und beginnt nur zögerlich mit den Ermittlungen. Währenddessen sind die Killer bereits auf Silvias Spur und versuchen sie einzuschüchtern. Silvia bleibt nur eine hauchdünne Chance: Sie muss das Komplott unter Einsatz ihres Lebens selbst aufdecken und vereiteln ...

Quelle: Universal Pictures

Darsteller:  Nicole Kidman   als Silvia Broome
  Sean Penn   als Tobin Keller
  Catherine Keener   als Dot Woods
  Jesper Christensen   als Nils Lud
  Yvan Attal   als Philippe
  Earl Cameron   als Edmund Zuwanie
  Sydney Pollack   als Pettigrew
  George Harris   als Kuman-Muman
  Michael Wright   als Marcus
  Clyde Kusatsu   als Polizeichef Lee Wu
  Eric Kennleyside   als Rory Robb
  Hugo Speer   als Simon Broome
  Maziyar Jobrani   als Mo
  Yusuf Gatewood   als Doug
  Curtiss Cook   als Ajene Xola
 
Regie:  Sydney Pollack  
Buch:  Charles Randolph  
  Scott Frank  
  Steven Zaillian  
Musik:  James Newton Howard  
Kamera:  Darius Khondji  
Produzent:  Tim Bevan  
  Eric Fellner  
  Kevin Misher  
 

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