
Reif für die Insel? Diese hier bietet ein pazifisches Paradies, eine knuffige Tierwelt und Hollywood-Sonnenschein Abigail Breslin als Baumhausprinzessin und Beziehungsstifterin.
Eine Brücke zu "Peter Pan" verbirgt sich bereits im Vornamen von Wendy Orr, die mit ihrem Kinderbuch die Vorlage für diese liebenswerte Begegnung von Robinsonade, Slapstickkomödie und Neurosentherapie liefert. Der Geist des Vorbilds zieht sich dann auch durch den Film, der von Träumen, nicht von Technik lebt und Aspekte des Lebens als bedrohlich genug empfindet, um auf traditionelle Bösewichte völlig verzichten zu können. Die schlimmsten Feinde der jungen Nim (Breslin), die mit ihrem Vater (Gerard Butler), einem Meeresbiologen, allein auf einer Vulkaninsel lebt, sind die Sehnsucht nach einer Mutterfigur und die Launen des Klimas. Ein Sturm ist es auch, der Nims Leben auf einen neuen Kurs bringt. Auf einer zweitägigen Exkursion wird ihr Vater von einem Orkan überrascht, treibt mit seinem Boot auf dem Meer, während Nim auf ihrer Trauminsel mit Baumhaus seine Rückkehr erwartet. Die solargetriebene Internetverbindung ist dabei die einzige Kontaktmöglichkeit zur Außenwelt. Märchenhaft wie die Kommunikationstechnik ist auch der Maildialog, den ausgerechnet Alex Rover, Nims Lieblingsautor und Held unzähliger globaler Bewährungsprüfungen, mit dem Mädchen eröffnet. Rover sucht Inspiration für ein neues Buch, Nim einen Retter, der sofort auf ihre Insel kommt. Sie ahnt nicht, dass sich hinter dem übermaskulinen Abenteurer die phobiengeplagte Autorin Alexandra (Jodie Foster) verbirgt, die ihr Haus seit Wochen nicht verlassen hat. Von nun an ist Nim Zentrum eines Koordinatensystems, in dem sich Vater- und potenzielle neue Mutterfigur auf sie zu bewegen. "300"-Feldherr Butler fällt dabei eine Doppelrolle zu, ist er doch in der Fantasie Nims und Alexandras als Modellheld und Lifecoach ständig präsent. In ihrer ersten Komödie seit "Maverick" zeigt sich Jodie Foster erneut "Panic Room"-tauglich, bestätigt mit Slapstick-satten Angstattacken der Zielgruppe, wie merkwürdig Erwachsene tatsächlich sind. Kindgerecht, mit sparsam dosierten Effekten ist der Film entwickelt. Bedrohlich wirken einzig die Natur und eine Schiffsladung Kreuzfahrttouristen. Die Ökobotschaft tritt allerdings hinter einer Story zurück, die eine Art Greatest Hits kindlichen Lebens bietet. Mit Büchern und coolen Tieren als beste Freunde, mit Klettertouren auf Palmen und Vulkanen, mit einer exotischen Inselwelt als Heimat, die wie schon "Ein Schatz zum Verlieben" an Australiens Goldküste gefunden wurde. kob.