
Laut Produktionsnotizen basiert die überdrehte Actionkomödie mit den beiden afroamerikanischen Protagonisten Orlando Jones ("Helden aus zweiter Reihe") und Eddie Griffin ("Rent-A-Man") lose auf dem todernsten Spannungsdrama "Brücke der Vergeltung" mit Rod Steiger aus dem Jahre 1957. Außer einiger weniger Übereinstimmungen im Plotgrundriss blieb von der Vorlage jedoch nicht viel übrig.
Daryl Chase (Orlando) ist ein erfolgreicher Investmentbanker in Manhattan, der am Tag, als einer seiner ausländischen Klienten (ein mexikanischer Drogenboss) 127 Mio. Dollar überweist, unfreiwillig die Bekanntschaft mit dem gerissenen Kleinganoven Freddie Tiffany (Griffin) macht. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse, und Daryls Leben wird völlig auf den Kopf gestellt. Ihm wird der Mord an zwei Polizisten angehängt und er beschließt nach Mexiko zu flüchten, wobei sich ihm sein neuer Freund an die Fersen heftet. In bester "Glücksritter"-Manier tauschen die beiden zankenden Kumpel wider Willen die Identitäten. So benimmt sich der Harvard-Schnösel Chase fortan wie ein vulgärer Brother, während der bauernschlaue Tiffany im teuren Anzug und mit affektierten Manieren plötzlich zum respektablen Geschäftsmann mutiert. Chase versucht immer wieder, seinen Schatten abzuschütteln, um in Mexiko angekommen festzustellen, dass Tiffany für den Mord am dortigen Gouverneur gesucht wird. Chase kommt vom Regen in die Traufe.
Regisseur George Gallo, der das Drehbuch für die ansatzweise vergleichbare, aber ungleich bessere Actionkomödie "Midnight Run - Fünf Tage bis Mitternacht" verfasste, schwankt im Erzählton zwischen alberner Farce und actionreichem Krimi, wobei sich manchmal das Gefühl einschleicht, das immer wieder der Kontinuitätsfaden verloren gegangen ist. Die Handlung windet sich durch verfahrene Roadmovie- und South-of-the-Border-Thriller-Gefilde und kreisen nach Belieben um Drogengeschäfte, Korruption und Täuschungsmanöver. Etliche der Figuren verbergen ein Geheimnis bezüglich ihrer Identität und Motivation, so dass beim finalen Showdown eine wahnwitzige Offenbarung auf die nächste folgt. Jones hat einen guten komischen Rapport mit seinem Partner Griffin, wobei sie mit ihrer Interpretation der Eddie-Murphy-Gagschule durchaus ihre Lacher erzielen können. Die obligatorischen Schusswaffengefechte, Explosionen und Autoverfolgungsjagden fehlen natürlich auch nicht. So fühlt man sich an typische Achtziger-Jahre-Actionkomödien wie " Nur 48 Stunden" und "Red Heat" erinnert, ohne dass jedoch an deren aufwendigen Produktions- und Qualitätsstandard herangereicht wird. ara.