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Die Gräfin

Kostümdrama mit Anleihen beim Splatter um die Blutgräfin genannte Erzsébet Báthory von und mit Julie Delpy.


Die Gräfin

Leihvideo

Erhältlich seit:
04.12.2009

Originaltitel: The Countess

Historienfilm/ Drama

Frankreich/Deutschland 2009
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 12

Julie Delpy
Daniel Brühl
William Hurt

Regie: Julie Delpy
Warner Home Video Germany

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Kostümdrama mit Anleihen beim Splatter um die Blutgräfin genannte Erzsébet Báthory von und mit Julie Delpy.

Erzsébet Báthory hat in Ungarn großen Einfluss (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Erzsébet Báthory hat in Ungarn großen Einfluss (Foto: X Verleih (Warner))

Erzsébet Báthory (Julie Delpy) wird in die mächtigste Adelsfamilie Ungarns hineingeboren und heiratet standesgemäß. Als ihr Mann stirbt, bleibt sie auch als Witwe und Mutter dreier Töchter eine mächtige Frau, hat sie doch ein Händchen als Vermögensverwalterin. Selbst der König steht in ihrer Schuld. Die wahre Liebe entdeckt sie erst für sich, als sie den viel jüngeren Istvan (Daniel Brühl) kennenlernt.

Doch dessen Vater weiß die Liebe der beiden durch Intrigen zu verhindern. Sie fühlt sich alleingelassen und steigert sich in einen Jugendwahn hinein. Das Blut von Jungfrauen soll aus ihr wieder eine begehrenswerte Frau machen.

Die Gräfin will sich mit allen Mitteln ihre Jugend bewahren (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Die Gräfin will sich mit allen Mitteln ihre Jugend bewahren (Foto: X Verleih (Warner))

Ganz historisch

Nach ihrer verspielten Komödie "2 Tage Paris" meldet sich Schauspielerin Julie Delpy mit einer komplett anders gearteten Regiearbeit zurück, mit einem in gedeckten Brauntönen gehaltenen historischen Kostümdrama mit einer Prise Splatter und einem Hauch Satire.

Sie interpretiert den Mythos der Blutgräfin Bathory neu und zeigt sie als Opfer von Männerintrigen und Schönheitswahn. Für ihr Unternehmen, das sie als Multitalent stemmt, versammelte Delpy eine prominente internationale Besetzung um sich.

Die Gräfin

Julie Delpy ("2 Tage Paris") erzählt die Geschichte der Blutgräfin Bathory unter femininen Vorzeichen und zeigt sie als Opfer von Männerintrigen und Schönheitswahn.

Was den Rumänen Graf Dracula, ist den Ungarn Erzsébet Báthory (1560-1814), die als Blutgräfin in die Geschichte einging: Um ihre Schönheit zu erhalten, ermordete sie angeblich Hunderte Jungfrauen und badete in ihrem Blut. Einen gewagten Ansatz verfolgt nun die seit Kurzem ins Regiefach gewechselte Französin Julie Delpy ("Before Sunrise"), die mit "Die Gräfin" das glatte Gegenteil ihrer Romantikkomödie "2 Tage Paris" vorlegt. Sie dichtet den Mythos unter weiblichen Aspekten als historisches Kostümdrama mit Hang zum Splatter um. Dabei interpretiert sie die Realität nicht anders als die diffamierenden Legenden sehr frei.

Das mit namhafter Besetzung versehene Autorendrama ist mit Anrüchigem aufgeladen und missachtet Geschmacksgrenzen souverän. Delpy, die auch das Drehbuch schrieb, die Hauptrolle übernahm und die Musik komponierte, nimmt kein Blatt vor den Mund: Ihre Gräfin, deren Jugend und Werdegang im Schnelldurchlauf gezeigt wird, wird in die mächtigste Familie Ungarns hineingeboren und zur Gefühllosigkeit erzogen. In einer Zeit, da Krieg und Grausamkeit vorherrschen und Adlige ihre Leibeigenen ungestraft foltern und morden dürfen, steigt sie zur schlauen Vermögensverwalterin ihres gegen die Osmanen kämpfenden Mannes auf, der sie bald als junge Witwe mit drei Töchtern zurücklässt. Dem König ist sie ein Dorn im Auge, und als sie Graf Thurzo (William Hurt) abweist und sich stattdessen unsterblich in dessen Softiesohn Istvan (ein etwas lebloser Daniel Brühl) verliebt, schlägt die Stunde der Patriarchen. Mit Gerüchten und Intrigen unterbindet Thurzo die Affäre und setzt den masochistischen Spitzel Vizakna (diabolisch: Sebastian Blomberg) auf sie an. Aus Liebeskummer beginnt schleichend Bathorys Schönheitswahn; ihr gebrochenes Herz gebiert erst eine Furie, dann ein Monster, das kaltblütig Zofen (erstes Opfer: eine unter ihren Möglichkeiten bleibende Anna Maria Mühe) absticht, um ihr Blut als Antifaltenmittel zu nutzen.

Gedeckte Brauntöne grundieren Delpys Interesse für den Verfall des Fleisches in einem Sittenbild einer dekadenten Gesellschaft, in der Tugend und Frauen gleichermaßen wenig gelten. Männer bestimmen die Regeln und ändern sie, wenn nötig, zum eigenen Vorteil. Somit ist Delpys weitgehend unsympathische Figur sowohl Opfer als auch Täterin in diesem etwas kraftlosen Psychogramm, das zum Liebesmelodram changiert. Ob Delpy dem diffizilen Material gerecht wurde, daran schieden sich auf der Berlinale die Geister.

tk.

Darsteller:  Julie Delpy   als Erzebet Bathory
  Daniel Brühl   als Istvan Thurzo
  William Hurt   als Gyorgy Thurzo
  Anamaria Marinca   als Darvulia
  Sebastian Blomberg   als Dominic Vizakna
  Charly Hübner   als Ferenc Nadasky
  Andy Gätjen   als Miklos
  Adriana Altaras   als Klara
  Anna Maria Mühe   als Bertha
  Frederick Lau   als Janos
  Maria Simon   als Helena
  Katrin Pollitt   als Dorothea
  André Hennicke   als Andreas Berthoni
  Nikolai Kinski   als Lehrer
 
Regie:  Julie Delpy  
Buch:  Julie Delpy  
Musik:  Julie Delpy  
Kamera:  Martin Ruhe  
Produzent:  Andro Steinborn  
 

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