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Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

Neuerzählung der mythischen Westerngeschichte von Jesse James, die auch einen Blick in das Privatleben des Outlaws wagt.


Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

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Erhältlich seit:
29.02.2008

Originaltitel: The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford

Western/ Drama

USA 2007
Laufzeit: 159 Min.
FSK: ab 12

Brad Pitt
Casey Affleck
Sam Shepard

Regie: Andrew Dominik
Warner Home Video Germany

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Brad Pitt spielt gegen sein Image als Schönling den legendären Westernhelden als melancholischen Mythos und wird dafür in Venedig mit dem "Goldenen Löwen" geehrt.

Der Ganove schätzt auch die ruhigen Momente (Foto: Warner) Großansicht

Der Ganove schätzt auch die ruhigen Momente (Foto: Warner)

Die Geschichte von Jesse James mal ganz anders: Brad Pitt ist kein strahlender Held, der stolz gen Abendsonne reitet, sondern ein zerrissener Mensch, dem die Außenseiter-Rolle auf die Nerven geht. Der gute Ganove, der in den Jahren um 1870 mit seiner Gang Banken und Postkutschen überfiel und als eine Art Robin Hood gilt, wollte nicht mehr gefeiert werden und vielleicht sogar Schluss machen - anders ist es kaum zu erklären, dass er seinem Mörder die Tatwaffe gab.

Ausgerechnet Robert Ford, der kaum von seiner Seite weicht und ihm ähnlich sein will und ihn wie einen Popstar anhimmelt, meuchelt ihn aus Neid hinterrücks (Casey Affleck kriegt das so gut hin, dass sein Bruder Ben stolz auf ihn sein kann).

Jesse James und seine Gang überfallen im Mittelwesten Banken und tanzen der Polizei auf der Nase herum (Foto: Warner) Großansicht

Jesse James und seine Gang überfallen im Mittelwesten Banken und tanzen der Polizei auf der Nase herum (Foto: Warner)

Der Mythos einer Legende

In traumhaften Bildern aus dem Mittelwesten erzählt der Neuseeländer Andrew Dominik von der Person hinter dem markigen Image, von männlichem Mythos, Gemeinschaft am Lagerfeuer und von Verrat aus den eigenen Reihen, der Jesse James zur Legende machte. Ein anspruchsvoller high-class Western mit darstellerischer Spitzenleistung.

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

Ganz im Stil der desillusionierten Spätwestern der Siebzigerjahre hat Andrew Dominik mit seiner bitteren Elegie über den Mord an einer Legende und ihres Mörders ein Meisterwerk geschaffen, das stolz den Konventionen trotzt.



Jesse James ist einer der zeitlosen Mythen des Wilden Westens, verewigt schon zu Lebzeiten in Groschenromanen, später in zahllosen Büchern und Filmen. Andrew Dominiks Annäherung an den Mann, "in dessen Gegenwart die Temperatur in den Räumen anstieg, der Regen gerader fiel und die Uhren langsamer liefen", mag in seiner unmelancholischen Haltung zu einer alles andere als romantischen Zeit und seiner weit ausholenden, immer wieder fasziniert verharrenden Erzählung an die revisionistischen Western der Siebzigerjahre erinnern, als sich bereits "Der große Minnesota Überfall" und "Long Riders" auf denkbar ungerührte Weise mit Jesse James auseinandersetzten. Aber bei aller Hingabe zu unbedingter Authentizität, von einem genauen Ohr für Sprache hin zur letzten Hutkrempe, und trockenen, fast belustigten Härte wirft "Die Ermordung des Jesse James" doch einen modernen Blick auf sein Sujet, das man hier auf der Höhe seines Ruhms und am Ende seiner Karriere erlebt tatsächlich ist ein fulminant realisierter Zugüberfall zu Beginn des Films James letzter Raubzug, nach dessen erfolgreicher Beendigung sich die Wege von Jesse und dem letzten verbliebenen Urmitglied der James-Gang, seinem Bruder Frank, trennen, und er gezwungen ist, mit einer Gruppe von Männern zu reiten, denen er nicht vertrauen kann zu Recht, wie sich herausstellt. Und doch nährt er die schlimmste Schlange an seiner Brust: Robert Ford, der jüngste von drei Brüdern, weicht kaum von seiner Seite: Von Casey Affleck in einer monumentalen Performance gespielt, ist dieser Robert Ford wie ein getretener Hund mit eingeklemmtem Schwanz, der sein Herrchen dennoch anhimmelt: Er sonnt sich im Glanz dieses Jesse James, den der ebenfalls grandiose Brad Pitt mit der genau richtigen gefährlichen Mischung aus Charisma, Melancholie und Unberechenbarkeit spielt. Ford will berühmt sein wie James, am liebsten wäre er selbst Jesse James. Und schließlich sieht er nur eine Möglichkeit, sein Ziel zu erreichen: Indem er den Mann, den er liebt und anhimmelt, hinterrücks ermordet. Damit ist der lange, aber nie überlange Film, der seine Szenen in bedächtiger Realzeit ausrollt, aber nicht zu Ende: Nun ist Robert Ford, wie er es sich erträumt hat, tatsächlich die Hauptfigur. Und doch gibt er weiterhin eine lächerliche Figur ab, bis er selbst einen erbärmlichen Tod stirbt. Von Roger Deakins in sensationellen impressionistischen, poetischen Bildern eingefangen, ist Dominiks zweiter Film nach "Chopper" von 2000 ein Meilenstein des Genres, eine Ballade über die Unwägbarkeiten des Ruhms und das tragische Psychogramm zweier Männer, die für ihren gegenseitigen Untergang verantwortlich zeichneten. ts.

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

Jesse James (Brad Pitt) ist mit seiner Bande der meistgesuchte Mann im Wilden Westen. Ungerührt von der Jagd auf ihn, plant er einen weiteren großen Zugüberfall und geht zum Gegenangriff auf seine Feinde über, die das auf James ausgesetzte Kopfgeld und den damit verbundenen Ruhm einstreichen wollen. Das kann James sich nur leisten, weil er sich inmitten seiner Gang absolut sicher fühlt. Er ahnt nicht, dass ausgerechnet sein Vertrauter Robert Ford brennenden Neid auf die Western-Legende verspürt und den Mord an ihm plant.

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Brad Pitt   als Jesse James
  Casey Affleck   als Robert Ford
  Sam Shepard   als Frank James
  Mary-Louise Parker   als Zee James
  Paul Schneider   als Dick Liddil
  Jeremy Renner   als Wood Hite
  Zooey Deschanel   als Dorothy Evans
  Sam Rockwell   als Charley Ford
  Garret Dillahunt   als Ed Miller
  Brooklynn Proulx   als Mary James
 
Regie:  Andrew Dominik  
Buch:  Andrew Dominik  
Musik:  Nick Cave  
  Warren Ellis  
Kamera:  Roger Deakins  
Produzent:  Ridley Scott  
  Jules Daly  
  Brad Pitt  
  Dede Gardner  
  David Valdes  

Nervenkitzel mit Alba und Affleck

Im Noir-Nervenkitzel "The Killer Inside Me" gibt Casey Affleck einen psychopathischen Cop und Jessica Alba ein leichtes Mädchen.

Sorgen für schaurige Kinomomente: Casey Affleck und Jessica Alba (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Sorgen für schaurige Kinomomente: Casey Affleck und Jessica Alba (Foto: Kurt Krieger)

Nach seiner blutrünstigen Rolle in "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" mimt Casey Affleck in "The Killer Inside Me" erneut einen psychopathischen Killer. In der Verfilmung des Noir-Romans von Jim Thompson spielt der Nachwuchsstar einen texanischen Sheriff, der sich vom gelangweilten Kleinstadtgesetzeshüter zum skrupellosen, soziopathischen Mörder wandelt.

An seiner Seite agiert Jessica Alba der Star aus "Into the Blue, die diesmal in die Rolle einer Prostituierten schlüpft. Platz auf dem Regiestuhl nimmt ab dem Drehstart Mitte Januar Michael Winterbottom. Der Filmemacher sorgte zuletzt mit dem Entführungsdrama "Ein mutiger Weg" für Aufsehen.

Zweite Geige

Der Engländer ist keinesfalls der erste, der sich des düsteren Bestsellers annimmt. Bereits 1976 verfilmte Burt Kennedy den Nervenkitzel mit Stacy Keach und Susan Tyrrell in den Hauptrollen. Jessica und Casey werden das Remake sicherlich zu einem ähnlich großen Erfolg machen wie das Original.

 

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