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25.03.2010
Originaltitel: Le fabuleux destin d' Amélie Poulain
Frankreich/Deutschland 2001
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 6
Audrey Tautou
Mathieu Kassovitz
Rufus
Regie: Jean-Pierre Jeunet
Universal Pictures Germany

Eine Sensation in Frankreich ist der neue Film von Jean-Pierre Jeunet, der zusammen mit Marc Caro den Kultfilm "Delikatessen" drehte. Jetzt also "Amélie", ein funkelndes, romantisches, witziges, trickreiches, melancholisches und auch ein wenig hintersinniges Kinomärchen, das nach einer Woche bereits mehr als 1,2 Milionen Besucher hatte, die ihrer Begeisterung am Schluss mit standing ovations Luft machten. Das Filmfestival in Cannes hat "Amélie" abgelehnt - prompt wurde der Film zwei Wochen vor Festivalbeginn in ganz Frankreich gestartet.
Staatspräsident Jacques Chirac will sich unbedingt "Amélie" ansehen und seinem Volk bei dessen enthusiastischer Mundpropaganda aufs Maul schauen. Und in der Tat ist "Amélie" eine, wenn auch höchst artifizielle Geschichte aus dem Volke. Es geht um eine liebenswerte Gruppe eigenwilliger kleiner Leute aus einem Paris, wie es einerseits heute gar nicht mehr existiert, andererseits aber doch heutig ist mit Fernsehen, Video und Autos. Der Film, dessen Drehbuch Jeunet zusammen mit Schriftsteller Guillaume Laurant schrieb, ist poetisch und realistisch, stilisiert und direkt, märchenhaft und vital. Und manchmal ist er zu schön, um wahr zu sein.
Amélie ist ein Einzelkind, das ein wenig kränkelt und die Mutter früh durch einen absurden Unfall verliert. Das kleine Mädchen, das wegen seines labilen Gesundheitszustands zu Hause unterrichtet wird und keine gleichaltrigen Freundinnen oder Freunde hat, entwickelt schon früh eine blühende Phantasie. Mit Anfang 20 hat Amélie (zwischen naiv und pfiffig mit subversiv bezauberndem Charme: Audrey Tautou) einen Job als Kellnerin in einem Bistro am Montmartre, umgeben von ziemlich schrägen Typen, die ein fabelhaftes Arsenal für eine bizarre Comédie humaine hergeben. Wunderbar ist die hypochondrisch eingebildete Kranke Georgette (Isabelle Nanty), die für den Tabakwarenverkauf zuständig ist. Man erinnert sich aus "Delikatessen" und "Stadt der verlorenen Kinder" an den plattnasigen Dominique Pinon, der hier als leicht böswilliger Kneipenstammgast ein eifersüchtiges Auge auf jene Georgette wirft. Eines Tages entdeckt Amélie hinter einer Kachel in der Badezimmerwand ihrer Montmartrewohnung eine Blechdose, deren Inhalt sie auf Ideen für verrückte Streiche bringt, mit denen sie dem ahnungslosen Hausbesitzer eins auswischt. Auch Amélies Vater (ein Wiedersehen mit dem großartigen Rufus) kriegt die magischen Fähigkeiten seiner Tochter nicht gerade auf angenehmste Weise zu spüren, während die Concierge (Yolande Moreau) durch Amélie endlich ihr dringend nötiges Glückserlebnis hat. Für das eigene große Glückserlebnis hat die romantische Amélie sich den sanften Spinner Nino Quincampoix (Mathieu Kassovitz) ausgeguckt, der eine prächtige Sammlung von weggeworfenen und zerrissenen Photomaton-Passfotos hat und manisch weiter kollektioniert. Um ein Happyend für die beiden im Grunde zutiefst subversiven jungen Naiven braucht man sich nicht zu sorgen. Jean-Pierre Jeunets poetischer Realismus hat nicht so viel mit dem von Marcel Carné der Enddreißiger Jahre zu tun, als mit Raymond Queneuas Anarcho-Märchen Zazie, hinreißend verfilmt von Louis Malle, und vor allem mit dem Pariser existentialistischen Rebellen-Poeten Jacques Prévert, der genau dort am Montmartre lebte, wo Amélies Geschichte spielt. Jeunet, in seinen bisherigen Filmen (inklusive dem Hollywoodausflug "Alien - Die Wiedergeburt") ein Studio-Freak, geht in "Amélie" mit seinem Kameramann Bruno Delbonnel auf die Strassen des Pariser Montmartreviertels, verlässt sich aber klug auf das stilsichere Konzept seiner Produktionsdesignerin Aline Bonetto und baut auf intelligent, und witzig eingesetzte Spezialeffekte, die dem heutigen Paris immer wieder nostalgische Momente geben und es gleichzeitig so gegenwärtig aufblitzen lassen, wie es weiland die Nouvelle Vague geschafft hat. "Amélie" ist ein sehr französischer Film mit einem märchenhaften Appeal, für den sich auch in unserem Land der Gebrüder Grimm ein begeistertes Publikum finden dürfte. fh.
Amélie hat ihre eigene Welt. Sie liebt die kleinen Dinge, die leisen Töne und die zarten Gesten. Sie hat ein Auge für Details, die jedem anderen entgehen, und einen Blick für magische Momente, die flüchtiger sind als ein Wimperschlag. Als sie eines Tages beschließt, als gute Fee in das Leben ihrer Mitmenschen zu treten, weiß sie genau, was sie tun muss ...
Quelle: Universal Pictures
- Audiokommentar des Regisseurs
- Hinter den Kulissen
- Interview mit dem Regisseur Jean-Pierre Jeunet
- Probeaufnahmen
- Versprecher von Audrey Tautou
- Mit Amélie auf Tournee
Quelle: Universal Pictures
| Darsteller: | Audrey Tautou | als Amélie Poulain | |
|---|---|---|---|
| Mathieu Kassovitz | als Nino Quincampoix | ||
| Rufus | als Raphael Poulain | ||
| Yolande Moreau | als Madeleine Wallace | ||
| Artus de Penguern | als Hipolito | ||
| Urbain Cancelier | als Collignon | ||
| Dominique Pinon | als Joseph | ||
| Maurice Bénichou | als Bretodeau | ||
| Claude Perron | als Eva | ||
| Michel Robin | als Vater Collignon | ||
| Isabelle Nanty | als Georgette | ||
| Claire Maurier | als Suzanne | ||
| Clotilde Mollet | als Gina | ||
| Serge Merlin | als Dufayel | ||
| Jamel Debbouze | als Lucien | ||
| Lorella Cravotta | als Amandine Poulain | ||
| Armelle | als Philomène | ||
| Flora Guiet | als Amelie (acht Jahre) | ||
| Amaury Barbault | als Nino als Kind | ||
| Jean Darie | als Der Blinde | ||
| Ticky Holgado | als Fotoautomaten-Mann | ||
| Andrée Damant | als Mutter Collignon | ||
| Frankie Pain | als Kiosk-Frau | ||
| Regie: | Jean-Pierre Jeunet | ||
| Buch: | Guillaume Laurant | ||
| Jean-Pierre Jeunet | |||
| Musik: | Yann Tiersen | ||
| Kamera: | Bruno Delbonnel | ||
| Produzent: | Claudie Ossard | ||
Sprachen: Deutsch dts HD 5.1 MA, Englisch dts HD 5.1 MA
Tonformat: dts HD 5.1 MA
Untertitel: Deutsch, Französisch
Bildformat: 1:2,35
Extras: Audiokommentar, Making of, Interview, Featurettes, Outtakes
- Audiokommentar des Regisseurs
- Hinter den Kulissen
- Interview mit dem Regisseur Jean-Pierre Jeunet
- Probeaufnahmen
- Versprecher von Audrey Tautou
- Mit Amélie auf Tournee
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