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Die Entdeckung des Himmels

Geniale Verfilmung des literarischen Meisterwerks von Harry Mulisch, in dem Gott beschließt, die Zehn Gebote in den Himmel zurück zu holen.


Die Entdeckung des Himmels

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Erhältlich seit:
15.11.2004

Originaltitel: The Discovery of Heaven

Drama/ Thriller

Niederlande 2001
Laufzeit: 128 Min.
FSK: ab 12

Stephen Fry
Greg Wise
Flora Montgomery

Regie: Jeroen Krabbé
AL!VE Vertriebs- und Marketing AG

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Die Entdeckung des Himmels

Auf der Erde ist die Hölle los - und Gott beschließt, dem wüsten Treiben ein Ende zu setzen. Also arrangiert er kurzerhand eine ménage à trois zwischen dem blasierten Altphilologen Onno, dem Astrophysiker Max und der Musikerin Ada. Dieser Mesalliance entspringt Quinten, der im Auftrag des erzürnten Herrn die seinerzeit an Moses übergebenen Gesetzestafeln finden und in den Himmel zurückbringen soll, um so den Bund zwischen dem Schöpfer und der missratenen Menschenbrut aufzuheben.

Die Adaption von Harry Mulischs Bestsellervorlage, verantwortet von Jeroen Krabbé ("Kalmans Geheimnis"), der die Quintessenz des 800-Seiten-Wälzers perfekt herausgearbeitet hat. Ein gelungener Schnellkurs in Sachen Philosophie, Vergangenheitsbewältigung und Kunstgeschichte, der nie in Plattitüden abgleitet. Bildgewaltig und hervorragend besetzt - unter anderem mit Stephen Fry, Flora Montgomery und Greg Wise -, sollte diese holländische Big-Budget-Produktion vor allem beim cinephilen Filmfreund bestens ankommen.

Die Entdeckung des Himmels

Großes europäisches Kino bietet Jeroen Krabbé mit seiner zweiten Regiearbeit. Der international renommierte niederländische Schauspieler verfilmte drei Jahre nach "Left Luggage" erneut einen Romanstoff, diesmal den Bestseller "Die Entdeckung des Himmels" des niederländischen Autors Harry Mulisch. Herausgekommen ist eine hochwertige Literaturadaption, die gleichzeitig als kapriziöse Liebesgeschichte, surrealer Philosophieexkurs und märchenhaftes Historiendrama angelegt ist.

Krabbé ist mit der rund 9,1 Mio. Euro teuren, bislang als teuerste niederländische Filmproduktion geltenden Romanverfilmung (Drehbuch: Edwin de Vries) der Spagat gelungen, eine vielschichtige Romanhandlung in 132 Minuten zu fassen, ohne auf wichtige Elemente der Vorlage zu verzichten. Im Mittelpunkt stehen der Altphilologe Onno Quist (Stephen Fry) und der Astrophysiker Max Delius (Greg Wise), die sich in den Niederlanden der Siebziger Jahre über den Weg laufen. Zwischen beiden bewegt sich Cellistin Ada Brons (Flora Montgomery), die von den Freunden à la "Jules et Jim" gleichermaßen verehrt wird. Die Geburt ihres auf geheimnisvolle - weil von Engeln inszenierte - Weise gezeugten Sohnes Quinten (Neil Newbon) aber wird Ada nicht mehr erleben: Nach einem Autounfall im Koma liegend, erziehen die Männer-Freunde das seltsame Kind. Im Laufe seiner Reifung zeichnet sich Quintens himmlische Bestimmung immer stärker ab. Am Ende reist Onno mit dem halbwüchsigen Sohn zunächst nach Rom, wo sie die verschollenen Steintafeln mit den Zehn Geboten finden, um diese dann nach Jerusalem zu schmuggeln, wo alles in einer irrwitzigen Apotheose endet.

Gerade im Mainstream-verwöhnten Deutschland ist "Die Entdeckung des Himmels" sicherlich kein einfacher Stoff, wenngleich allein bei uns die gleichnamige Romanvorlage bis heute über 450.000 Mal über die Ladentische gewandert ist. Somit werden ab 19. Dezember besonders die deutschen Mulisch-Fans in die Arthäuser pilgern, um sich zehn Jahre nach dem ersten Erscheinen des Romans die opulente Leinwand-Illustration anzuschauen, die an Originalschauplätzen in Amsterdam, Rom, Jerusalem und auf Kuba gedreht worden sind. Die inneren und äußeren Welten eines Kafka und Kubrick wechseln sich hier ab; weitere Paten sind die Renaissance-Architektur, die klassische europäische Musik und der Antichrist Hitler. Ein wenig enttäuschend wirkt das Messias-Kind Quinten, das zu blond, zu dumpfbackig daherkommt und mehr wie ein adoleszenter Bodybuilder denn unschuldiges Engelskind ausschaut. Auch erweist sich das esoterische Ende nach all den geistig-moralischen Fragestellungen als allzu oberflächlich, da es zu demonstrativ und tricklastig in Szene gesetzt wurde. Und trotzdem: Gerade das mit viel Ironie und Freigeist inszenierte Wechselspiel der erwachsenen Darsteller Stephen Fry, Greg Wise und Flora Montgomery wischt jegliche kitschkritischen Befürchtungen beiseite. Die phantastische Beziehungskiste biegt die großen Mulisch-Themen europäische Philosophie, Kunstgeschichte und Vergangenheitsbewältigung auf eine menschelnde Ebene herunter, die genauso lachhaft wie lebensvoll erscheint. aw.

Darsteller:  Stephen Fry   als Onno Quist
  Greg Wise   als Max Delius
  Flora Montgomery   als Ada Brons
  Neil Newbon   als Quinten Quist (16 Jahre)
  Emma Fielding   als Helga
  Diana Quick   als Sophia Brons
  Maureen Lipman   als weiblicher Engel
  Viv Weatherall   als ausführender Engel
  Jeroen Krabbé   als Gabriel (Engel)
  Gillian Barge   als Onnos Mutter
  John Franklyn-Robbins   als Onnos Vater
  Sean Harris   als Bart Bork
  Molly Hallam   als rothaarige Demonstrantin
  Inday Ba   als Maria
  Dimitris Philippou   als Quinten Quist (5 Jahre)
  Nettie Blanken   als Coba
  Victoria Carling   als Margareth Quist
  Lois de Jong   als Enkelin Quist
  Geraldine Alexander   als Trees Quist
  Nicholas Palliser   als Diederik Quist
  Rob van de Meeberg   als Oswald Brons
  Timothy Bateson   als Mr. Keller
  Sheila Shand Gibbs   als Mrs. Keller
  Marjolein Sligte   als Selma Kern
  Clive Merrison   als Theo Kern
  Harry Landis   als Ibrahim
  Sarah Winman   als Ankie
 
Regie:  Jeroen Krabbé  
Buch:  Edwin de Vries  
Musik:  Henny Vrienten  
Kamera:  Theo Bierkens  
Produzent:  Ate de Jong  
 

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Jeroen Krabbé

Er ist der zynische Bösewicht, der zänkische Nachbar und der zum Fürchten arrogante Salonlöwe, aber auch liebevoller Vater und integre...