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Die Flügel der Taube

Opulent ausgestatteter Kostümfilm nach dem Henry-James-Roman. Packende Dreiecksgeschichte.


Die Flügel der Taube

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Erhältlich seit:
13.09.2007

Originaltitel: The Wings of the Dove

Drama

Großbritannien 1997
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 6

Helena Bonham Carter
Linus Roache
Alison Elliott

Regie: Iain Softley
KSM

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Die Flügel der Taube

London 1910. Die temperamentvolle Kate Croy, die seit dem Tod ihrer Mutter bei ihrer reichen Tante Maude lebt, liebt den armen Journalisten Merton. Weil sie aber durch diese unstandesgemäße Liaison ihr Erbe riskiert, plant sie, ihren Angebeteten mit ihrer reichen, aber todkranken amerikanischen Freundin Millie zu verheiraten und ihn so später für sich selbst zu einer guten Partie zu machen. Gemeinsam bricht das Trio nach Venedig auf, wo Millie ihre letzten Lebenstage möglichst angenehm zu verbringen gedenkt...

War Helena Bonham Carter in den ähnlich gelagerten Kostümfilmen "Zimmer mit Aussicht" und "Wiedersehen in Howards End" noch ein verschüchtertes Täubchen, so ist sie in dieser werkgetreuen, pittoresken und leidenschaftlichen Henry-James-Verfilmung zu einem überaus sehenswerten (Oscar-nominierten) Falken mutiert. Auch in den Kategorien adaptiertes Drehbuch (Hossein Amini), Kamera (Eduardo Serra) und Kostümdesign (Sandy Powell) 1998 für einen Academy Award nominiert, dürfte diese souveräne Regiearbeit Iain Softleys ("Backbeat") vor allem das breite weibliche Publikum ansprechen.

Die Flügel der Taube

In der Venedig-Reihe "British Renaissance" gehörte Iain Softleys Adaption des Henry James-Romans "The Wings of the Dove" zu einem der Höhepunkte. Die Reise dreier Menschen in die Welt der Gefühle wird zu einer Reflexion über Selbstsucht und Selbstlosigkeit in der Liebe.

Der 41jährige Regisseur, der 1994 mit dem Drama "Backbeat" über den fünften Beatle in der Settimana della Critica reüssierte, erzählt die Geschichte von Kate (Helena Bonham-Carter), die sich 1910 in den Journalisten Merton Densher (Linus Roache) verliebt und eine Entscheidung fällen muß: entweder den Mann heiraten, den sie liebt und von der reichen Tante enterbt werden oder eine angesehene und sichere Stellung in der Gesellschaft einnehmen. Aber sie sucht nach einer dritten Lösung. Auf einer Reise mit ihrer betuchten, aber schwerkranken Freundin Milly (Alison Elliott) nach Venedig entwickelt sie einen cleveren Plan. Warum sollte Merton Milly nicht den Hof machen, damit wäre eine gemeinsame Zukunft finanziell gesichert. Nur widerwillig akzeptiert Merton seine zweifelhafte Rolle. In der Stadt der Gondeln verbringt das Trio glückliche Tage. Als Kate nach London zurückkehrt, glaubt Milly an Mertons Emotionen. Doch dann erfährt sie die Wahrheit. Ein tödlicher Schock für die Kranke. Und Merton erkennt plötzlich seine wirklichen Gefühle. Vor der pittoresken Kulisse Venedigs spielt diese leidenschaftliche und dunkle Liebesgeschichte, an deren Ende die Herzen Trauer tragen. Es geht um den Kampf zwischen Verstand und Emotion, zwischen den Traditionen des vergangenen neunzehnten und den neuen Werten und Herausforderungen des begonnenen zwanzigsten Jahrhunderts. Kate als "Femme Fatale" repräsentiert die Moderne mit einer neuen Moral und einem neuen Egoismus. Zwar läßt Softley kein Venedig-Klischee aus, die touristisch interessanten Plätze werden einer nach dem anderen abgehakt und der morbide Charme der Lagunenstadt als Symbol für Tod und Enttäuschung ist auch nicht gerade neu. Aber dennoch kann man sich der magischen Atmosphäre und den elegischen Momenten nicht entziehen, teilt man das Leid der Protagonisten in diesem psychologischen Vexierspiel. Softley geht es primär um Menschen, die gegen den Strom schwimmen, sich gegen gesellschaftliche Konventionen auflehnen, auch wenn sie vielleicht einen hohen Preis dafür zahlen. Die Dreiecksgeschichte in diesem opulenten Kostümfilm wirkt nicht eine Sekunde lang altmodisch, sondern ist packend inszeniert, die moralische Ambiguität hat nichts von ihrer Aktualität verloren. Ein Edel-Epos nicht nur für Literatur-Connaisseures, das ein kleines, aber feines Publikum finden sollte. mk.

Darsteller:  Helena Bonham Carter   als Kate
  Linus Roache   als Merton Densher
  Alison Elliott   als Millie
  Elizabeth McGovern   als Susan
  Charlotte Rampling   als Tante Maud
  Alex Jennings   als Lord Mark
  Michael Gambon   als Kates Vater
 
Regie:  Iain Softley  
Buch:  Hossein Amini  
Musik:  Gabriel Yared  
Kamera:  Eduardo Serra  
Produzent:  David Parfitt  
  Stephen Evans  
 

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Features

 

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