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Die Kinder des Monsieur Mathieu

Überraschungserfolg aus Frankreich: Rührender Familienfilm, in dem ein Lehrer an einem Internat für schwer Erziehbare mit Musik das Vertrauen seiner Schüler gewinnt.


Die Kinder des Monsieur Mathieu

Leihvideo

Erhältlich seit:
17.02.2005

Originaltitel: Les choristes

Drama/ Musikfilm

Frankreich/Schweiz 2004
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 6

Gérard Jugnot
François Berléand
Kad Merad

Regie: Christophe Barratier
Highlight Communications (Deutschland)

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Rebellische Kids lassen sich nicht unterkriegen: Der Zauber der Musik und ein couragierter Lehrer geben ihnen ihre Kindheit zurück.

Monsieur Mathieu bringt seinen Schäfchen das Singen bei (Foto: Constantin) Großansicht

Monsieur Mathieu bringt seinen Schäfchen das Singen bei (Foto: Constantin)

Frankreich 1949: Schulleiter Rachin (François Berleand) gehört zu den verklemmten Lehrerfieslingen, die den Schülern die Lust am Lernen verderben.

Wer nicht richtig spurt in seinem Internat für schwer erziehbare Jungen, kriegt Prügel und kommt in Einzelhaft.

Der neue Erzieher Clément Mathieu (Gérard Jugnot) ist erst einmal geschockt - und hat dann eine wunderbare Idee: Er gründet mit seinen Schützlingen einen Chor. Und siehe da, die rebellischen Jungs sind wie ausgewechselt. Musik als Überlebensstrategie.

Notenlesen ist nicht so ganz einfach (Foto: Constantin) Großansicht

Notenlesen ist nicht so ganz einfach (Foto: Constantin)

Frankreich verzaubert

Über sechs Millionen Franzosen verliebten sich in diese zu Herzen gehende Betrachtung einer Zeit voller Schmerz und Verzweiflung, Freude, Freundschaft und wildem Entdeckungswillen.

Der Versuch, trotz widriger Umstände dem Leben ein Stückchen Glück abzutrotzen, wird hier zur zärtlichen Ode an die Kindheit mit ihrem Hoffen und Bangen, an die Jahre voller Sehnsucht, die uns prägen und auch als Erwachsene nie loslassen.

Monsieur Mathieu ist genau der Lehrer, den wir uns immer gewünscht haben.

Die Kinder des Monsieur Mathieu

In Frankreich ließen sich knapp sieben Millionen Zuschauer von dem zeitlosen Thema Kindheit verzaubern. Die rührende Geschichte eines gutherzigen Lehrers aus dem Jahre 1949, der schwierige Kinder durch die Kraft der Musik nicht nur diszipliniert, sondern zu sensiblen Schülern macht, spricht die Gefühle an und sollte auch in Deutschland sein Publikum erreichen.

Wenn es um Pädagogik geht, besteht leicht die Gefahr, belehren zu wollen. Dass es auch anders geht, bewies schon Nicolas Philiberts preisgekrönte Doku "Sein und Haben". Auch Christophe Barratiers Plädoyer für eine menschliche Schule und eine unbeschwerte Kindheit (nach der Vorlage von Jean Drévilles Film "Der Nachtigallenkäfig" aus dem Jahre 1945) strahlt diese dem französischen Film typische Leichtigkeit trotz aller Ernsthaftigkeit aus. Dabei spart er nicht mit Härte, wenn er die entwürdigenden Zustände in einem Internat schildert. In dieser Trutzburg haben die schwer erziehbaren Jungen nichts zu lachen. Der Direktor ist ein Betonkopf, der seine Erziehung als "Aktion, Reaktion" beschreibt, das heißt bei schlechtem Benehmen und Ungehorsam hagelt's harte Strafen, Einzelkarzer inklusive. Der neue Lehrer Clément Mathieu hat da ganz andere Vorstellungen von Pädagogik. Erst einmal stößt er auf taube Ohren, aber als er einen Chor gründet, gewinnt er langsam das Vertrauen der sonst so widerspenstigen Zöglinge, die die Lust an der Kunst entdecken, ein Gesangs-Talent besucht sogar später das Konservatorium und startet eine erfolgreiche Karriere.

Der Film widmet sich dem universellen Sujet Jungsein mit all der Verzweiflung und Verlassenheit, Sehnsucht nach Freiheit und dem unbändigen Hunger nach Leben, einem Stückchen Glück - koste es, was es wolle, auch wenn Umstände und Logik dagegen sind. Bis auf zwei Ausnahmen waren die Kinderdarsteller Laien. Wenn der nach einer glimpflich abgelaufenen Feuerkatastrophe fristlos entlassene Mathieu seine Wirkungsstätte enttäuscht verlässt und dann durch seine Schüler ein herzliches Adieu bekommt, das weh tut und gleichzeitig den Schmerz des Abschieds lindert, ist der Griff zum Taschentuch nicht weit. Die Welt verändert sich eben in kleinen, nicht in großen Schritten. Bewusst entschied sich Barratier für das Jahr 1949, da nach dem Weltkrieg sogenannte Besserungsanstalten eingerichtet wurden, die nicht selten für lebenslange Traumata sorgten. Der Handlungsverlauf überrascht zwar nicht sonderlich und Barratier verzichtet auf sozialen Background, konzentriert sich auf bestimmte Situationen. Dabei psychologisiert er nicht herum, sondern zeigt junge Menschen zwischen Rebellion und Anpassung. Die Form mag konventionell, vielleicht sogar nostalgisch sein, aber wenn er aus der Perspektive der Kinder vom Zauber der Musik erzählt, der den Alltag erträglich macht, vom Mut zur Gegenwehr und den kleinen Kniffen zum Überleben, dann geht das einfach zu Herzen. Das Leben und nichts anderes. mk.

Darsteller:  Gérard Jugnot   als Clément Mathieu
  François Berléand   als Rachin
  Kad Merad   als Chabert
  Jean-Paul Bonnaire   als Père Maxence
  Marie Bunel   als Violette Morhange
  Paul Chariéras   als Régent
  Carole Weiss   als Comtesse
  Philippe du Janerand   als Langlois
  Erick Desmarestz   als Doktor Dervaux
  Jacques Perrin   als Pierre Morhange als Erwachsener
  Jean-Baptiste Maunier   als Pierre Morhange als Kind
  Maxence Perrin   als Pépinot
  Grégory Gatignol   als Mondain
  Thomas Blumenthal   als Corbin
  Didier Flamand   als Pepinot als Erwachsener
 
Regie:  Christophe Barratier  
Buch:  Christophe Barratier  
  Philippe Lopes-Curval  
Musik:  Christophe Barratier  
  Bruno Coulais  
Kamera:  Dominique Gentil  
  Carlo Varini  
Produzent:  Arthur Cohn  
  Jacques Perrin  

"Im Leben ist nichts verloren"

"Die Kinder des Monsieur Mathieu" entwickelte sich in Frankreich zum Dauerbrenner: Fast sieben Millionen Besucher ließen sich vom Regiedebüt des Musikers und Produzenten Christophe Barratier mitreißen. Am 2. September kommt der Überraschungserfolg in die deutschen Kinos.

Doku-Produzent Christophe Barratier am Set seines ersten Spielfilms (Foto: Constantin) Großansicht

Doku-Produzent Christophe Barratier am Set seines ersten Spielfilms (Foto: Constantin)

» "Die Kinder des Monsieur Mathieu" ist Ihr Regiedebüt, nachdem Sie "Mikrokosmos" und "Nomaden der Lüfte" produzierten. Wie kam der Wechsel zur Regie?

CHRISTOPHE BARRATIER:

Ich mache Filme, seit ich sieben Jahre alt bin. Damals begann ich auf Super 8 Horrorfilme zu drehen, in denen es viele Vampire und falsches Blut zu sehen gab. Dann wollte es das Schicksal, dass ich lange als professioneller Musiker arbeitete.

Als ich zum Kino zurückkehrte, fing ich bei meinem Onkel Jacques Perrier an, der Produzent ist. Nach einigen Jahren und Filmen begriff ich, was es bedeutet, Filme zu machen. Ich fühlte mich auf der falschen Seite. Zuerst schrieb ich Drehbücher und korrigierte Skripts von den Filmen, die ich produzierte - bis mir ein Regisseur sagte "Mach es doch selbst!". Ich begann mit einem Kurzfilm, der sehr erfolgreich war. Das gab mir genug Selbstvertrauen, um "Die Kinder des Monsieur Mathieu" zu schreiben und zu drehen.

Mit Musik gewinnt Monsieur Mathieu das Vertrauen der Schüler (Foto: Constantin) Großansicht

Mit Musik gewinnt Monsieur Mathieu das Vertrauen der Schüler (Foto: Constantin)

» Bei "Die Kinder des Monsieur Mathieu" handelt es sich um ein Remake von "Der Nachtigallen-Käfig" von 1945.

Nicht ganz. Ich dachte vor allem an meine eigene Kindheit in einem Musiker-Elternhaus. Dann erinnerte ich mich an diesen alten Film, den ich sehr viel intelligenter fand als alles, was mir eingefallen war. Es ging um einen Aufseher, der das Leben der Kinder durch Musik, durch Gesang verändert.

Ich verband mein eigenes Universum mit der Geschichte dieses Films. Die Struktur meines Drehbuchs ist anders, und aus dem Aufseher wurde ein Lehrer. So ist es kein Remake, sondern eine sehr freie Adaption.

Im strengen Internat haben schwererziehbare Kinder nichts zu lachen (Foto: Constantin) Großansicht

Im strengen Internat haben schwererziehbare Kinder nichts zu lachen (Foto: Constantin)

» Die Idee, dass Musik die Kinder verändert, hat etwas Märchenhaftes.

Ja, das Ende schon. Die Rolle der Musik ist vielleicht idealisiert, jedoch nicht utopisch. Ich sage nicht, Musik verfeinert die Sitten. Wenn man Kriminellen acht Stunden am Tag Mozart vorspielt, ändert das nichts. Ich sage nur, im Leben ist nichts verloren. Man kann eine Begabung fördern, wenn es jemanden gibt, der dieses Talent entdeckt.

Ich habe die meisten Darsteller aus sozial schwachen Familien gewählt und sie nach ihren Gesichtern ausgewählt, die manchmal sehr harte Züge aufweisen. Einige Eltern rieten mir sogar ab, mit ihren Kindern zu filmen. Aber der Dreh gefiel ihnen und zum ersten Mal machte ihnen Arbeit Spaß. Nach ein paar Monaten konnten sie sogar die Musik leiden.

Hauptdarsteller Gerard Jugnot mit Christophe Barratier (Foto: Constantin) Großansicht

Hauptdarsteller Gerard Jugnot mit Christophe Barratier (Foto: Constantin)

» Was kam bei den Zuschauern so gut an?

Viele fanden das Thema des Films unkommerziell. Jetzt gilt der Film als Gesellschaftsereignis. Die Presse redet plötzlich vom Triumph der Musik und des Gesangs. Die Erinnerung an die Kindheit hat viele berührt. Als Erwachsener muss man Entscheidungen treffen, Geld verdienen. Da scheint die Kindheit sorgloser und freier. All das hat zum Erfolg des Films geführt.

» Wie verkauft sich die Filmmusik?

Wir sind seit Monaten Nummer eins der Charts und haben 700.000 CDs verkauft. Das ist unglaublich für diese kleine, bescheidene Musik, die ich zusammen mit Bruno Coulais geschrieben habe. Wir haben zunächst per Mail kommuniziert, und weil ich kein großes Budget hatte, schrieb ich die Texte selbst.

» Wie hoch war das Budget?

Sieben Mio. Euro. Ich möchte auch in Zukunft preiswerte Filme drehen, da ist der Druck nicht so hoch.

 

Die Kinder des Monsieur Mathieu in der Fotoshow

 

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