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Die große Reise

Mischung aus Roadmovie, Kammerspiel und Vater-Sohn-Drama vor dem Hintergrund der weiten Landschaften des Balkans und des Nahen Ostens.


Die große Reise

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Erhältlich seit:
02.02.2007

Originaltitel: Le grand voyage

Drama

Frankreich/Marokko 2004
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Nicolas Cazalé
Mohamed Majd
Jacky Nercessian

Regie: Ismaël Ferroukhi

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Mischung aus Roadmovie, Kammerspiel und Vater-Sohn-Drama vor der Kulisse der weiten Landschaften des Balkans und des Nahen Ostens.

Vater und Sohn machen sich auf die Reise (Foto: Arsenal) Großansicht

Vater und Sohn machen sich auf die Reise (Foto: Arsenal)

Der junge Franzose Réda (Nicolas Cazalé), Sohn marokkanischer Einwanderer, steht kurz vor dem Abitur. Da verlangt sein Vater (Mohamed Majd) plötzlich von ihm, dass er ihn auf der traditionellen Pilgerreise nach Mekka begleitet.

Ein Flug kommt für den alten Mann auf keinen Fall in Frage, deshalb soll Réda ihn lieber selbst mit dem Auto die ganze weite Strecke chauffieren. Nur langsam überwinden der gläubige Muslim und sein in Frankreich aufgewachsener Sohn auf der Reise die kulturelle Kluft zwischen ihnen.

Nur langsam finden die beiden wieder zusammen (Foto: Arsenal) Großansicht

Nur langsam finden die beiden wieder zusammen (Foto: Arsenal)

Zwei Religionen

Vor dem Hintergrund der weiten Landschaften des Balkans und des Nahen Ostens hat Ismael Ferroukhi ein eindringliches Vater-Sohn-Drama inszeniert: Eine Reise vom französischen Aix-en-Provence ins saudi-arabische Mekka und zugleich vom Christentum in den Islam.

Ein hochaktueller Film, der die Annäherung der Generationen, Kulturen und Religionen beobachtet und damit als bester Erstling in Venedig 2004 ausgezeichnet wurde.

Die große Reise

Religions- und Generationenkonflikt: Auf der traditionellen Pilgerreise nach Mekka entwickelt ein in Frankreich aufgewachsener und westlich orientierter junger Mann Verständnis für seinen gläubigen Moslem-Vater.

Der Graben zwischen dem Sohn marokkanischer Einwanderer und seinem betagten Vater könnte größer nicht sein. Réda, der mit Religion nichts am Hut hat, steht kurz vor dem Abitur, flirtet mit seiner Freundin und fühlt sich als Franzose. Sein Vater verlangt, dass er ihn mit rostigen Peugeot nach Mekka chauffiert. Während der abenteuerlichen Fahrt über 5000 Kilometer durch die weiten Landschaften von Italien, dem Balkan und die Türkei bis Saudi-Arabien kommt es zur offenen Konfrontation zwischen zwei Lebensentwürfen und Kulturen. Der autoritäre Alte, der sich weigert, die Sprache des Gastlandes zu sprechen, wirft das Handy des Jungen weg und zwingt ihn unmerklich, sein Verhaltensmuster und seine Haltung zum Leben zu überprüfen. Die Kommunikation läuft über karge Dialoge und tiefes Schweigen.

Der Weg ist das Ziel. Ismael Ferroukhi, in Marokko geboren und seit seinem dritten Lebensjahr in Frankreich ansässig, erzählt eine einfache Geschichte vom Machtkampf zwischen Vater und Sohn, vom beiderseitigen Lernprozess. Neben der gesellschaftlichen zeigt der Film auch die private Dimension auf, stellt Fragen nach der Zerrissenheit in Herkunft, Sprache und Kultur. Die Hadsch als Selbstfindung. Auf der einen Seite der Sohn, für den Integration Verleugnung und Distanzierung seiner Herkunft bedeuten, auf der anderen der aus seinen Wurzeln Kraft schöpfende Vater, der sich fremden Einflüssen verweigert. Ferroukhi verzichtet bewusst auf Vorgeschichte und Psychologie der Figuren, fokussiert sich auf das Wesentliche, den Identitätskomplex. Ganz nebenbei versucht er auf dieser inneren und äußeren Reise, das durch fundamentalistischen Terror beschädigte Image des Islam zu relativieren. Ein Plädoyer für Toleranz und Differenzierung in Zeiten, wo Extremisten Religion für ihre politischen Ziele missbrauchen. Zum ersten Mal durfte übrigens ein Spielfilm im Schatten der Kabaa gedreht werden. mk.

Darsteller:  Nicolas Cazalé   als Reda
  Mohamed Majd   als Vater
  Jacky Nercessian   als Mustapha
  Ghina Ognianova   als Alte Frau
  Kamel Belgahzi   als Khalid
  Atik Mohamed   als Der Pilger Ahmad
  Malika Mesrar El Hadaoui   als Mutter
  François Baroni   als Italienischer Zollbeamter
  Krassi Kpacu   als Serbischer Zollbeamter
  Kiril Kavadarkov   als Jugoslawischer Wirt
  Blajo Wymenski   als Geldwechsler
  Dean Matchev   als Gesprächiger Mann
  Erol Atac   als Türkischer Zöllner
  Sadik Deveci   als Türkischer Zöllner
  Nihat Nikerel   als Polizeichef
  Kadir Kaparoglu   als Polizist
  Name Ugantas   als Mustaphas Frau
  Leila Fadili   als Bauchtänzerin
 
Regie:  Ismaël Ferroukhi  
Buch:  Ismaël Ferroukhi  
Musik:  Fowzi Guerdjou  
Kamera:  Katell Djian  
Produzent:  Humbert Balsan  
 

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