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Die Eiserne Lady

Meryl Streep brilliert als Ex-Premierministerin Margaret Thatcher in Phyllida Lloyds elegant gestaltetem Biopic, das den Menschen hinter der Politikerin sichtbar macht.


Die Eiserne Lady

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Erhältlich seit:
19.07.2012

Originaltitel: The Iron Lady

Drama/ Biographie

Großbritannien 2011
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 6

Meryl Streep
Jim Broadbent
Alexandra Roach

Regie: Phyllida Lloyd

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Die Eiserne Lady

Die Anfänge als Lokalpolitikerin sind für Margaret Thatcher schwer. Die männlichen Kollegen nehmen sie nicht ernst, erste politische Gehversuche scheitern. Doch dann wird sie 1961 Parlamentssekretärin. 1979 avanciert sie zur ersten weiblichen Ministerpräsidentin Großbritanniens, ein Amt, das sie bis 1990 bekleidet. An ihrer Seite steht Ehemann Denis, Vater ihrer Zwillinge, Liebhaber, Berater und Stütze. Als sie 1982 Argentinien nach der Besetzung der Falklandinseln den Krieg erklärt, erhöht sich der politische Druck auf sie.

Eine 30-jährige Karriere komprimieren Phyllida Lloyd ("Mamma Mia!") und Abi Morgan auf 105 Minuten. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelt das elegante Biopic, das den Menschen hinter der Politikerin sichtbar macht. Nostalgische Sepiabilder für das Gestern, verwaschene, kalte Aufnahmen für das Heute. Dazu Wochenschauclips, verwegene Kamerawinkel, hohes Tempo, eine furiose Montage und mittendrin als Paar Oscar-Preisträgerin Meryl Streep und Jim Broadbent - großes, wuchtiges Schauspielerkino.

Die Eiserne Lady

Meryl Streep brilliert als Ex-Premierministerin Margaret Thatcher in Phyllida Lloyds elegant gestaltetem Biopic, das den Menschen hinter der Politikerin sichtbar macht.

"Über den Hut könnte man eventuell sprechen, die Perlenkette werde ich aber sicherlich nicht ablegen..." Legendär wie dieser Spruch ist auch "Die Eiserne Lady" selbst, Margaret Thatcher, erster weiblicher Premier Großbritanniens und (politisch) höchst umstritten - für die einen wirtschaftlicher Heilsbringer, für die anderen rücksichtsloser Machtmensch, der mit der Politik der Deregulierung den "Casino Kapitalismus" förderte und so der britischen Mittelklasse den Todesstoß versetzte. Meryl Streep leiht ihr in Phyllida Lloyds Biopic Gesicht und Stimme, ihren Ehemann spielt Jim Broadbent. Auf das berühmte Paar legt die Regisseurin ihren Fokus, alle anderen Mitspieler fungieren vornehmlich als Stichwortgeber.

Im Hier und Jetzt setzt der Film ein. Die hoch betagte Ms. Thatcher ist ihren Bewachern entschlüpft. Im Haus fehlt die Milch zum Tee. Unerkannt betritt sie ein kleines Lebensmittelgeschäft, ersteht das Molkereiprodukt und beschwert sich anschließend beim Ehemann über den hohen Preis. Eine ganz normale Unterhaltung, die jedes Paar führen könnte. Aber Gatte Denis lebt nicht mehr, Margaret führt Zwiegespräche mit einem Geist. Die Frau ist verwirrt, vielleicht sogar schon etwas dement. Das Prinzip von Regisseurin Lloyd ("Mamma Mia!") und ihrer Drehbuchautorin Abi Morgan ("Shame") ist ebenso einfach wie effizient: Die Story springt in der Zeit hin und her. Der gebrechlichen alten Dame bringt man leicht Sympathie und Verständnis entgegen, den homo politicus hasst oder bewundert man - je nach Geisteshaltung und politischer Gesinnung.

Eine 30-jährige Karriere wird in 105 Minuten "durchgespielt". Ende der 1950er Jahre ist Thatcher Kandidatin der Konservativen in einem Nordlondoner Wahlkreis. 1961 Parlamentssekretärin, 1970 Kultus- und Wissenschaftsministerin, nach der Wahlschlappe der Konservativen wird sie 1974 nach einer Kampfabstimmung gegen Amtsinhaber Edward Heath Parteivorsitzende und 1979 schließlich erster weiblicher Premierminister, ein Amt, das sie bis 1990 bekleidet. Ein paar kleine Niederlagen, viele große Siege. Denis, ein erfolgreicher Geschäftsmann, ist ihr Freund, Liebhaber, Berater und Stütze. Radio Moskau gibt ihr 1976 ihren Spitznamen "Iron Lady", nachdem sie in einer Ansprache die "bolschewistische Sowjetunion" attackiert hat - ein Ehrentitel findet sie und macht dann 1982 als Argentinien die britischen Falklandinseln besetzt, diesem Namen alle Ehre. Sie erklärt den Krieg und findet in US-Präsident Reagan einen mächtigen Verbündeten.

Nostalgische Sepiabilder für das Gestern, verwaschene, kalte Aufnahmen für das Heute. Dazu Wochenschauclips, verwegene Kamerawinkel, hohes Tempo, eine furiose Montage und mittendrin die zweifache Oscar-Preisträgerin Meryl Streep ("Sophies Entscheidung", "Kramer gegen Kramer"), die einmal mehr ganz in ihrer Rolle aufgeht. Nicht zu Unrecht ist sie wieder für einen Golden Globe nominiert, sie spielt Thatcher nicht, sie ist Thatcher. In Mimik, Gestik und Ton - und genauso überzeugend agiert Partner Broadbent ("Another Year"). Großes Schauspielerkino, das streckenweise wie ein Dokudrama anmutet - erstklassiges Produktionsdesign von Simon Elliott ("Eine zauberhafte Nanny"), perfekte (schreckliche) Kostüme von Consolata Boyle ("Immer Drama um Tamara") und ein treibender Score von Thomas Newman ("The Help") inklusive. Ms. Thatcher muss man nicht mögen, diesen Film schon. geh.

Die Eiserne Lady

DIE EISERNE LADY schildert die faszinierende Geschichte von Margaret Thatcher, der ersten Regierungschefin Europas. Eine Frau, die die zu ihrer Zeit noch verstaubten Geschlechter- und Klassengrenzen sprengte, um sich in einer von Männern dominierten Welt durchzusetzen. Margaret Thatcher war unverwechselbar in Stil, Gestus, politischer Haltung und bei der Durchsetzung ihrer Ziele - von den einen gefürchtet, von den anderen verehrt. Ein Mythos.

Der Film erzählt auch eine Geschichte über Macht in der Politik, und welchen Preis man dafür bezahlen muss. Gleichzeitig ist er ein überraschendes und intimes Porträt einer außergewöhnlichen und komplexen Frau.

Quelle: Concorde

- Making-of
- 6 Featurettes
- Interviews mit Meryl Streep, Jim Broadbent und Regisseurin Phyllida Lloyd
- Wendecover

Quelle: Concorde

Darsteller:  Meryl Streep   als Margaret Thatcher
  Jim Broadbent   als Denis Thatcher
  Alexandra Roach   als Margaret Thatcher, jung
  Olivia Colman   als Carol Thatcher
  Harry Lloyd   als Denis Thatcher, jung
  Iain Glen   als Alfred Roberts
  Anthony Head   als Geoffrey Howe
  Richard E. Grant   als Michael Heseltine
  Roger Allam   als Gordon Reece
  Julian Wadham   als Francis Pym
  Susan Brown   als June
  Nick Dunning   als James Prior
  Hugh Ross   als Christopher Soames
 
Regie:  Phyllida Lloyd  
Buch:  Abi Morgan  
Musik:  Thomas Newman  
Kamera:  Elliot Davis  
Produzent:  Damian Jones  

Meryl Streep unter Beschuss wegen Oscar-Rede ohne Thatcher-Dank

Der Film "Die Eiserne Lady" zeuge sowieso von schlechtem Geschmack und überhaupt hätte sich eine Frau wie Meryl Streep nie in so einem Amt halten können.

Margeret Thatcher wurde vergessen (Foto: Concorde) Großansicht

Margeret Thatcher wurde vergessen (Foto: Concorde)

Bewegt und gerührt nahm Meryl Streep bei der 84. Oscarverleihung ihre goldene Statue für "Die Eiserne Lady" entgegen. Doch bei der Dankesrede ist der Schauspielerin ein unverzeihlicher Fehler unterlaufen, wie jetzt britische Regierungsmitglieder feststellen: Meryl Streep vergaß in ihrer Ansprache die Frau, die sie verkörperte, nämlich Margaret Thatcher.

Lord Norman Tebbit, einst engster Vertrauter der Premierministerin, habe schon bei der Rede in seinem Sessel gekocht und schimpft jetzt: "Mich wundert das alles überhaupt nicht."

Das Ganze sei sowieso kein Film über Lady Thatcher sondern eher einer über Meryl Streep: "Wenn Margaret Thatcher so gewesen wäre, wie die Frau, die sie spielte, hätte sie sich keine sechs Monate im Amt gehalten", so Tebbit weiter.

Einen Oscar gab es trotzdem

Überhaupt scheint man in britischen Politikerkreisen nicht viel von der Verfilmung der "Eisernen Lady", die hier auch als alte und geistig verwirrte Frau gezeigt wird, zu halten. So heißt es von Sir Bernard Ingham, dem früheren Pressesprecher von Thatcher: "Ich kann es nicht gutheißen, wenn man versucht mit dem Alter von jemandem Geld zu machen. Das zeugt von schlechtem Geschmack."

Die Academy fand das nicht und ehrte Meryl Streep für ihre Leistung mit dem Oscar, der mittlerweile Streeps dritter ist.

 

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