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Die Geschwister Savage

Sensibler und filigran komischer Film über das Tabuthema Sterben und eine komplizierte Familiensituation.


Die Geschwister Savage

Leihvideo

Erhältlich seit:
24.10.2008

Originaltitel: The Savages

Drama/ Komödie

USA 2007
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12

Laura Linney
Philip Seymour Hoffman
Philip Bosco

Regie: Tamara Jenkins
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Sensibler und filigran komischer Film über das Tabuthema Sterben und eine komplizierte Familiensituation.

Jon und Wendy besuchen ihren Vater (Foto: Fox) Großansicht

Jon und Wendy besuchen ihren Vater (Foto: Fox)

In ihrer Kindheit war Lenny Savage (Philip Bosco) für Wendy (Laura Linney) und ihren Bruder Jon (Philip Seymour Hoffman) ein Mann, der Härte, aber keine Liebe zeigte und als Vater versagte. Als Erwachsene ist er für sie nur noch verdrängte quälende Erinnerung - ein Fremder, räumlich und emotional weit von den Geschwistern entfernt. Einige Anrufe aus der strahlenden Seniorenidylle Sun City verändern alles.

Als bei ihrem Vater Demenz und Parkinson diagnostiziert werden und seine langjährige Lebensgefährtin stirbt, muss der alte Mann von Arizona in ein Pflegeheim an der Ostküste umziehen. Durch das Wiedersehen mit Lenny werden die Geschwister mit dem Verfall des Alters, aber auch mit unverheilten Wunden ihrer Jugend konfrontiert.

Wendy verspürt doch ein wenig Zuneigung zu dem alten Mann (Foto: Fox) Großansicht

Wendy verspürt doch ein wenig Zuneigung zu dem alten Mann (Foto: Fox)

Ernstes Thema ohne Schwermut

Neun Jahre nach "Hauptsache Beverly Hills" lässt Autorin und Regisseurin Tamara Jenkins ihren zweiten, noch überzeugenderen Film folgen. Wieder geht es um eine Familie, wieder balanciert Jenkins dramatische und komische Töne mit sicherem Gespür aus. So bringt sie mit glänzenden Dialogen und Darstellern ein Tabuthema dem Zuschauer näher, der hier berührt und amüsiert, aber nie schwermütig gemacht wird.

Die Geschwister Savage

Tamara Jenkins' Film über ein Geschwisterpaar und ihren Pflegefall ist ein Lehrstück, wie einfühlsam und witzig man sich einem Tabuthema nähern kann.

"Hauptsache Beverly Hills" hieß die Devise 1998 in Jenkins' familiärem Vorgängerfilm, Hauptsache Heim lautet die Richtungsanweisung für den Nachfolger. Damals entdeckte ein Teenager, wie sich Welt und Körper veränderten, jetzt erleben das zwei Geschwister um die 40, als sich ihr Vater dem fortschreitenden Verfall des Alters beugen muss. Etwa 600 Kilometer liegen zwischen Beverly Hills und Sun City, Arizona, einem der Schauplätze von Jenkins' neuem Film. Warum die Autorin und Regisseurin neun Jahre für diese Strecke brauchte, zeigt diese exquisite Annäherung von Komik und Tragik, die sich nie im Ton vergreift und die Mechanismen von Familienbeziehungen mit Sensibilität und darstellerischer Kompetenz realistisch abbildet. In ihrer Kindheit war Lenny Savage (Philip Bosco) für Wendy (Laura Linney) und ihren Bruder Jon (Philip Seymour Hoffman) ein Mann, der Härte, aber keine Liebe zeigte und als Vater versagte. Als Erwachsene ist er für sie nur noch verdrängte quälende Erinnerung - ein Fremder, räumlich und emotional weit von den Geschwistern entfernt. Einige Anrufe aus der strahlenden Seniorenidylle Sun City verändern alles. Als bei ihrem Vater Demenz und Parkinson diagnostiziert werden und seine langjährige Lebensgefährtin stirbt, muss der alte Mann von Arizona in ein Pflegeheim an der Ostküste umziehen. "Vielleicht hat er uns ja nicht verlassen, sondern nur vergessen", witzelt Wendy nach der Diagnose - eines von vielen Bonmots, mit denen Jenkins schmerzliche Ereignisse und Erinnerungen bissig-komisch kommentiert.

Bewusst, aber nicht betroffen machen ist ihr Credo, dass sie konsequent durchhält. Mit Wendy und Jon bekommt man Einblicke in die oft ausgeblendeten Begleiterscheinungen des Alters. Die bittere, triste Realität der Heime als Kontrast zu den sonnendurchfluteten Werbespots der Pflegeparadiese. Die Hilflosigkeit der betreuten Elternteile, aber auch die der Kinder. Der Druck, sich um jemanden kümmern zu müssen, der das vielleicht selbst nie tat - ein Konflikt, der für Hoffmans distanziertere Figur gar nicht existiert: "Wir sind nicht in einem Sam-Shepard-Drama!" Von diesem Schwerpunkt ausgehend, beleuchtet der Film auch die unterschiedlichen Persönlichkeiten und das Beziehungsleben der Geschwister - untereinander, wie auch zu ihren Partnern. Wie im wunderbaren, symbolischen Schlussbild mit Hund gelingen Jenkins dabei berührende, leise komische und schrullige Szenen. Beeindruckend unterstützt wird sie dabei von Hoffman, vor allem aber von Laura Linney, die sich hier mit Autorin Jenkins für einen Oscar empfiehlt. kob.

Darsteller:  Laura Linney   als Wendy Savage
  Philip Seymour Hoffman   als Jon Savage
  Philip Bosco   als Lenny Savage
  Peter Friedman   als Larry
  Cara Seymour   als Kasia
  Tijuana Ricks   als Krankenschwester
  Hal Blankenship   als Burt
  Michael Blackson   als Howard
 
Regie:  Tamara Jenkins  
Buch:  Tamara Jenkins  
Musik:  Stephen Trask  
Kamera:  W. Mott Hupfel III  
Produzent:  Ted Hope  
  Anne Carey  
  Erica Westheimer  
 

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