
Aufwändiger Fantasyfilm über eine Familie, die eine magische Welt entdeckt und dabei den Dominanzplänen einer finsteren Kreatur Einhalt gebieten muss.
Kindgerecht geradlinig ist diese Geschichte gestrickt, die Elemente der ersten fünf Bände einer erfolgreichen Jugendbuchreihe zu einem märchenhaften Abenteuer komprimiert. Wie im Harry-Potter-Universum gibt es einen starken, wenn auch vergleichsweise reduzierten Bedrohungsfaktor, der sich als Belastungstest für Zuschauer im einstelligen Altersbereich erweisen könnte. Erwachsene spielen als Publikum wie auch als Akteure eine Nebenrolle. In den zentralen Positionen hinter der Kamera (Bildgestaltung, Schnitt, Musik, Produktionsdesign, Effekte) versammeln allerdings Veteranen, die den Qualitätsanspruch dieser Big-Budget-Produktion verraten. Neu im effektgespickten Blockbustergewerbe ist Regisseur Mark Waters ("Solange du da bist"), der sich auf Spaß und Spannung konzentriert. So bleibt die Trennung der Eltern der Zwillinge Jared und Simon (Freddie Highmore in einer Doppelrolle) sowie ihrer Schwester Mallory vor allem ein Handlungsinitiator. Ohne den Schutz des abwesenden Vaters (und der arbeitenden Mutter) müssen sich die Kinder den Gefahren stellen, die der Umzug in das abgelegene Haus ihres Großonkels Arthur mit sich bringt. Als Jared die Aufzeichnungen des vor Jahrzehnten verschwundenen Verwandten liest, macht er magische Kreaturen lebendig und damit auf sich aufmerksam. Zu den Reanimierten zählen ein cholerischer Hauswichtel, der vor den Gefahren des Buchs warnt, und ein Oger, der mit seiner Armee aus aggressiven Amphibien und Echsen das Buch begehrt, um damit seine Machtpläne zu verwirklichen. Auf den Kampf um das Gedruckte konzentriert sich der Plot, der die Kids erst hilfesuchend in die Außenwelt treibt, dann aber zum Haus zurückführt, wo sich in einer Vollmond-Belagerungsattacke ihr Schicksal erfüllt. Die Effekte des Films sind von hoher Qualität - im durchaus unheimlichen Finale wie auch in anderen dynamischen Actionsequenzen. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und in einem frechen Koboldverbündeten der Kids besonders zur Geltung. Trotz bedrohlicher Momente zieht sich ein gütiger Ton durch "Die Geheimnisse von Spiderwick", die angesichts vieler Vorgängerfilme so geheimnisvoll nicht wirken, aber als magisches Märchen überzeugen. kob.