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Die Fälscher

Spannendes, historisches Drama über Fälscher, die im Auftrag der Nazis im KZ Sachsenhausen Blüten herstellten.


Die Fälscher

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Erhältlich seit:
28.10.2011

Originaltitel: Die Fälscher

Drama

Deutschland/Österreich 2006
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 12

Karl Markovics
August Diehl
Devid Striesow

Regie: Stefan Ruzowitzky
Universum Film

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Spannendes historisches Drama über Fälscher, die im Auftrag der Nazis im KZ Sachsenhausen Blüten herstellten.

Konflikte unter den Gefangenen (Foto: Universum (24 Bilder)) Großansicht

Konflikte unter den Gefangenen (Foto: Universum (24 Bilder))

Im Konzentrationslager Sachsenhausen ist die größte Geldfälschaktion aller Zeiten in vollem Gang: Mit Millionen gefälschter britischer Pfund soll die Wirtschaft des Gegners geschwächt und in die Knie gezwungen werden.

Durchgeführt wird die Aktion unter Leitung des renommierten Fälschers Salomon Sorowitsch (Karl Markovics) von Inhaftierten des KZ, die durch ihre Mitarbeit ungeahnte Privilegien im Angesicht des nackten Horrors erhalten. Je länger sie den Status als bessere Gefangene innehaben, desto mehr müssen sie mit ihrem Gewissen hadern und sich mit den anderen Häftlingen auseinandersetzen.

Salomon leitet das Projekt (Foto: Universum (24 Bilder)) Großansicht

Salomon leitet das Projekt (Foto: Universum (24 Bilder))

Vergangen und doch aktuell

Auf einer wahren Begebenheit fußt Stefan Ruzowitzkys ("Anatomie") packendes Drama, das einerseits die klaustrophobische Enge der Locations nutzt, um Spannung zu erzeugen, andererseits aber ernsthaft elementaren moralischen Fragen auf den Grund geht. Mit Karl Markovics und August Diehl hochkarätig besetzt, mag "Die Fälscher" zwar eine Geschichte aus der Vergangenheit erzählen, das Thema ist jedoch höchst aktuell und brisant.

Die Fälscher

Nach den Erinnerungen eines Zeitzeugen verfilmte Stefan Ruzowitzky ein unbekanntes Kapitel in der NS-Geschichte - die größte Geldfälschungsaktion aller Zeiten im KZ Sachsenhausen.

Fast möchte man es für Kintopp halten, aber es war Wirklichkeit: Gegen Ende des Krieges, als die größenwahnsinnigen Träume schon in Scherben lagen, wollten die Nazis mit einer der größten Geldfälschungsaktionen ihre Kasse aufbessern und die feindliche Wirtschaft mit Blüten überschwemmen. Unter dem Decknamen "Unternehmen Bernhard" wurden in vom Rest des Lagers abgeschotteten Baracken die notwendigen Maschinen installiert, Häftlinge mussten den Plan durchführen, darunter Drucker, brave Bankbeamte und Handwerker. Unentbehrlich für das Herstellen der Scheine war Salomon Sorowitsch, eine Koryphäe auf dem Gebiet - ein Pragmatiker ohne Ideale, der nur eines will: überleben in der Hölle auf Erden. Der Ganove laviert sich durch, im KZ Mauthausen genießt er Privilegien, indem er Lagerwächter malt und als er dann in Sachsenhausen auf den Mann trifft, der ihn nach einer zu ausgedehnten Liebesnacht verhaftete, steht er auch auf der richtigen Seite. Denn dieser Kommandant will Karriere machen und braucht dazu seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Den Fälschern wider Willen geht es gut, sie haben genug zu essen, schlafen in sauberen Betten und kriegen "großzügig" sogar eine Tischtennisplatte. Die perfekte Fälschung des britischen Pfunds scheint sie unentbehrlich zu machen. Doch nicht alle wollen sich in den Dienst der Nazis stellen, sondern die Aktion sabotieren. Auch wenn das den sicheren Tod bedeuten könnte.

Eindringlich zeichnet Ruzowitzky die einzelnen widersprüchlichen Charaktere, den Kampf um ein bisschen Würde in einer würdelosen Zeit, die Wahrung von ein bisschen Menschlichkeit unter unmenschlichen Bedingungen. Gut aufgestellt die Hauptwidersacher - der abgebrühte Sorowitsch (Karl Markovics) und der idealistische junge Drucker (August Diehl), zwei Antipoden, die sich dennoch in irgendeiner Form schätzen, und der schleimige Nazi-Opportunist (Devid Striesow), der - als es mit dem "Tausendjährigen Reich" zu Ende geht - wie ein Wurm um Gnade bettelt. "Die Fälscher" fällt aus dem Rahmen der sonst üblichen monströsen KZ-Schilderungen. Die Täter haben hier Kreide gefressen und zeigen nur manchmal ihre faschistische Fratze, aber dann um so brutaler. Auch wenn das versöhnliche Ende irritiert, dieses Drama mit seinem wunderbaren Schauspiel-Ensemble geht unter die Haut und erreicht hoffentlich neue Zuschauerschichten. mk.

Die Fälscher

Im Konzentrationslager Sachsenhausen wurden über 130 Millionen britische Pfund gedruckt, unter Umständen, die nicht spektakulärer und tragischer hätten sein können. Unter dem Decknamen "Operation Bernhard" soll die Wirtschaft des Gegners mit Millionen gefälschter britischer Pfund geschwächt und in die Knie gezwungen werden. Durchgeführt wird die Aktion von Inhaftierten KZ unter Leitung des renommierten Fälschers Salomon Sorowitsch (Karl Markovics). Die Häftlinge haben die Wahl: Unterstützen sie den Feind, bekommen sie die Chance zu überleben sowie ungeahnte Privilegien im Angesicht des nachten Horrors - sabotieren sie, bedeutet dies den sicheren Tod. Für "die Fälscher" geht es nicht mehr nur darum, Leib und Leben zu retten, sondern auch das eigene Gewissen...

Quelle: Universum Film

Laufzeit Bonusmaterial ca. 16 Minuten
- Making Of
- Deleted Scenes
. Kinotrailer

Quelle: Universum Film

Darsteller:  Karl Markovics   als Salomon Sorowitsch
  August Diehl   als Adolf Burger
  Devid Striesow   als Friedrich Herzog
  Martin Brambach   als Holst
  Veit Stübner   als Atze
  August Zirner   als Dr. Klinger
  Andreas Schmidt   als Zilinski
  Sebastian Urzendowsky   als Kolja
  Lenn Kudrjawizki   als Loszek
  Tilo Prückner   als Hahn
  Marie Bäumer   als Aglaia
  Dolores Chaplin   als Rothaarige
 
Regie:  Stefan Ruzowitzky  
Buch:  Stefan Ruzowitzky  
Musik:  Marius Ruhland  
Kamera:  Benedict Neuenfels  
Produzent:  Nina Bohlmann  
  Babette Schröder  
  Josef Aichholzer  

Killer räumen Oscars ab

Mit einer Öldusche hatte man in Hollywood in der Oscar-Nacht gerechnet - stattdessen gab's reichlich blaue Bohnen!

Javier Bardem heimste einen der vier Oscars für "No Country For Old Men" ein", Stefan Ruzowitzky nahm seinen Goldjungen für "Die Fälscher" von Penélope Cruz entgegen (Foto: © A.M.P.A.S.) Großansicht

Javier Bardem heimste einen der vier Oscars für "No Country For Old Men" ein", Stefan Ruzowitzky nahm seinen Goldjungen für "Die Fälscher" von Penélope Cruz entgegen (Foto: © A.M.P.A.S.)

Vier von acht möglichen Oscars, darunter in den beiden Königsklassen Bester Film und Beste Regie, gab's von der Academy für die Killergroteske "No Country for Old Men" von den Brüdern Joel und Ethan Coen. Javier Bardem glänzt in der absurd-tragikomischen Ballade um kaputte Gangster und desillusionierte Gesetzeshüter als gewissenloser münzewerfender Mörder und heimste dafür zu Recht den Preis als bester Nebendarsteller ein.

Das Öl-Drama "There Will Be Blood" kam trotz ebenfalls acht Nominierungen nur auf zwei Goldjungen. Einen davon räumte erwartungsgemäß Daniel Day-Lewis als bester Hauptdarsteller ab. Als beste Hauptdarstellerin wurde völlig überraschend Marion Cotillard für ihre Rolle als Edith Piaf in "La Vie en Rose" ausgezeichnet. Die Französin war ebenso überrumpelt wie das ganze Kodak Theater, dass nicht die Favoritinnen Julie Christie oder Cate Blanchett geehrt wurden - Cotillard stand minutenlang unter Tränen vor dem Mikrofon und rang nach Worten für ihre Dankesrede. Am Ende fand sie die schönsten Worte des gesamten Abends: "Ich danke dem Leben und ich danke der Liebe. Es stimmt wirklich, dass es in dieser Stadt Engel gibt."

Die Gewinner der Darstellerpreise strahlten um die Wette: Daniel Day-Lewis, Tilda Swinton, Marion Cotillard und Javier Bardem (Foto: © A.M.P.A.S.) Großansicht

Die Gewinner der Darstellerpreise strahlten um die Wette: Daniel Day-Lewis, Tilda Swinton, Marion Cotillard und Javier Bardem (Foto: © A.M.P.A.S.)

Deutschland freut sich mit Österreich

Den Oscar für die beste Nebendarstellerin gewann Tilda Swinton für ihre Rolle als Gegenspielerin von George Clooney im Gerichts-Thriller "Michael Clayton". Auch hier hatte Cate Blanchett für "I'm Not There" als haushohe Favoritin gegolten. Trotzdem war "Michael Clayton" neben "Abbitte" der große Verlierer: Beide Filme waren sieben mal nominiert, mussten sich aber mit nur einem Award begnügen.

Einen "halben" deutschen Oscar gab's für das KZ-Drama "Die Fälscher" mit August Diehl, das für Österreich in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film ins Rennen ging und in Deutschland koproduziert wurde. Regisseur Stefan Ruzowitzky erinnerte an seine erfolgreichen Landsmänner in Hollywood wie Billy Wilder oder Otto Preminger und sagte: "Es ist passend, dass der erste Oscar für Österreich an einen Film geht, der von den Verbrechen der Nazis handelt - denn aus diesem Grund mussten diese großen Künstler damals in die USA flüchten."

Darsteller Tommy Lee Jones gratuliert den Coen-Brüdern zu ihrem Vierfach-Triumph (Foto: © A.M.P.A.S.) Großansicht

Darsteller Tommy Lee Jones gratuliert den Coen-Brüdern zu ihrem Vierfach-Triumph (Foto: © A.M.P.A.S.)

Gedenken an Heath Ledger

"Das Bourne Ultimatum" darf sich rühmen, technische Maßstäbe gesetzt zu haben. Drei Oscars für Schnitt, Ton und Tonschnitt machen den spektakulären Agententhriller zum Film mit den zweitmeisten Preisen nach "No Country" und zum einzigen Beitrag, der alle Goldjungs erhielt, für die er nominiert war.

Einer der emotionalsten Momente war der Abschied der Academy von den Mitgliedern, die in den letzten zwölf Monaten verstarben: Am Ende des Zusammenschnitts von Höhepunkten aus den Werken der Filmschaffenden und Porträtfotos der verstorbenen Künstler wurde Heath Ledger gezeigt - und nachdem sich der Applaus gelegt hatte, herrschte lange Zeit gebannte Stille im gesamten Kodak Theatre.

 

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